NVIDIA DLSS verstehen: Eine Erklärung des Upscalings und alternativer Lösungen

NVIDIA DLSS verstehen: Eine Erklärung des Upscalings und alternativer Lösungen

NVIDIA DLSS, erstmals im Februar 2019 vorgestellt, hat sich von einem umstrittenen Debüt zu einem weithin akzeptierten Standard in der PC-Gaming-Branche entwickelt. Gamer erwarten heutzutage von jedem größeren neuen Titel die Unterstützung dieser Technologie. Darüber hinaus hat NVIDIAs Initiative Konkurrenten wie AMD und Intel dazu veranlasst, eigene Upscaling-Technologien einzuführen. Diese Alternativen, die anfangs keine KI-gestützten Funktionen boten, haben sich mittlerweile weiterentwickelt und integrieren KI-Funktionen moderner GPU-Architekturen.

Was genau ist NVIDIA DLSS und was bedeutet „Upscaling“? In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen verschiedene Alternativen vor, erläutern deren Funktionen, vergleichen ihre Leistung und zeigen Ihnen, wie Sie diese optimal für Ihr Spielerlebnis nutzen. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob es gute Gründe gibt, eine Technologie der anderen vorzuziehen, selbst wenn Sie eine Grafikkarte eines anderen Herstellers besitzen.

Nvidia DLSS verstehen: Was ist Upscaling?

NVIDIA DLSS, kurz für Deep Learning Super Sampling, ist eine fortschrittliche Upscaling-Technologie, die 2018 erstmals mit den GPUs der RTX 20-Serie von NVIDIA eingeführt wurde. Diese GPUs leisteten nicht nur Pionierarbeit beim Echtzeit-Raytracing, sondern integrierten auch die erste Version von DLSS und nutzten dedizierte RT- und Tensor-Kerne für eine optimierte Leistung.

DLSS-Vergleich
Bildquelle: NVIDIA

DLSS funktioniert, indem ein in niedrigerer Auflösung (z. B.720p) gerendertes Bild auf eine höhere Auflösung (z. B.1080p, 1440p oder sogar 4K) hochskaliert wird. Die Effektivität des Verfahrens hängt von der internen Auflösung vor der Hochskalierung ab – höhere interne Auflösungen verbessern die endgültige Bildqualität.

Die erste Version von DLSS stieß aufgrund ihrer mangelhaften Qualität, die sich in Bewegungsunschärfe äußerte, auf Kritik. Nachfolgende Versionen wie DLSS 2 wurden jedoch für ihre überlegene Bildschärfe gelobt, was sogar zu Behauptungen führte, dass hochskalierte Bilder mit nativen Auflösungen konkurrieren könnten. Diese Debatte hält unter Enthusiasten an, doch lässt sich nicht leugnen, dass DLSS für viele PC-Spieler unverzichtbar geworden ist. Einige Kritiker argumentieren, dass die weite Verbreitung dazu geführt hat, dass Entwickler sich zu sehr auf diese Technologien verlassen und dabei die effektive Optimierung ihrer Spiele vernachlässigen.

Wichtige Alternativen zu Nvidia DLSS

AMD FidelityFX Super Resolution

AMD FidelityFX
Bildquelle: AMD

AMDs Antwort auf NVIDIA DLSS, FidelityFX Super Resolution (FSR), bietet mit seinen früheren Versionen (FSR 1–3) herstellerunabhängige Optionen. Während diese Versionen auf AMD-, Intel- und sogar NVIDIA-GPUs zufriedenstellend funktionieren, nutzen neuere Versionen wie FSR 4 AMDs KI-Hardware für ein verbessertes Upscaling. Einige Gamer kritisieren ältere FSR-Versionen, da sie nicht die Qualität von DLSS erreichen, obwohl ihre Kompatibilität mit älteren GPUs ein bemerkenswerter Vorteil ist.

Intel Xe Super Sampling

Intel XeSS
Bildquelle: Intel

Intels Antwort, Xe Super Sampling (XeSS), verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie AMDs Angebot, kam aber später auf den Markt. Neuere XeSS-Versionen unterstützen nun KI-gestütztes Upscaling und Frame-Generierung. Während frühere Versionen in puncto Qualität oft hinter FSR zurückblieben, wird die Performance-Unterschiede in verschiedenen Spielen weiterhin diskutiert, insbesondere da beide Konkurrenten herstellerspezifische KI-Technologien einsetzen.

