Das Übertragen von Dateien zwischen verschiedenen Geräten kann oft eine Herausforderung sein, insbesondere beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Betriebssystemen. Apples AirDrop ermöglicht beispielsweise nahtlose Übertragungen innerhalb des eigenen Ökosystems, während Quick Share (ehemals Nearby Share) auf Android- und Google-Geräte beschränkt ist. Was aber, wenn Sie Dateien zwischen verschiedenen Plattformen austauschen müssen, etwa von Android zu Linux, von Linux zu macOS oder von Windows zu Linux? Hier kommt LocalSend ins Spiel. Es handelt sich um eine unkomplizierte Open-Source-Anwendung, die entwickelt wurde, um die Grenzen zwischen verschiedenen Betriebssystemen zu überwinden und schnelle und private Dateiübertragungen direkt von einem Gerät zum anderen zu ermöglichen.
LocalSend als meine bevorzugte Lösung
Als Nutzer, der Linux auf seinem Laptop, Windows auf seinem Desktop-PC, ein älteres Android-Gerät und ein iPhone für Fotos verwendet, war der Dateiaustausch zwischen diesen Geräten oft umständlich. Seit ich LocalSend entdeckt habe, hat sich mein Workflow jedoch deutlich vereinfacht. Diese Anwendung verbindet all meine Geräte mühelos und ohne zusätzlichen Aufwand.
Eine der herausragenden Eigenschaften von LocalSend ist die nahtlose Benutzerführung. Weder die Erstellung eines Kontos noch die Verwaltung von Passwörtern sind erforderlich. Nach der Installation der App starte ich sie einfach auf beiden Geräten, und sie erkennen sich automatisch. Die Benutzeroberfläche ist intuitiv und ermöglicht es mir, einzelne Dateien, ganze Ordner oder Textausschnitte mit minimalem Aufwand zu übertragen.

Darüber hinaus erfolgen Dateiübertragungen über mein lokales WLAN-Netzwerk oder meinen Hotspot, wodurch externe Server komplett umgangen werden. Diese Konfiguration ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeiten, die ausschließlich von der Kapazität meines Routers abhängen, wodurch sich der Vorgang beeindruckend schnell anfühlt – insbesondere beim Übertragen großer Videos von meinem iPhone auf meinen Linux-Rechner, was deutlich schneller ist als herkömmliche Cloud-basierte Methoden.
Funktionen, die mein Erlebnis wirklich verbessern
LocalSend bietet zahlreiche nützliche Funktionen, von denen einige besonders meinen Bedürfnissen entsprechen. Da wäre zum einen die Schnellspeicherfunktion, die den Dateiempfang vereinfacht: Normalerweise muss das Empfangsgerät eingehende Dateien bestätigen. Aktiviert man jedoch die Schnellspeicherfunktion auf meinen Geräten, kann ich unzählige Screenshots von meinem Smartphone an meinen PC senden, die automatisch und ohne weitere Nachfragen im festgelegten Ordner gespeichert werden.

Eine weitere Funktion, die ich für unschätzbar wertvoll halte, ist „ Per Link teilen“. Das ist sehr praktisch, um Dateien an Freunde in meinem WLAN-Netzwerk zu senden, die LocalSend nicht nutzen können. Ich kann schnell einen temporären Webserver aktivieren, ihnen einen Link schicken, und sie können die Dateien direkt über ihren mobilen Browser herunterladen.

