Ubisoft steht inmitten einer umfassenden Unternehmensumstrukturierung vor Herausforderungen
Die jüngsten Meldungen von Ubisoft deuten auf einen tiefgreifenden Wandel im Unternehmen hin, das einen umfassenden Neustart vollzieht. Dieser Umbruch führte zur Reorganisation des gesamten Konzerns in fünf eigenständige Kreativabteilungen sowie zu zahlreichen Projektverzögerungen und -stornierungen. Diese weitreichenden Veränderungen haben einen deutlichen Kursverfall der Aktie zur Folge, die auf den niedrigsten Stand seit 2011 gefallen ist. Berichten zufolge ist die Stimmung bei Ubisoft Paris stark angespannt und von Wut und Verzweiflung geprägt.
Details zum Programm für freiwillige Entlassungen
Um die Betriebsabläufe zu optimieren, führt Ubisoft ein Programm für freiwillige Entlassungen ein, von dem potenziell bis zu 200 Mitarbeiter betroffen sein könnten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die endgültige Zahl der Entlassungen je nach Teilnahme am Programm geringer ausfallen kann. Diese Initiative richtet sich speziell an Mitarbeiter mit Verträgen bei Ubisoft International. Eine endgültige Entscheidung über die Entlassungen wird erst nach einer Einigung mit den Gewerkschaftsvertretern und der Genehmigung durch die französischen Behörden getroffen.
„Im Einklang mit den Ankündigungen der letzten Woche über das neue Betriebsmodell und die Beschleunigung der Kostensenkungsmaßnahmen hat Ubisoft International (die juristische Person des Hauptsitzes) Gespräche über eine mögliche kollektive Aufhebung des Arbeitsverhältnisses (Rupture Conventionnelle Collective, RCC) aufgenommen, eine kollektive, freiwillige Vereinbarung zur einvernehmlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die etwa 200 Stellen am Hauptsitz in Frankreich betreffen könnte“, heißt es in der Erklärung.
Der Vorschlag bedarf noch Verhandlungen mit den Gewerkschaften und der Zustimmung der französischen Behörden, bevor er in Kraft treten kann, und beschränkt sich auf Mitarbeiter von Ubisoft International mit französischen Verträgen, ohne Auswirkungen auf andere Ubisoft-Teams weltweit.
Hintergrundinformationen zu Entlassungen und Streiks
Diese Entlassungen sind Teil einer umfassenderen Kostensenkungsstrategie mit dem Ziel, Einsparungen von 200 Millionen Euro zu erzielen. Diese Strategie fällt zeitlich mit einer verpflichtenden Rückkehr ins Büro zusammen, was am 22. Januar 2026 zu einem Streik vor dem Pariser Büro von Ubisoft führte.
Reaktion der Gewerkschaft und Kritik an der Führung
Es ist offensichtlich, dass Ubisofts Probleme noch lange nicht vorbei sind. Vor dem Streik äußerte die Videospielgewerkschaft Solidaires Informatique ihre Unzufriedenheit und kritisierte CEO Yves Guillemot direkt für die bestehenden Probleme im Unternehmen. Die Gewerkschaft erklärte:
„Es kommt nicht in Frage, dass ein Chef freie Hand hat und unsere Arbeitsbedingungen zerstört. Vielleicht sollten wir ihn daran erinnern, dass es seine Angestellten sind, die die Spiele gestalten.“
Yves Guillemot, Mitbegründer von Ubisoft, stand seit der Gründung des Unternehmens zusammen mit seinen Brüdern an vorderster Front. Doch während seiner achtjährigen Führung musste Ubisoft einen dramatischen Verlust hinnehmen: Der Gesamtwert des Unternehmens sank um 95 %.Was einst einen Wert von 10 Milliarden US-Dollar hatte, wird letzte Woche nur noch mit 500 Millionen US-Dollar angegeben.
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