SMIC wurde angeblich beim Versuch erwischt, TSMC-Ingenieure in ihrer Heimatstadt anzuwerben

SMIC wurde angeblich beim Versuch erwischt, TSMC-Ingenieure in ihrer Heimatstadt anzuwerben

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SMIC unter Beobachtung: Taiwan untersucht Abwerbung von Talenten

Die chinesische Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC), der führende Chiphersteller des Landes, ist Gegenstand von Ermittlungen der taiwanesischen Behörden wegen des Verdachts, Ingenieure und Fachkräfte aus Taiwan abzuwerben. SMIC spielt eine zentrale Rolle bei Chinas Ziel, eine autarke Halbleiter-Lieferkette aufzubauen. Die anhaltenden US-Sanktionen haben die Fähigkeit des Unternehmens jedoch erheblich beeinträchtigt, die für die Produktion von Chips unter 7 Nanometern erforderliche moderne Fertigungsausrüstung zu erwerben. Berichten zufolge haben große chinesische Unternehmen, darunter Huawei, ihre Bemühungen verstärkt, Fachkräfte aus den Niederlanden, dem Sitz des Chipherstellers ASML, anzuwerben.

Auswirkungen der US-Sanktionen auf SMIC

Die US-Beschränkungen haben SMICs Zugang zu Lithografieanlagen für Extrem-Ultraviolett (EUV) erschwert, die für die Produktion von Hightech-Chips unerlässlich sind. Obwohl einige Quellen berichten, dass SMIC mit anderen chinesischen Unternehmen zusammenarbeitet, um eigene EUV-Technologien zu entwickeln, dürften diese Bemühungen nicht rechtzeitig Früchte tragen, um mit den fortschrittlichen Fertigungskapazitäten westlicher Unternehmen, darunter dem taiwanesischen Unternehmen TSMC, konkurrieren zu können.

Taiwans taktische Reaktion

In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung gab das taiwanesische Ermittlungsbüro bekannt, dass es seine Bemühungen zur Eindämmung der Personalrekrutierung durch SMIC und ähnliche Unternehmen intensiviert habe. Die Behörden behaupten, SMIC habe in Taiwan eine Scheinfirma mit Sitz in Samoa gegründet, die angeblich lokale Vorschriften umgehen und taiwanesische Talente für seine Niederlassungen in China gewinnen wolle.

Operationen und Razzien in Taiwan

SMIC-Chiphersteller
Gegen SMIC wird wegen Abwerbung von Talenten ermittelt.

SMIC wurde insbesondere in Hsinchu, Taiwans Technologiezentrum, gegründet, wo sich auch der Hauptsitz und die hochmodernen Produktionsanlagen von TSMC befinden. Die taiwanesischen Behörden betonen, dass die Abwerbung von Ingenieuren von TSMC, dem weltweit größten Chip-Auftragsfertiger, ein strategisches Ziel für SMIC war.

Verstärkte Ermittlungstätigkeit

Allein im März führten taiwanesische Ermittler Razzien in elf Unternehmen an 34 Standorten durch und befragten rund 90 Personen. Das Amt betonte, dass Fachkräfte in relevanten Branchen zunehmend zum Ziel chinesischer Unternehmen werden und wies darauf hin, dass es seit 2020 rund 100 ähnliche Fälle untersucht habe.

Herausforderungen in der Chipherstellung

Einem aktuellen Regierungsdokument zufolge hinkt China bei der Entwicklung eigener Chip-Fertigungstechnologien den westlichen Kapazitäten um mindestens 15 Jahre hinterher. Neben SMIC hat Huawei Berichten zufolge auch verstärkt versucht, Mitarbeiter von Carl Zeiss abzuwerben, einem Hersteller von Speziallinsen, die für die Herstellung moderner Chips unerlässlich sind.

SMIC ist zwar in der Lage, 7-Nanometer-Chips zu produzieren, doch der fehlende Zugang zu hochmodernen EUV-Maschinen erschwert die Optimierung des Herstellungsprozesses. Infolgedessen bleibt die Ausbeute – der Anteil verwertbarer Chips aus Silizium-Wafern – niedrig, was SMIC vor erhebliche operative Herausforderungen stellt.

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