Ein Microsoft-Ingenieur behauptet, native Apps feierten ein Comeback und könnten damit den Kampf von Windows 11 gegen Webanwendungen neu entfachen.

Ein Microsoft-Ingenieur behauptet, native Apps feierten ein Comeback und könnten damit den Kampf von Windows 11 gegen Webanwendungen neu entfachen.

Jüngste Äußerungen eines prominenten Microsoft-Ingenieurs deuten auf ein Wiederaufleben nativer Anwendungen hin, was gut zu den Erneuerungsbemühungen des Unternehmens für Windows 11 passt. Diese Entwicklung hat sowohl bei Entwicklern als auch bei Nutzern Interesse geweckt.

Der Windows Store, Microsofts wichtigste Plattform für PC-Anwendungen, verzeichnete einen starken Anstieg an Web-Apps, die insbesondere aufgrund ihrer Sicherheit und Zuverlässigkeit unter Windows 11 beliebt sind. Im Laufe der Jahre hat sich der Microsoft Store deutlich verbessert, seine Leistung gesteigert und eine vielfältige Auswahl an Apps bereitgestellt, die mit verschiedenen Entwicklungsframeworks erstellt wurden.

Indem Microsoft Entwicklern mehr Flexibilität bei der App-Erstellung ermöglichte, hoffte das Unternehmen, mehr Anwendungen in den Microsoft Store zu bringen und so das gesamte Windows 11-Erlebnis zu verbessern.

Viele beliebte Anwendungen – darunter Netflix und WhatsApp – haben sich von nativen Windows-Anwendungen, die ursprünglich mit Frameworks wie WinUI entwickelt wurden, hin zu Progressive Web Apps (PWAs) auf Basis von WebView2 entwickelt. Unsere Tests ergaben, dass die WhatsApp-PWA selbst im Leerlauf bis zu 600 MB RAM auf einem PC mit 8 GB RAM belegen kann.

Die neueste WhatsApp-Version nutzt 600 MB RAM auf einem PC mit 8 GB RAM, während sie nichts tut.

Dieses Problem beschränkt sich nicht auf WhatsApp; auch andere auf Electron basierende Anwendungen wie Discord können bis zu 4 GB RAM verbrauchen, obwohl sie Funktionen zur Verwaltung des Speicherverbrauchs durch einen stillen Neustart der Anwendung beinhalten.

Obwohl PWAs oft ressourcenschonend und einfacher zu implementieren sind, mangelt es ihnen häufig an wichtigen Funktionen wie dem Offline-Zugriff, die bei nativen Apps Standard sind. Nutzer haben auf Plattformen wie Reddit ihre Unzufriedenheit geäußert und den zunehmenden Trend zu PWAs kritisiert, der das Gesamterlebnis von Windows beeinträchtigt.

Microsoft hat diese Bedenken der Nutzer erkannt und Pläne zur Verbesserung des App-Ökosystems innerhalb von Windows 11 initiiert.

Microsofts Strategie zur Anwendungsverbesserung unter Windows 11

Rudy Huyn, ein Partnerarchitekt bei Microsoft, der die Entwicklung des Microsoft Store und des Datei-Explorers betreut, bestätigte, dass das Unternehmen beabsichtigt, vollständig native Anwendungen für Windows 11 zu entwickeln. Obwohl Einzelheiten zum Zeitplan noch nicht bekannt gegeben wurden, ist die Absicht klar.

Kürzlich veröffentlichte David Fowler, ein Microsoft-Ingenieur mit umfassender Erfahrung in. NET und ASP. NET Core, einen Beitrag auf X, in dem er behauptete: „Native Apps sind zurück.“ Dies unterstreicht Microsofts anhaltendes Engagement für die Entwicklung von „100%“ nativen Anwendungen für Windows 11 und die Abkehr von der Dominanz von Web-Wrappern.

Fowlers fundierte Erfahrung und seine Position bei Microsoft verleihen seiner Aussage Glaubwürdigkeit. Seine Aussage deutet auf eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens hin, die darauf abzielt, die Benutzererfahrung nativer Anwendungen unter Windows 11 zu verbessern, nachdem viele native Apps in letzter Zeit durch webbasierte Lösungen ersetzt wurden.

Interne Entwicklungen lassen darauf schließen, dass Microsoft wesentliche Windows 11-Funktionalitäten von webbasierten Komponenten wegverlagert, insbesondere das Startmenü von React-basierten Elementen auf WinUI umstellt, um eine verbesserte Reaktionsfähigkeit und Effizienz zu erzielen.

Obwohl weder Fowler noch Huyn detaillierte Angaben zur Umsetzung dieser Vision machten, dürfte das kürzlich eingeführte. NET 10-Framework eine entscheidende Rolle bei diesem Übergang spielen..NET 10 führt die Funktion „Native AOT“ (Ahead of Time) ein, die die Startzeiten von Anwendungen drastisch verkürzen und gleichzeitig den Speicherverbrauch minimieren soll – sehr zur Erleichterung der Entwickler.

Herausforderungen im Zusammenhang mit WebView und PWAs in Microsoft-eigenen Anwendungen

Microsoft Edge-Paket in der Copilot-App
Microsoft Edge-Paket in der Copilot-App

Die webbasierte Anwendung Copilot beispielsweise wies einen übermäßigen Ressourcenverbrauch auf: Im Hintergrund wurden bis zu 500 MB RAM verbraucht, während der aktive Betrieb sogar 1 GB.

Wenn sich Entwickler für. NET 10 entscheiden, kann dies dazu beitragen, solche ressourcenintensiven Szenarien zu vermeiden und sich von plattformübergreifenden Frameworks wie React Native oder Flutter abzuwenden, die tendenziell auf Webtechnologien angewiesen sind.

Neues Windows 11-Startmenü mit angehefteten Apps, Empfehlungen und Kategorieansicht für alle Apps
Neues Windows 11-Startmenü mit angehefteten Apps, Empfehlungen und Kategorieansicht für alle Apps

Trotz der theoretischen Vorteile nativer Anwendungen steht Microsoft vor der großen Herausforderung, Entwickler davon zu überzeugen, native Lösungen gegenüber webbasierten Anwendungen zu bevorzugen.

Es wird entscheidend sein zu beobachten, ob Microsoft Anreize für die Entwicklung nativer Apps einführt, um eine größere Auswahl an nativen Anwendungen im Microsoft Store zu ermöglichen. Bevor das Unternehmen diese Anreize jedoch schafft, muss es zunächst die konkreten Vorteile seiner neuen Anwendungsinitiativen unter Beweis stellen, indem es seine eigenen Angebote vollständig in native Anwendungen für Windows 11 umwandelt.

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