Apple MetalFX Upscaling

Apple MetalFX
Bildnachweis: Apple

Apples Geräte, von macOS-Computern bis hin zu iOS-Produkten, verfügen nun über eine eigene Upscaling-Technologie namens MetalFX. Dieses System kombiniert KI-beschleunigte Bildverbesserungen und Frame-Generierung und unterstreicht damit Apples Engagement für hochwertige Upscaling-Lösungen, obwohl das Unternehmen später als seine Wettbewerber in diesen Bereich eingestiegen ist.

In-Game-Upscaling-Lösungen

Viele Videospiele bieten zudem eigene, integrierte Optionen zur Auflösungsskalierung. So kommt beispielsweise in Titeln wie Doom Eternal dynamische Auflösungsskalierung zum Einsatz. Andere Spiele der Unreal Engine 4, wie Tekken 8, unterstützen Temporal Super Resolution (TSR), einen enginespezifischen Upscaler, der eine exzellente Bewegungsdarstellung ermöglicht, jedoch nicht immer die makellosen Ergebnisse von High-End-Lösungen wie DLSS 3 im Qualitätsmodus erreicht.

So aktivieren Sie Nvidia DLSS und ähnliche Upscaler

Die Aktivierung von Nvidia DLSS oder einer ähnlichen Upscaling-Funktion ist unkompliziert und ähnelt der Anpassung der Standardgrafikeinstellungen in PC-Spielen. Navigieren Sie in den Spieloptionen zu „Upscaling“ oder einer entsprechenden Einstellung, wählen Sie DLSS, FSR oder Ihre bevorzugte Upscaling-Technologie aus und aktivieren Sie sie.

DLSS-Einstellungsoption

Hier ein kurzer Überblick über die zu berücksichtigenden DLSS/FSR-Modi:

  • Qualitätsmodus: Nutzt ca.66-75 % der internen Auflösung und übertrifft dank KI-Verbesserungen möglicherweise die native Qualität.
  • Ausgewogener Modus: Arbeitet mit einer internen Auflösung von ca.50-58 % und bietet typischerweise einen hervorragenden Kompromiss zwischen Qualität und Leistung.
  • Leistungsmodus: Funktioniert mit etwa 33 % der internen Auflösung, ideal für 4K-Displays oder wenn hohe Bildwiederholraten entscheidend sind.
  • Ultra Performance: Nutzt 25 % der internen Auflösung oder weniger und eignet sich daher für Szenarien, die höchste FPS bei sehr hohen Auflösungen erfordern, wobei jedoch Ghosting auftreten kann.

Ein Überblick über die Frame-Generierung von Nvidia DLSS

NVIDIA DLSS 3 führte die Frame-Generierung ein, eine exklusive Funktion für GPUs der RTX-40-Serie, die mit dem Nachfolger DLSS 4 zur DLSS Multi Frame Generation weiterentwickelt wurde. Leider sind diese Innovationen weiterhin auf die jeweilige GPU-Serie beschränkt, wodurch eine Lücke entsteht, die AMD mit FSR 3 schließen will. FSR 3 ermöglicht die Frame-Generierung unabhängig vom GPU-Hersteller und kann sogar parallel zu DLSS auf NVIDIA-GPUs der RTX-30-Serie verwendet werden, die keine native Unterstützung für Frame-Generierung bieten.

Was genau bewirkt die Frame-Generierung?

Diese Funktion verbessert die visuelle Darstellung des Spiels, erhöht aber nicht dessen Reaktionsfähigkeit. Im Prinzip funktioniert die Frame-Generierung wie eine erweiterte Frame-Interpolation, die mitunter den sogenannten „Soap-Opera-Effekt“ hervorrufen kann, der häufig bei Fernsehern auftritt. Die GPU-integrierte Frame-Generierung wirkt jedoch deutlich natürlicher und kann die visuelle Flüssigkeit eines Spiels potenziell verdoppeln oder mit Multi-Frame-Generierung sogar noch höhere Werte erreichen.

