In einer überraschenden Wendung hat Microsoft in Windows 11 eine interessante Funktion eingeführt, die den Copilot-Assistenten während der Installation integriert. Diese Integration wurde nur eine Woche nach Berichten entdeckt, die nahelegten, dass Microsoft die Copilot-Funktionen einschränken würde. Nutzer können nun während der Systemeinrichtung ohne Microsoft-Konto mit Copilot interagieren.
Windows-Experte Rafael Rivera enthüllte diese Funktion erstmals im Rahmen eines Windows-11-Updates. Er teilte Screenshots auf X, die neben dem Installationsfortschritt ein Panel mit der Aufschrift „Copilot unter Windows erkunden“ zeigten. Besonders auffällig ist die blaue Schaltfläche „Jetzt testen“, die beim Anklicken die Copilot-Chatoberfläche öffnet und so eine Vorschau der Funktionen ermöglicht.

Zur Einordnung: Die Windows-Startseite (Out-of-Box-Experience, OOBE) ist bereits reich an Werbeinhalten, darunter Fenster mit Hinweisen auf Funktionen wie das Speichern von OneDrive-Dateien und Angebote für eine Microsoft 365-Testversion. Die neueste Ergänzung Copilot sticht jedoch durch ihre interaktive Chat-Funktion hervor.
Copilot-Aktivierung während Windows-Updates
Wichtig zu wissen ist, dass Copilot bei einer Standardinstallation von Windows nicht verfügbar ist. Dieser KI-Assistent erscheint stattdessen ausschließlich dann, wenn die Ersteinrichtung (OOBE) mit einem Update zusammenfällt.
Windows-OOBE verstehen
Die Ersteinrichtung (Out-of-Box Experience, OOBE) ist für die Konfiguration Ihres Windows-Systems bei der ersten Verwendung unerlässlich. Hier legen Benutzer ihre Sprache und Region fest, stellen Verbindungen zu Netzwerken her, erstellen Konten und sehen sich Werbeinhalte an. Windows hält in dieser Phase auch an, um nach Updates zu suchen, bevor der Desktop angezeigt wird. Dies kann Folgendes umfassen:
- Essenzielle Firmware-Updates vom Hersteller (wie BIOS/UEFI und Treiber).
- Kumulative Updates, die sicherstellen, dass die Installationsmedien auf dem neuesten Stand sind und die Systemleistung verbessern.
- Funktionsaktivierungspakete, die versteckte Funktionen in Windows aktivieren.
Falls ein Update erforderlich ist, müssen Sie mit einer zusätzlichen Wartezeit von etwa 30 Minuten für Downloads und Installationen rechnen. Die neue Copilot-Integration scheint darauf ausgelegt zu sein, die Nutzer während dieser Wartezeit zu beschäftigen.
Copilot ohne MSA verwenden
Während des Einrichtungsprozesses (OOBE) prüft Windows vor der Anmeldung auf Updates, sodass Benutzer auch ohne Microsoft-Konto auf Copilot zugreifen können. Sie können die Funktionen von Copilot erkunden und entdecken dabei eine Benutzeroberfläche, die der Standard-Copilot-Anwendung sehr ähnlich ist.
Durch Klicken auf die Schaltfläche „Jetzt testen“ gelangen Nutzer zur bekannten Copilot-Chatoberfläche, die in der linken Seitenleiste verschiedene KI-Funktionen anzeigt. Diese optimierte Interaktion findet statt, während Windows aktiv installiert wird.

Die Interaktion mit Copilot umfasst Chatfunktionen und sogar die Erstellung von Bildern, ähnlich wie bei seinen typischen Funktionen. Interessanterweise sollte die Copilot-App, da sie als Web-Wrapper fungiert, die Systemressourcen während der Installation nicht wesentlich belasten.
Neben der Copilot-Oberfläche können Benutzer den Fortschritt der Installationsaktualisierungen verfolgen. Nach Abschluss der Aktualisierungen können sie über die Schaltfläche „Zurück“ ihren PC neu starten, während die Interaktion mit Copilot weiterhin möglich ist.

Microsoft scheint die Nutzer strategisch dazu zu ermutigen, Copilot auszuprobieren, während sie auf den Abschluss ihrer PC-Updates warten, möglicherweise mit dem Ziel, die Nutzung des KI-Assistenten durch die Nutzer zu steigern, wenn sie an den Desktop zurückkehren.
Im Gegensatz zum veralteten KI-Assistenten Cortana, der in Windows 10 integriert war, ist Copilot derzeit nicht Teil der Standardinstallationen oder -updates. Cortana erforderte früher die Interaktion der Nutzer während der Einrichtung, was damals gemischte Reaktionen hervorrief.

Microsoft ist sich wahrscheinlich bewusst, dass viele Nutzer die Copilot-Funktion innerhalb der OOBE nicht begrüßen werden. Die Bemühungen des Unternehmens, die Interaktion mit der KI zu fördern, unterstreichen jedoch das Bestreben, die Art und Weise, wie Nutzer während der Einrichtung mit Technologie interagieren, zu innovieren.
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