Denis Dyack erörtert Optimierungsherausforderungen der Unreal Engine 5 und Trends in der Spieleentwicklung.
In einem kürzlich geführten zweistündigen Interview mit KiwiTalkz gab Denis Dyack, der kreative Kopf hinter Titeln wie Eternal Darkness und Legacy of Kain, wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand der Spieleentwicklung, insbesondere in die Optimierung von Spielen mit der Unreal Engine 5. Dyack merkte an, dass sein kommendes Projekt Deadhaus Sonata ursprünglich die Amazon Lumberyard Engine nutzte, nach der Beilegung vorheriger Konflikte um das Spiel Too Human aber nun auf die Technologie von Epic Games umgestiegen ist.
Herausforderungen bei der Spieloptimierung
Dyack betonte, dass die Unreal Engine 5 zwar ein leistungsstarkes Werkzeug sei, das aktuelle Branchenklima jedoch die Optimierung von Spielen behindere. Viele Unternehmen hätten große Teams, in denen sich die einzelnen Mitglieder auf bestimmte Aufgaben spezialisierten – manchmal sogar auf sehr spezifische Elemente wie Grashalme in einer Spielumgebung. Dies führe zu einem Mangel an einheitlicher Steuerung und erschwere es, das reibungslose Zusammenspiel aller Spielkomponenten sicherzustellen.„Die technologische Steuerung ist unglaublich schwierig“, erklärte er, insbesondere wenn Teams aus Hunderten oder sogar Tausenden von Mitarbeitern bestünden, die alle in unterschiedliche Richtungen arbeiteten.
Mit über 35 Jahren Berufserfahrung und der Entwicklung eigener Engines kennt Dyack die damit verbundenen Komplexitäten.„Optimierung ist wirklich schwierig“, bemerkte er und wies darauf hin, dass verschiedene Genres – Rennspiele, Open-World-RPGs oder 2D-Titel – jeweils eigene Optimierungsstrategien erfordern. Die Realität sieht anders aus: Viele Studios haben angesichts des Veröffentlichungsdrucks kaum Zeit für die Optimierung.
Der Stand der Branche
Laut Dyack ist der Zustand der Videospielbranche besorgniserregend, da viele Unternehmen der Optimierung keine Priorität einräumen können.„Spiele werden sogar dann veröffentlicht, wenn sie nicht optimal laufen“, bemerkte er. Er führte diese Herausforderungen auf branchenweite Probleme zurück und sprach von sogenannten „Schwarzen Schwänen“ und einem „Ereignis von existenziellem Ausmaß“, das viele Studios und deren Finanzierung negativ beeinflusst habe.
Dyack verwies insbesondere auf den gescheiterten 2-Milliarden-Dollar-Deal zwischen der Embracer Group und der Savvy Group, der im Mai 2023 scheiterte. Dies hatte erhebliche Folgen, darunter die Entscheidung von Embracer, zahlreiche Studios zu verkaufen und viele Projekte auf Eis zu legen, wodurch der Markt mit ausgereiften Demos überschwemmt wurde, die unabhängige Entwickler weder im Hinblick auf Budget noch auf Ressourcen erreichen können.
Infolgedessen berichtete Dyack von einer erschreckenden Statistik: „50 bis 70 % der unabhängigen und mittelständischen Entwicklerstudios sind komplett vom Markt verschwunden“, oft nach Jahren oder gar Jahrzehnten in der Branche. Dieser Trend macht es kleineren Studios zunehmend schwerer, sich in einem immer wettbewerbsintensiveren Umfeld zu behaupten.
Zukunft der Deathhaus-Sonate
Trotz der aktuellen Herausforderungen in der Branche zeigte sich Dyack dankbar, dass sein Team bei Apocalypse Studios weiterhin operativ tätig ist. Er teilte außerdem mit, dass eine Demo von Deadhaus Sonata ab sofort auf Steam zum Download bereitsteht und eine Early-Access-Version für 19, 99 US-Dollar im Laufe des Jahres erscheinen soll. Die Early-Access-Version wird zunächst die Vampirklasse enthalten; weitere Inhalte und Funktionen werden über einen Zeitraum von 18 Monaten veröffentlicht.
- Insgesamt sieben spielbare Klassen
- Neue Gebiete, Dungeons, Türme und andere Orte
- Hunderte von Tarotkarten und Inschriften
- Zusätzliche Herausforderungen und Erfolge, die mächtige Inschriften freischalten
- Tools zur Erstellung von Inhalten durch die Community
- Optionen zur Charakteranpassung
- Verschiedene Gegnertypen und Bosse
- Erweiterte Handlungsstränge und Quests
- Sprachausgabe, Dialoge und Zwischensequenzen im Spiel
- Soziale Funktionen, einschließlich Text- und Sprachchat
Letztendlich wird die Vollversion von Deadhaus Sonata als Free-to-Play-Titel angeboten, der kosmetische Mikrotransaktionen zur Monetarisierung beinhaltet.
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