Dass Windows-PCs sich mitten in wichtigen Arbeitsmomenten aktualisieren, sorgt in den sozialen Medien schon lange für Spott und wurde sogar in einer beliebten Netflix-Serie thematisiert. Um dem anhaltenden Frust entgegenzuwirken, hat Microsoft nun reagiert – allerdings nicht durch eine Vereinfachung des Update-Prozesses, sondern durch Hinweise, wie Nutzer unerwartete Systemneustarts verhindern können.
Kürzlich veröffentlichte der Microsoft-Kundendienst auf seinem offiziellen X-Account ein kurzes Tutorial-Video, das die Einrichtung aktiver Arbeitszeiten in Windows erklärt. Diese Funktion ist zwar nicht neu, kam Nutzern, die mit störenden Updates zu kämpfen haben, aber dennoch gerade recht.
Während das Tutorial darauf abzielt, die Benutzererfahrung zu verbessern, löste die ursprüngliche Aussage im Beitrag eine Welle von Kommentaren aus, wobei ein Benutzer erwiderte: „Vielleicht sollte man aufhören, fehlerhafte Updates zu erzwingen“, und die Kritik damit wieder auf Microsoft zurücklenkte.

Aktive Stunden in Windows 11 verstehen
Das Konzept der „aktiven Stunden“ ist fast ein Jahrzehnt alt und wurde erstmals mit Windows 10 eingeführt, um Benutzern zu helfen, Zeiträume anzugeben, in denen sie ihre PCs typischerweise nutzen, damit Windows während dieser Zeiten keinen Neustart durchführt.
Die Intention hinter Active Hours war klar: die durch unerwartete Neustarts aufgrund von Updates verursachten Ärgernisse zu minimieren. Benutzer können einen Zeitraum festlegen (ursprünglich auf 12 Stunden begrenzt, später auf 18 Stunden erweitert), in dem keine automatischen Neustarts erfolgen.

Mit der Veröffentlichung von Windows 11 im Jahr 2021 führte Microsoft die Option zur automatischen Anpassung der aktiven Stunden an die Aktivitätsmuster der Benutzer ein, wobei manuelle Einstellungen weiterhin möglich sind.
Auf meinem Gerät sind die aktiven Stunden automatisch von 7:00 Uhr morgens bis 1:00 Uhr nachts eingestellt, wodurch ein 18-stündiges Arbeitsfenster entsteht. Ironischerweise schreibe ich diesen Beitrag gerade um 2:30 Uhr nachts, was mir vor Augen führt, dass vielen Nutzern ein regelmäßiger Arbeitsrhythmus fehlt.
Diese dynamische Einstellung könnte unter Umständen dazu führen, dass Updates ausgeführt werden, während andere Aufgaben noch laufen. Ich persönlich bin jedoch noch nie auf ein Szenario gestoßen, in dem Windows mir ohne vorherige Benachrichtigung ein Update aufgezwungen hat.
Angesichts der riesigen Nutzerbasis von Windows 11 – die eine Milliarde Nutzer übersteigt – ist es wahrscheinlich, dass einige Nutzer solche Benachrichtigungen ignorieren und infolgedessen die Frustration über unterbrochene Arbeitsabläufe aufgrund ungeplanter Sicherheitsupdates erleben.
Diese Beschwerden über automatische Updates gab es schon vor Windows 11, und obwohl die Einführung der automatischen Anpassung der aktiven Arbeitszeit die Unzufriedenheit der Nutzer möglicherweise verringern sollte, kursierten weiterhin zahlreiche Memes und Beschwerden. Als Reaktion darauf empfiehlt Microsoft den Nutzern nun, ihre Einstellungen für die aktive Arbeitszeit manuell anzupassen, um ungewollte Neustarts während wichtiger Aufgaben zu vermeiden.
Aktive Arbeitszeiten in Windows festlegen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
In einem kürzlich erschienenen Beitrag auf X zeigt Microsoft, wie man die standardmäßige automatische Einstellung für aktive Stunden in eine manuelle Einstellung ändert.
Um Ihre Einstellungen anzupassen, gehen Sie zu Einstellungen > Windows Update > Erweiterte Optionen > Aktive Zeiten.Ändern Sie die Einstellung von „Automatisch“ auf „Manuell“, um Ihre bevorzugten Start- und Endzeiten festzulegen. Dadurch wird verhindert, dass Ihr PC während des ausgewählten Zeitraums automatisch neu startet, um Updates abzuschließen – es sei denn, die Option „Auf dem neuesten Stand halten“ ist aktiviert.

Die Aktivierung der Funktion „Auf den neuesten Stand bringen“ ermöglicht es dem System, neu zu starten – auch während Ihrer festgelegten Nutzungszeiten –, um die Aktualisierungen abzuschließen. Diese Funktion kann verständlicherweise Verwirrung stiften. Wie ein Nutzer aus Russland anmerkte, erscheint diese Funktion möglicherweise überflüssig.
Die Flut negativer Rückmeldungen richtet sich vor allem gegen Microsofts Tendenz, problematische Updates zu veröffentlichen. Die Unzufriedenheit ist so groß, dass Microsoft zugesagt hat, die Leistung und Zuverlässigkeit von Windows bis 2026 zu verbessern und damit direkt auf die Bedenken der Nutzer einzugehen. Viele Nutzer fordern eine klare Option, um Updates vollständig zu deaktivieren.

Die Gegenreaktion führte auch zur Entstehung des Begriffs „Microslop“, der die Unzufriedenheit der Nutzer zum Ausdruck bringt, die zum Teil durch Microsofts jüngste aggressive Integration von KI-Technologien in seine Produkte bedingt ist.

Mit Blick auf die Zukunft plant Microsoft, die Benutzerfreundlichkeit durch eine Reduzierung der KI-Aufdringlichkeit in Windows bis 2026 deutlich zu verbessern. In der Zwischenzeit können Sie, falls Sie Ihr System proaktiv verwalten möchten, verschiedene KI-Funktionen in Windows 11 deaktivieren, ohne auf nicht verifizierte Drittanbieteranwendungen zurückgreifen zu müssen.
Schreibe einen Kommentar