Sie möchten also Remote Desktop unter Windows 10 einrichten, sind aber wegen der Sicherheit besorgt – insbesondere, weil der Standardport 3389 bekannt und daher ein beliebtes Ziel für Brute-Force-Angriffe ist. Die Änderung des Ports erscheint sinnvoll, um die Sicherheit zu erhöhen, aber ehrlich gesagt, fühlt sich das Herumexperimentieren mit Registry-Einstellungen immer etwas riskant an, vor allem, wenn man sich damit nicht so gut auskennt. Hier ist jedenfalls ein relativ einfacher Ansatz mit einigen Einblicken in die Vorgänge im Hintergrund. Auf einem Rechner hat es bei mir funktioniert, auf einem anderen waren ein paar Versuche oder ein Neustart nötig – denn Windows muss sich in solchen Dingen natürlich besonders geheimnisvoll verhalten.
So ändern Sie den Remotedesktop-Port (RDP) unter Windows 10
Öffnen Sie den Registrierungseditor und suchen Sie den richtigen Schlüssel.
- Drücken Sie Win + R, um das Ausführen-Fenster zu öffnen, geben Sie dann den Befehl ein
regeditund drücken Sie die Eingabetaste. Wenn die Benutzerkontensteuerung Sie dazu auffordert, klicken Sie auf Ja. - Navigieren Sie zu diesem Pfad: HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Control\Terminal Server\WinStations\RDP-Tcp
Hier speichert Windows die Portnummer für RDP. Sie lässt sich durch Bearbeiten eines einzigen Wertes ändern, aber Vorsicht: Die Bearbeitung der Registry ist nichts für Anfänger. Sichern Sie Ihre Registry daher vorsichtshalber, bevor Sie beginnen.
Ändern Sie die Portnummer in der Registrierung.
- Suchen Sie auf der rechten Seite den Wert mit der Bezeichnung PortNumber.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf PortNumber und wählen Sie Ändern.
- Stellen Sie sicher, dass die Option „Dezimal“ ausgewählt ist – der Standardwert sollte 3389 sein, was ziemlich leicht zu erkennen ist.
- Geben Sie die neue Portnummer ein. Sie muss zwischen 1025 und 65535 liegen, da Ports unter 1024 reserviert sind. Wenn Sie beispielsweise 33000 ausprobieren möchten, geben Sie diese Nummer ein.
Hinweis: Wenn Sie den Port ändern, denken Sie daran, auch Ihre Firewall-Regeln zu aktualisieren. Andernfalls kann es zu einem Verbindungsabbruch kommen, was sehr ärgerlich sein kann.
Aktualisieren Sie die Windows-Firewall, um den neuen Port zuzulassen.
- Öffnen Sie die Systemsteuerung und gehen Sie dann zu System und Sicherheit > Windows Defender Firewall > Erweiterte Einstellungen.
- Klicken Sie auf „ Eingehende Regeln“ und suchen Sie dann die Regel für Remote Desktop – in der Regel mit dem Namen „ Remote Desktop (TCP-In) “.
- Doppelklicken Sie darauf und wechseln Sie dann zur Registerkarte „Protokolle und Ports“.
- Klicken Sie auf „Spezifische Remote-Ports“ und geben Sie dort Ihre neue Portnummer ein.
- Klicken Sie auf OK und wiederholen Sie den Vorgang gegebenenfalls für ausgehende Regeln.
Starten Sie Ihren Computer neu, um die Änderungen anzuwenden.
Ja, ein Neustart ist erforderlich. Windows liest diese Registrierungseinstellungen offenbar nur beim Start, daher sollten Sie diesen Schritt nicht überspringen. Danach sollte Ihr Server auf dem neuen Port lauschen.
Testen Sie die neue Konfiguration
- Starten Sie den Remotedesktopclient ( mstsc ) von einem anderen Rechner aus.
- Geben Sie Ihre IP-Adresse, gefolgt von einem Doppelpunkt und der Portnummer, ein, z. B.
192.168.1.10:33000. - Klicken Sie auf „Verbinden“ und prüfen Sie, ob es funktioniert. Falls nicht, überprüfen Sie die Registry-Änderung, die Firewall-Regeln und stellen Sie sicher, dass der Port nicht anderweitig blockiert wird (z. B.von Ihrem Router).
Passen Sie bei Bedarf Ihre bestehende RDP-Verknüpfung an.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre bestehende Remote-Desktop-Verknüpfung und wählen Sie Bearbeiten.
- Suchen Sie im Reiter „Allgemein “ nach dem Feld „Computer“.
- Ändern Sie die Adresse so, dass sie den benutzerdefinierten Port enthält, etwa so
192.168.1.10:33000: - Speichern Sie die Verknüpfung und versuchen Sie dann erneut, eine Verbindung herzustellen, um dies zu bestätigen.
Nur zur Info: Wenn Sie den Port ändern, müssen Sie möglicherweise auch die Portweiterleitungsregeln Ihres Routers anpassen. Im Heimnetzwerk ist das meist kein Problem. In einem Unternehmen oder einer besonders sicherheitsrelevanten Umgebung sollten Sie jedoch Ihren Netzwerkadministrator fragen (oder hoffen, dass Ihr Router benutzerdefinierte Ports unterstützt).Denken Sie in jedem Fall daran: Sicherheit bedeutet mehr als nur Portänderungen. Verwenden Sie sichere Passwörter, halten Sie Windows auf dem neuesten Stand und ziehen Sie VPNs in Betracht, wenn Ihnen Ihre Sicherheit wichtig ist.
Zusammenfassung
- Sichern Sie Ihre Registry, bevor Sie Änderungen vornehmen.
- Navigieren Sie zu HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Control\Terminal Server\WinStations\RDP-Tcp.
- Bearbeiten Sie PortNumber, um einen benutzerdefinierten Wert einzugeben.
- Erlauben Sie den Zugriff auf den neuen Port durch die Windows-Firewall.
- Starten Sie das System neu und testen Sie die Verbindung mit dem neuen Port.
Zusammenfassung
Den RDP-Port zu ändern ist zwar keine Raketenwissenschaft, aber auch nicht ganz einfach. Es erhöht die Sicherheit, was zwar etwas umständlich sein kann, sich aber lohnt, wenn man sich vor Brute-Force-Angriffen schützen will. Vergessen Sie nur nicht die Firewall- und Router-Einstellungen, sonst werden Sie ewig ratlos sein. Ich hoffe, das hilft jemandem, sich ein paar Probleme zu ersparen. Daumen drücken, dass dies einen weiteren Schritt für Ihre Remote-Einrichtung bedeutet.