Jüngste Behauptungen von Entwicklern legen nahe, dass GitHub von Copilot generierte Werbung in Pull Requests angezeigt hat, was Kontroversen auslöste. Microsoft hat diese Behauptungen zurückgewiesen und versichert, dass es keine Absicht habe, Werbung in GitHub zu integrieren. Laut dem Technologiekonzern handelte es sich bei den Fällen, in denen Copilot werbeähnliche Vorschläge unterbreitete, lediglich um einen Fehler und nicht um eine bewusste Werbemaßnahme.
Dieses Problem erregte Aufmerksamkeit, nachdem Zach Manson, ein Softwareentwickler aus Melbourne, am 30. März einen von Copilot generierten Werbevorschlag in seinem Pull Request entdeckt hatte. Der Produkttipp, der einer Werbung ähnelt, erschien unerwartet, als ein Teammitglied Copilot bat, einen Fehler im Request zu beheben.

Trotz der allgemeinen Nützlichkeit von GitHub Copilot zur Verbesserung der Pull-Request-Qualität fand Manson es alarmierend, dass eine scheinbare Werbung für Copilot-Funktionen sowie für ein Drittanbieter-Tool namens Raycast in den Kommunikationsverlauf eingefügt wurde. Seine Reaktion war offen: „Das ist entsetzlich. Ich wusste, dass so ein Mist irgendwann passieren würde, aber nicht so schnell“, schrieb er in seinem Blogbeitrag.
Nachdem Mansons Erkenntnisse auf Hacker News viral gingen, dementierten die Entwickler von Raycast umgehend jegliche Werbevereinbarung mit Microsoft.
Klarstellung von Microsoft: „Keine Werbung auf GitHub“
In einer offiziellen Stellungnahme bestätigte Microsoft gegenüber Windows Latest, dass derzeit keine Werbung in GitHub-Pull-Requests getestet wird. Das Unternehmen verwies auf einen Fehler, der dazu führte, dass von Copilot generierte Produktvorschläge – darunter einer mit dem Hinweis auf Raycast – fälschlicherweise in von Menschen erstellten Pull-Requests erschienen, wenn Entwickler Copilot zur Codeänderung nutzten.
„GitHub schaltet keine Werbung und plant dies auch in Zukunft nicht“, erklärte Martin Woodward, Vizepräsident für Entwicklerbeziehungen bei GitHub. Er erläuterte, dass ein Programmierfehler dazu geführt habe, dass bestimmte Copilot-Tipps fälschlicherweise in den Kommentaren von Pull Requests angezeigt wurden. Das Team unternimmt Schritte, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden, indem diese Tipps aus den Kommentaren entfernt werden.
Diese Klarstellung steht im Einklang mit einer kürzlich erfolgten Ankündigung von GitHub vom 24. März, in der detailliert beschrieben wurde, wie Nutzer Copilot direkt in ihre Pull Requests einbinden können, um Änderungen vorzuschlagen. In der Ankündigung wurde erwähnt, dass Copilot die Möglichkeit bietet, neue Pull Requests auf Basis bestehender zu erstellen.
Laut Microsoft-Quellen war dieses ungewöhnliche Verhalten unbeabsichtigt und hängt mit einer neuen Funktion von GitHub zusammen, die es dem KI-Tool ermöglicht, Änderungen an bestehenden Pull Requests vorzuschlagen. Offenbar wurde beim Einsatz von Copilot durch einen Entwickler versehentlich ein Produkttipp mit Verweisen auf ein Drittanbieter-Tool im Hauptkommentar des Pull Requests angezeigt.
Als Folge dieser Entwicklungen hat Microsoft das Problem als Programmierfehler identifiziert und Maßnahmen ergriffen, um das Auftreten dieser Tipps in Pull-Request-Kommentaren künftig zu vermeiden.
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