CWA Canada reicht Beschwerde gegen Ubisoft wegen Schließung des Standorts in Halifax ein, nachdem das Unternehmen Steuersubventionen in Höhe von fast einer Milliarde Dollar erhalten hatte.

CWA Canada reicht Beschwerde gegen Ubisoft wegen Schließung des Standorts in Halifax ein, nachdem das Unternehmen Steuersubventionen in Höhe von fast einer Milliarde Dollar erhalten hatte.

Gewerkschaftsbildung bei Ubisoft Halifax und umstrittene Studioschließung

Im Dezember 2025 sorgte das Ubisoft-Studio in Halifax für Schlagzeilen , als eine deutliche Mehrheit der Belegschaft für die volle gewerkschaftliche Vertretung durch die CWA Canada stimmte. Von den 71 Mitarbeitern des Studios traten 61 der Ortsgruppe 30111 bei und schlossen sich damit anderen Gewerkschaften wie der von Bethesda Game Studios Montreal an. Nur drei Wochen später kündigte Ubisoft jedoch die unerwartete Schließung des Studios in Halifax an, was zur Entlassung aller Mitarbeiter führte. Das Unternehmen betonte, dass diese Entscheidung in keinem Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Abstimmung über die Gewerkschaftsmitgliedschaft stehe.

Reaktion der Gewerkschaft und rechtliche Schritte

Die CWA Canada reagierte umgehend und erklärte, sie werde „alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um sicherzustellen, dass die Rechte dieser Arbeiter geachtet und in keiner Weise verletzt werden“.Dieses Engagement führte dazu, dass die Gewerkschaft beim Arbeitsgericht von Nova Scotia eine offizielle Beschwerde gegen die abrupte Schließung des Studios einreichte. Besorgniserregend sind Berichte aufgetaucht, die darauf hindeuten, dass Ubisoft in den vergangenen fünf Jahren, während es in der Provinz Nova Scotia tätig war, Steuervergünstigungen in Höhe von rund einer Milliarde kanadischer Dollar erhalten hat.

Steueranreize: Ein zweischneidiges Schwert

Es ist üblich, dass Provinz- und Landesregierungen Steuervergünstigungen als Anreiz für Unternehmen gewähren, sich in ihrem Zuständigkeitsbereich anzusiedeln. Ubisoft, bekannt für seine Flaggschiff-Spielreihe Assassin’s Creed, hat diese Anreize in der Vergangenheit erfolgreich genutzt, insbesondere in Québec, wo günstige Steuerbedingungen die Gründung des Büros in Montreal erleichterten.

Bei der Durchsicht von Dokumenten des französischen Senats stellte die Gewerkschaft fest, dass Ubisoft in Kanada mehr Steuervergünstigungen erhalten hatte als in jedem anderen Land – insgesamt mehrere hundert Millionen Euro an Steuergutschriften in den letzten fünf Jahren. CWA Canada hob hervor, dass das Unternehmen zwischen 2020 und 2024 rund 605, 6 Millionen Euro (ca.980 Millionen kanadische Dollar ) von der kanadischen Regierung erhalten hatte.

Forderung nach Rechenschaftspflicht

Gewerkschaftsvertreter Smyth zeigte sich empört: „Es ist ungeheuerlich, dass ein Unternehmen Hunderte Millionen an Steuervergünstigungen – Steuergelder – erhält und dann den Betrieb einstellt und Mitarbeiter entlässt. Wir brauchen sofortige Änderungen, um Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Regeln müssen sicherstellen, dass ein Unternehmen, das schließt oder seine Belegschaft erheblich verkleinert, alle staatlichen Subventionen zurückzahlen muss.“

Vorwürfe gegen Ubisoft

Die kanadische Gewerkschaft CWA ist überzeugt, dass Ubisofts Entscheidung, das Studio in Halifax zu schließen, ein Manöver war, um die Gründung einer Gewerkschaft zu verhindern. Ubisoft behauptet zwar, die Schließung stehe in keinem Zusammenhang mit der Gewerkschaftsgründung, doch die Gewerkschaft argumentiert, die Entscheidung habe die Angestellten völlig überrascht und widerspreche damit Ubisofts Behauptung, die Schließung sei aus finanziellen Gründen unausweichlich gewesen.

Angesichts der angekündigten Betriebsschließung hat der anhaltende rechtliche und öffentliche Druck der kanadischen Gewerkschaft CWA Ubisoft dazu veranlasst, eine Erhöhung der Abfindungszahlungen für die 71 betroffenen Mitarbeiter zu erwägen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Folgen diese Situation haben wird, doch der Druck der Gewerkschaft dürfte Einfluss darauf haben, wie die kanadische Regierung künftig Steueranreize für Unternehmen handhabt.

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