Vergleich der Upscaling-Funktionen von NVIDIA DLSS 4.5 und AMD FSR 4 „Redstone“: Übernimmt Nvidia erneut die Führung?

Vergleich der Upscaling-Funktionen von NVIDIA DLSS 4.5 und AMD FSR 4 „Redstone“: Übernimmt Nvidia erneut die Führung?

Letztes Jahr wurde ein bedeutender Meilenstein im Wettstreit der Upscaling-Technologien erreicht: AMD stellte FSR 4 vor und bot damit nach fast sechs Jahren endlich eine konkurrenzfähige Antwort auf Nvidias DLSS-Technologie (Deep Learning Super Sampling).FSR 4 erhielt positives Feedback von Testern, die es hinsichtlich der Bildqualität im Allgemeinen zwischen DLSS 3 „CNN“ und DLSS 4 „Transformer“ einordneten, allerdings mit einem Leistungsdefizit im Vergleich zu DLSS 4. Die kürzliche Vorstellung von DLSS 4.5 auf der CES 2026 deutet darauf hin, dass Nvidia im Bereich der hochskalierten Bildqualität wieder einen Wettbewerbsvorteil erlangt hat.

Erkundung von DLSS 4.5: Der Transformator der nächsten Generation

DLSS 4.5 bietet gegenüber seinem Vorgänger DLSS 4 zahlreiche Verbesserungen, die zu einer höheren Bildqualität führen. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:

  • Nutzung eines deutlich fortschrittlicheren Transformatormodells der zweiten Generation
  • Ein größerer und verfeinerter Trainingsdatensatz für verbesserte Bildqualität
  • Ein erhöhter Rechenaufwand, der fünfmal so hoch ist wie bei DLSS 4.
  • Unterstützung für FP8-Präzision auf den RTX 4000- und 5000-Serien, wodurch Leistungseinbußen minimiert werden.

Um DLSS 4.5 zu nutzen, können Benutzer die Nvidia-App öffnen, ihr Spiel auswählen, zu den Treibereinstellungen navigieren und unter „DLSS-Überschreibung – Modellvoreinstellungen“ entweder „Voreinstellung M“ (Leistung) oder „Voreinstellung L“ (Ultra-Leistung) auswählen. In diesem Testbericht konzentrieren wir uns auf Voreinstellung M.

Die NVIDIA GeForce Experience-Anwendung zeigt Optionen für „DLSS Override - Modellvoreinstellungen“ an, darunter „Voreinstellung F“ und „Voreinstellung M“ für „Ray Reconstruction“.
DLSS-Modellvoreinstellungen in der Nvidia-Anwendung.

Testframework

Um die neuesten Fortschritte bei den Upscaling-Technologien von Nvidia und AMD präzise zu bewerten, verwendete ich die RX 9060XT 8GB für FSR 4 und die RTX 5060 Ti 16GB für DLSS 4.5. Beide GPUs wurden in ein Testsystem mit folgenden Spezifikationen eingebaut:

  • Intel i7 13700k (optimiert mit den MSI-Leistungseinstellungen)
  • MSI Z790 MPower Mainboard
  • 32 GB (2×16 GB) DDR5 7200 RAM
  • Seasonic Focus V3-GX 1000W Netzteil
  • Arctic Liquid Freezer II 420MM All-in-One-Kühlbox
  • Zwei SN850X 1TB SSDs
  • Windows 11 24H2
  • AMD Radeon Adrenaline Treiber 25.12.1
  • NVIDIA GeForce Game Ready Treiber 591.74

Die für die Tests ausgewählten Spiele enthielten native Implementierungen von FSR 4, die entweder über In-Game-Menüs (z. B.Cyberpunk 2077) oder über Treiber-Updates wie in Clair Obscur: Expedition 33 zu finden waren. Zusätzlich führte ich einen experimentellen Test von Forza Motorsport mit aktiviertem FSR 4 durch, das über Optiscaler mit DLSS-Eingaben realisiert wurde.