Sicherheit hat höchste Priorität, und LocalSend überzeugt in diesem Bereich. Alle Übertragungen finden innerhalb Ihres lokalen Netzwerks statt, was LocalSend im Vergleich zu Drittanbieterdiensten zu einer sichereren Option für den Austausch sensibler Dokumente macht. Darüber hinaus verwendet die Anwendung standardmäßig HTTPS- und TLS-Verschlüsselung und bietet die Möglichkeit, eine PIN für zusätzlichen Schutz einzurichten.
Einfache Schritte zur Installation von LocalSend
Die Einrichtung von LocalSend ist unkompliziert und effizient. Zunächst müssen Sie das mit Ihrem Betriebssystem kompatible Installationsprogramm herunterladen.
Für Linux-Nutzer sind Flatpak oder Snap die zuverlässigsten Installationsmethoden, da sie die aktuellsten Updates für verschiedene Distributionen gewährleisten. Um LocalSend mit Snap zu installieren, führen Sie einfach folgenden Befehl aus:
sudo snap install localsend

Alternativ können Benutzer eine portable AppImage-Version wählen oder im App Center ihres Systems nach einer nativen Paketinstallation suchen.
Initiieren Ihrer ersten Dateiübertragung
Um Ihre erste Datei mit LocalSend zu versenden, starten Sie die Anwendung auf dem sendenden und dem empfangenden Gerät. Jedes Gerät erhält einen zufälligen Spitznamen, den Sie in den Einstellungen ändern können, um die Geräte leichter zu erkennen, z. B.„Linux-Workstation“ oder „Telefon“.
Stellen Sie sicher, dass beide Geräte mit demselben WLAN-Netzwerk oder Hotspot verbunden sind, damit sie sich gegenseitig erkennen können. Wechseln Sie in LocalSend zum Tab „ Senden“. Dort können Sie einzelne Dateien, ganze Ordner auswählen oder Textausschnitte einfügen.

Nachdem Sie die gewünschten Dateien ausgewählt haben, wird eine Liste der Geräte in der Nähe angezeigt, die durch ihre individuellen Spitznamen gekennzeichnet sind. Klicken Sie auf das gewünschte Zielgerät, um die Übertragung zu starten.

Auf dem Empfangsgerät wird eine Benachrichtigung mit dem Dateinamen und dem Absender angezeigt. Klicken Sie einfach auf „Akzeptieren“, um die Übertragung zu starten.

Kleinere Dateien wie Bilder oder Textdokumente werden nahezu sofort übertragen. Bei größeren Dateien wie hochauflösenden Videos wird ein Fortschrittsbalken angezeigt, der die Übertragungsgeschwindigkeit angibt. Diese ist in der Regel auf die Kapazität Ihres lokalen Netzwerks begrenzt. Sobald die Übertragung 100 % erreicht hat, werden die Dateien automatisch im dafür vorgesehenen Download-Ordner auf Ihrem Gerät gespeichert.
Verbesserungspotenzial bei LocalSend
Meine Erfahrungen mit LocalSend waren größtenteils positiv, es gab jedoch Fälle, in denen die App nicht wie erwartet funktionierte. Beispielsweise konnten sich meine Geräte in einem Hochschul-WLAN mit aktivierter Client-Isolation überhaupt nicht finden, weshalb ich zunächst annahm, die App funktioniere nicht. Der Wechsel zum Hotspot meines Smartphones löste das Problem sofort. Während LocalSend in Standard-Heimnetzwerken zuverlässig funktioniert, können restriktive Netzwerke Probleme bereiten.
Unter iOS ist die Benutzererfahrung etwas weniger flüssig als bei den fest integrierten Systemtools. Die App muss während Dateiübertragungen manchmal geöffnet bleiben, was zwar funktioniert, aber nicht das nahtlose Erlebnis bietet wie unter Android.
Die Web-Sharing-Funktion ist zwar für schnelle Übertragungen nützlich, aber dennoch recht einfach gehalten. Erweiterte Steuerungsmöglichkeiten würden ihre Funktionalität und Vielseitigkeit erhöhen.
Schlussbetrachtungen
Für alle, die eine schnelle, sichere und wirklich plattformübergreifende Lösung zum lokalen Dateiaustausch suchen, ist LocalSend ein hervorragendes Tool. Neben LocalSend empfehle ich auch KDE Connect, das die Benutzererfahrung durch die Synchronisierung von Benachrichtigungen, die gemeinsame Nutzung der Zwischenablage und sogar die Verwendung des Smartphones als Fernbedienung verbessert.
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