Microsoft verfolgt derzeit eine innovative Initiative namens „Project Strong ARMed“, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Stellenausschreibung für einen Senior Software Engineer in der Abteilung Experiences & Devices (E+D) in Reading, Großbritannien, hervorgeht. Ziel dieses Projekts ist die Weiterentwicklung der etablierten x64-Projekte des Unternehmens für die ARM64-Architektur und signalisiert damit eine neue Richtung für die technologische Entwicklung von Microsoft.
Das genaue Ziel von „Project Strong ARMed“ ist noch unklar – ob es sich primär an Endverbraucher-PCs oder Unternehmenslösungen richtet –, doch birgt es großes Potenzial für die Verbesserung der Kompatibilität mit ARM64-Plattformen. Erkenntnisse aus Windows Latest deuten darauf hin, dass der Fokus eher auf Cloud-Anwendungen als auf Desktop-Umgebungen liegen könnte, endgültige Schlussfolgerungen lassen sich jedoch noch nicht ziehen.
Trotz einiger Skepsis im Anschluss an die Kontroverse um den Einsatz von KI in Rust für die Entwicklung von Windows 11 ist es wichtig zu betonen, dass diese Initiative nur ein Aspekt der umfassenderen Strategie von Microsoft ist. Sie deutet nicht auf einen grundlegenden Wandel der Entwicklungsphilosophie des Unternehmens hin.
In der Stellenbeschreibung erläutert Microsoft Folgendes:
„Als Senior Software Engineer im Projekt Strong ARMed werden Sie Teil einer strategischen Initiative sein, die den Übergang von Microsoft zur ARM64-Architektur im gesamten E+D-Bereich (Experiences & Devices) beschleunigen soll.“
Obwohl die genaue Anzahl der für „Project Strong ARMed“ eingesetzten Mitarbeiter nicht bekannt gegeben wurde, unterstreicht Microsofts beträchtliche Investition in dieses Projekt dessen Bedeutung. Die Entwicklung von Windows auf ARM64 verläuft zwar noch nicht reibungslos, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung, da Verbraucher die höhere Leistung und Akkulaufzeit ARM-basierter Systeme schätzen.

Viele Branchenbeobachter sehen den Erfolg von Windows auf ARM64 als einen entscheidenden Faktor für die Diversifizierung des aktuellen CPU-Marktes, der stark von Intel und AMD dominiert wird.
Darüber hinaus führt Microsoft Folgendes aus:
„Diese Rolle ist von zentraler Bedeutung für die Einführung des Microsoft-eigenen Siliziumchips Cobalt 100, indem KI-Agenten und Automatisierung genutzt werden, um bestehende x64-Workloads auf ARM-kompatible Systeme zu portieren.“
„KI-gestützte Softwareentwicklungsagenten entwickeln und einsetzen, die automatisch Codebasen von x64 auf AnyCPU und von Windows auf Linux portieren.“
Anwendungen für ARM64-Kompatibilität optimieren
Traditionell wurden Microsoft-Dienste und interne Prozesse für die x64-Architektur (Intel oder AMD) entwickelt. Auf ARM64-Systemen treten jedoch aufgrund der grundlegenden Unterschiede in der CPU-Architektur Kompatibilitätsprobleme auf. Die Portierung von Anwendungen ist eine komplexe Aufgabe, insbesondere bei umfangreichen Codebasen, die Windows und seinen internen Tools zugrunde liegen.

Ziel ist es hier nicht nur, Programme neu zu kompilieren, sondern Codebasen effektiv von x64 auf AnyCPU zu migrieren, insbesondere für ARM64. Dies dürfte vorwiegend den Anforderungen von Unternehmen oder den Spezifikationen von Windows Server dienen, letztendlich aber auch Endverbrauchern zugutekommen, da Serverentwicklungen in der Regel weitreichende Auswirkungen haben.
Die Umstellung auf ARM64 ist jedoch keine einfache Aufgabe. Microsoft ist sich bewusst, dass Zeit in die Anpassung x64-spezifischer Codepfade, nativer Bibliotheken, Treiber, Build-Skripte und Leistungsbewertungen investiert werden muss. Dies könnte sich bei manueller Vorgehensweise und begrenztem Budget als langwierig erweisen. Die Stellenanzeige deutet jedoch auf eine Strategie zur Beschleunigung des Prozesses hin.
Microsoft plant, KI-gesteuerte „Software-Engineering-Agenten“ einzusetzen, die bei der Konvertierung von Code helfen und Pull-Requests erleichtern sollen, um die Portierungsbemühungen zu optimieren.
Entwicklung von KI-Agenten für die Code-Portierung
Die Stellenanzeige verdeutlicht Microsofts Ambitionen,
„KI-gestützte Softwareentwicklungsagenten entwickeln und einsetzen“,
- Festlegung von Repository-Bereichen für nicht portable Codeabschnitte.
- Modifizierung des Codes und der zugehörigen Build-Dateien.
- Ersetzen nicht unterstützter APIs oder Bibliotheken.
- Aktualisierung der Continuous-Integration-Pipelines.
- Generierung von Pull-Requests mit übersichtlichen Unterschieden und Erklärungen.
- Tests durchführen und basierend auf Feedback iterativ vorgehen.
Blick in die Zukunft
Der Inhalt der Stellenanzeige deutet auf eine enge Verbindung zu Microsoft Azure hin, was nahelegt, dass diese Initiative speziell auf Windows in der Cloud und weniger auf die Consumer-Version von Windows zugeschnitten sein könnte. Fortschritte im Zusammenhang mit ARM64 dürften jedoch dem gesamten Microsoft-Ökosystem zugutekommen.
Microsoft betont, dass die Optimierung für ARM64 entscheidend für die Weiterentwicklung interner Tools und Services sowie für die Verbesserung von Plattformen wie Microsoft 365 und Copilot im kommenden Jahrzehnt ist. Es sei nochmals hervorgehoben, dass dieses Projekt die Vision eines bestimmten Teams innerhalb von Microsoft widerspiegelt und nicht die strategische Gesamtausrichtung des Unternehmens.
Wie in der Stellenanzeige vermerkt, ermutigt Microsoft die Kandidaten,
„Dienstabhängigkeiten und ARM64-Kompatibilität bewerten und zur Entwicklung von KI-Agenten (z. B.Chronicle, Bandish) beitragen, die Pull-Anfragen für die Portierung der Codebasis generieren.“
Schreibe einen Kommentar