Wichtig ist, dass Black Ops 7 die Treibereinstellungen in der Nvidia-App nicht anzeigt, wenn man über den Game Pass darauf zugreift. Um in diesem Fall die M-Voreinstellung zu aktivieren, habe ich DLSS Swapper verwendet. Solche Workarounds sind jedoch für Multiplayer-Titel generell nicht empfehlenswert.

Das Videomaterial wurde mit den integrierten Hardware-Encodern der jeweiligen Grafikkarten aufgenommen, da ich derzeit keine separate Aufnahmekarte besitze. Bitte beachten Sie, dass das mit der 5060 Ti aufgenommene Material in manchen Szenen aufgrund der überlegenen Hardware-Encoding-Fähigkeiten dieser Karte schärfer wirken kann. Alle Spiele wurden in 1440p mit aktiviertem Upscaling im Performance-Modus getestet, was einer internen Auflösung von 720p entspricht.

Leistungseinblicke

Voreinstellung M kann auf Hardware vor der Lovelace-Generation recht rechenintensiv sein, da sie ein natives FP8-Modell verwendet und daher für die Inferenz auf älteren GPUs Konvertierungen in ein anderes Präzisionsformat erfordert. Bei der 5060 Ti ist der Overhead vergleichbar mit dem der Standard-Transformer-Voreinstellungen. FSR 4 weist ähnliche Leistungsmerkmale auf. Da sowohl die RX 9060 XT als auch die 5060 Ti eine vergleichbare Rohrasterisierungsleistung besitzen, profitiert keine der beiden GPUs übermäßig von einer höheren FPS, was einen genaueren Vergleich der Upscaling-Modelle ermöglicht.

Cyberpunk 2077: Eine vergleichende Analyse

Beim Testen von Cyberpunk 2077 stellte ich fest, dass beide Upscaling-Technologien eine vergleichbare Gesamtbildqualität lieferten. Zwar konnte das Upscaling im Performance-Modus bei 1440p die native Qualität nicht erreichen, doch sowohl FSR als auch DLSS lieferten ein brauchbares Bild, wenn auch mit einigen Artefakten.

Elemente wie Neonlichter und strukturierte Wände wiesen ein deutliches Flimmern auf, Kantenglättung wurde jedoch weitgehend unterdrückt. DLSS zeigte insbesondere bei der Behandlung von Verdeckungsartefakten, vor allem bei umgebender Vegetation, eine deutlich bessere Leistung. Während DLSS 4.5 diese Artefakte weniger auffällig machte, traten sie bei FSR 4 selbst bei schnellen Bewegungen stärker hervor. Daher würde ich diesen Vergleich insgesamt als unentschieden werten.

Hogwarts Legacy: Leistungssteigerung

Bei Hogwarts Legacy erweist sich Nvidias DLSS-Lösung als klarer Sieger. Ihre Bildschärfe übertrifft die von FSR dank der aggressiveren Schärfung im M-Preset. Beide Upscaler beherrschen die Geisterbilder gut, FSR hat jedoch Probleme mit Vegetation. Selbst leichte Kameraschwenks erzeugen störendes Hintergrundrauschen, das sich erst nach einem Moment legt.

Dieses Problem besteht bei FSR 4 in verschiedenen Spielen schon länger und deutet auf einen weniger anpassungsfähigen Upscaler hin. Zwar hat auch DLSS Schwierigkeiten mit sich bewegender Vegetation, diese sind jedoch im Vergleich zu FSR deutlich weniger ausgeprägt. Insgesamt bietet DLSS 4.5 in diesem Titel ein besseres Spielerlebnis.

Chiaroscuro: Expedition 33 Evaluation

Als nächstes folgt Clair Obscur: Expedition 33, das in der Vergangenheit aufgrund umfangreicher Bildbearbeitungseffekte, die das Bild unscharf machen, unter einer schlechten nativen Grafik litt. Daher ist die Qualität des Upscalers für dieses Spiel entscheidend.