Die Frame-Generierung dient primär der Verbesserung der Bildqualität von Mittelklasse- und High-End-Displays, die zunehmend Bildwiederholraten von 360 Hz oder mehr unterstützen. Bei optimaler Umsetzung, insbesondere auf OLED-Bildschirmen, kann sie beeindruckende Ergebnisse liefern. Dennoch empfiehlt es sich, realistische Erwartungen zu haben; idealerweise sollten Sie mindestens 60 interne Bilder pro Sekunde (FPS) anstreben, bevor Sie diese Funktion aktivieren.

Ist Nvidia DLSS der beste Upscaler?

In vielerlei Hinsicht hat NVIDIA DLSS seinen Konkurrenten seit Jahren einen deutlichen Vorsprung verschafft. Kritiker äußerten Bedenken hinsichtlich einiger generativer KI-Filter in DLSS 5, die als unschöne Verzerrungen des ursprünglichen Grafikstils empfunden wurden. Trotzdem haben DLSS 2 bis DLSS 4 eine KI-gestützte Hochskalierung effektiv implementiert, die die Bildqualität deutlich verbessert.

Bisher fehlte AMDs FSR und Intels XeSS die KI-Beschleunigung, was sie im Vergleich zu DLSS mitunter benachteiligte. Dank der jüngsten Fortschritte dürften Qualitätsunterschiede jedoch weniger wahrnehmbar sein, insbesondere beim Vergleich aktueller Upscaler aller Hersteller.

Es ist wichtig zu wissen, dass selbst Besitzer einer NVIDIA-GPU gute Gründe haben können, Alternativen wie AMD FSR zu nutzen. Beispielsweise bieten manche Spiele wie Final Fantasy XVI die Bildwiederholfrequenz entweder über AMD FSR 3 oder NVIDIA DLSS 4 an, wodurch Nutzer älterer NVIDIA-GPUs auf die Möglichkeiten von DLSS beschränkt sind. In einigen Fällen erlauben Spiele sogar die gleichzeitige Nutzung von DLSS und der entkoppelten FSR-Bildwiederholfrequenz, wobei diese Flexibilität jedoch nicht für alle Spiele gewährleistet ist.

Nutzung von Upscalern ohne Spielunterstützung

Die Antwort ist hier etwas bedingt.

Unterstützt ein Spiel keine modernen Upscaling-Technologien, stößt man auf ein Problem. In diesem Fall bleibt nur die Frame-Generation-Injektion, die jedoch die Eingabeverzögerung nicht reduziert, da sie die Leistung nicht wie echte Upscaling-Mechanismen verbessert.

Wenn ein Spiel zwar einen gängigen Upscaler unterstützt, aber nicht den von Ihnen bevorzugten, können Sie die Verwendung von DLSS, FSR oder einer Kombination aus beidem (z. B.DLSS 3 mit FSR Frame Generation) mithilfe von Tools wie OptiScaler erzwingen. Eine umfassende Anleitung zu OptiScaler würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber im Wesentlichen ermöglicht Ihnen das Tool, Ihren gewählten Upscaler in Spielen zu aktivieren, die die erforderlichen Integrationskriterien erfüllen.

Unterstützen Konsolen Nvidia DLSS oder andere Upscaler?

Konsolen wie die Sony PlayStation 5 und die Microsoft Xbox Series X/S sind nicht mit NVIDIA DLSS kompatibel, da sie AMD-Hardware verwenden. Viele Spiele auf diesen Plattformen nutzen jedoch AMD FSR-Upscaling, und die PS5 Pro verfügt über einen hochmodernen, KI-gestützten PSSR-Upscaler, der in Zusammenarbeit von Sony und AMD für FSR 4 entwickelt wurde.

Im Gegensatz dazu unterstützt die Nintendo Switch 2 eine speziell auf die technischen Einschränkungen des Geräts zugeschnittene Version von NVIDIA DLSS. Trotz dieser Beschränkungen bietet sie eine beachtliche Bildqualität für moderne Spiele.

Quellen & Bilder

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