Copilot+ PCs sind insofern interessant, als sie dank Small Language Models über integrierte generative KI-Funktionen verfügen, die lokal ausgeführt werden. Das ist ein deutliches Alleinstellungsmerkmal, insbesondere da die meisten Nutzer KI-Funktionen gewohnt sind, die Cloud-Verarbeitung benötigen. Generatives Löschen ist eine dieser praktischen Funktionen, die allen Windows 11-Nutzern zur Verfügung steht – ohne Insider-Builds oder zusätzliche Mitgliedschaften. Wenn Sie es leid sind, unerwünschte Elemente auszuschneiden oder Objekte schnell zu entfernen, spart Ihnen diese Funktion einen Arbeitsschritt, bevor Sie auf Drittanbieter-Apps oder Online-Tools zurückgreifen, die – seien wir ehrlich – mitunter unseriös sein oder das Hochladen sensibler Bilder erfordern.
Die Funktion ist bereits in die Microsoft Fotos-App integriert – genau die App, die Sie wahrscheinlich schon seit Ewigkeiten nutzen. Das Tolle daran? Sie benötigen keine ständige Internetverbindung und können die Funktion beliebig oft kostenlos ausprobieren. Es handelt sich dabei nicht um ein aufwendiges, kostenpflichtiges Tool wie die Bildbearbeitungsfunktion; sie ist direkt in die App integriert und wartet nur darauf, aktiviert zu werden.
So verwenden Sie die generative Löschfunktion in MS Paint unter Windows 11
Jetzt wird es etwas kurios. Anders als andere Bearbeitungswerkzeuge erscheint die Funktion „Generatives Löschen“ nicht als eigenes Symbol oder Button. Sie wird erst angezeigt, wenn Sie das Auswahlwerkzeug verwenden – dieses finden Sie im Menü „Werkzeuge“. Wählen Sie also zuerst den Bereich des Bildes aus, den Sie entfernen möchten. Anschließend erscheint ein neues Löschsymbol direkt neben dem Symbol für den Hintergrundentferner in der Symbolleiste. Typisch Windows-UI-Wunder, oder? Denn natürlich muss Microsoft es unnötig kompliziert machen.
Ich habe das beispielsweise mit einem Foto eines Kletterers mit Gurt getestet. Mit dem Freihand-Auswahlwerkzeug habe ich den Gurt ausgeschnitten und anschließend auf das Löschsymbol geklickt. Der Vorgang dauerte etwa 30 Sekunden, das Ergebnis war aber nicht sofort brauchbar. Der Gurt überlappt das Seil, was ein sauberes Entfernen erschwert. Manchmal entstehen seltsame Artefakte oder das Bild wirkt uneinheitlich. Das Ergebnis hängt stark von der Komplexität des Hintergrunds ab.
Dann probierte ich eine einfache Grafik mit vier Werkzeugen aus, wählte eines zum Entfernen aus, und siehe da – der Hintergrund verschmolz wunderbar, fast nahtlos. Das war befriedigend. Anschließend nahm ich mir eine größere Herausforderung vor: einen Skateboarder vor einem unruhigen Hintergrund mit verschiedenen Fokuspunkten, Personen, Schildern und so weiter. Das Entfernen des Hintergrunds hinter der Person funktionierte gut, aber der wiederholte Versuch, das Skateboard oder andere Elemente zu löschen, führte zu einem verschwommenen, trüben Bild, insbesondere wenn die Hintergrunddetails unterschiedliche Schärfe und Tiefe aufwiesen. Das Schild in der oberen Ecke zu entfernen? Kein Problem, es verschmolz in diesem Fall ziemlich gut. Es kommt eben darauf an, wie unruhig oder komplex der Hintergrund ist.
Urteil
Dieses KI-basierte Entfernungstool eignet sich am besten für einfache Objekte, die klar vom Hintergrund abgegrenzt sind. Bei komplexen Szenen oder detaillierten Hintergründen stößt es an seine Grenzen – manchmal gelingt es, manchmal hinterlässt es aber nur einen seltsamen, verschwommenen Rest oder eine sichtbare Unschärfe. Die Hintergründe, die es tatsächlich anpasst, sind zwar nicht perfekt, aber besser als manuelle Bearbeitung oder das Hochladen in einen Online-Editor. Erwarten Sie dennoch noch keine perfekte Kopierstempelung oder professionelle Ergebnisse. Microsoft muss die KI-Anpassung wahrscheinlich noch etwas optimieren, aber für die schnelle Entfernung bei gelegentlichen Bildbearbeitungen ist sie durchaus praktisch.
- Eignet sich gut für saubere Schnitte einfacher Gegenstände
- Schwierigkeiten mit überlappenden oder komplexen Hintergründen
- Kein Internetanschluss erforderlich, daher datenschutzfreundlich
- Benötigt ein aktuelles Update der Fotos-App.