Hier liefert FSR 4 ein etwas weicheres Bild, während die starke Schärfung der M-Voreinstellung zu einer nahezu nativen Bildqualität führt, wenn man bedenkt, dass die native Darstellung bereits recht schlecht war. Beide Upscaler zeigen keine nennenswerten Geisterbilder, Flimmern oder Treppeneffekte, abgesehen von sichtbaren Spiegelungen, die durch Lumens niedrige Auflösung bedingt sind.

Obwohl beide mit den gleichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der nativen Bildqualität konfrontiert sind, einschließlich Problemen wie Verdeckungsartefakten und Flimmern um Texturen herum, bietet die zusätzliche Schärfung von Preset M in diesem Kontext einen leichten Vorteil, was zu einem knappen Sieg für DLSS führt.

Call of Duty: Black Ops 7 Einblicke

Das Testen von Call of Duty: Black Ops 7 stellte aufgrund des rasanten Spielablaufs eine Herausforderung dar und erforderte eine Einzelbildanalyse, um Qualitätsunterschiede in der Bewegungsdarstellung zu erkennen. Meine Ergebnisse deuten letztendlich darauf hin, dass die beiden Upscaler in diesem Kontext nahezu gleichwertig sind, da beide Lösungen trotz der niedrigen internen Auflösung von 720p Schärfe und Bewegungsdarstellung effektiv erhalten.

Das Videomaterial bestätigte, dass beide Upscaling-Technologien auch bei anspruchsvollen Spielsequenzen ein beeindruckendes Maß an Klarheit und Bewegungsdarstellung beibehalten.

Forza Motorsport: Ein experimenteller Ansatz

Forza Motorsport diente als Testfall, da es FSR 4 nicht nativ unterstützt. Ich nutzte Optiscaler, um FSR 4 über die DLSS-Eingaben des Spiels zu aktivieren. Diese Methode funktionierte zuvor einwandfrei bei einer Auflösung von 1440p und FSR-4-Qualität mit einer anderen GPU.

Überraschenderweise führte die Verwendung des 1440p-FSR-4-Performance-Modus zu einem deutlichen Qualitätsverlust. Dies war unerwartet, da FSR 4 normalerweise selbst im Performance-Modus hervorragende Ergebnisse liefert. Es traten Bildfehler wie Geisterbilder von Autorücklichtern auf, was für FSR 4 untypisch ist. Insgesamt verdeutlicht diese Erfahrung die Bedeutung offizieller Unterstützung für Upscaling-Technologien, da Community-basierte Lösungen zu inkonsistenten Ergebnissen führen können.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Ergebnisse dieses Titels in gewisser Weise subjektiv sind, da die implementierte FSR 4-Version nicht offiziell unterstützt wurde.

Schlussfolgerung: DLSS 4, 5 vs. FSR 4

Nach der Auswertung von fünf Spielen mit 1440p-Performance-Upscaling und den Voreinstellungen DLSS 4.5 M sowie FSR 4 zeigt sich, dass DLSS in vielen Fällen einen leichten Vorteil bietet. Die aggressive Schärfung der Voreinstellung M verbessert Spiele mit weniger nativ kontrastierender Grafik und verschafft DLSS damit einen Vorteil.

Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass DLSS keine umfassende Lösung für alle Spiele darstellt; die Bildqualität ist im Allgemeinen mit FSR 4 vergleichbar. Ein wesentlicher Vorteil von DLSS ist die robuste Spielunterstützung. Obwohl Tools wie Optiscaler die Integration von FSR 4 in Titel ohne native Unterstützung ermöglichen, wie das Forza Motorsport-Experiment gezeigt hat, kann die Benutzererfahrung stark variieren und die Erwartungen möglicherweise nicht erfüllen.

Quellen & Bilder

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