Electron-Anwendungen werden von Windows-11-Nutzern zunehmend als problematisch angesehen. Insbesondere Brendan Eich, der Erfinder von JavaScript, äußerte sich besorgt über den Trend, „schnell entwickelte Web-UX gegenüber nativen Anwendungen“ zu priorisieren. Trotz dieser Kritik hält Microsoft an seiner Strategie fest und fördert die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in Electron-Anwendungen. Kürzlich bekräftigte das Unternehmen sein Engagement, Windows 11 mit KI-Funktionen auszustatten und lud Electron-Entwickler ein, diese Technologien für Innovationen zu nutzen.
In einer Nachricht auf X rief Microsoft alle Electron-Entwickler dazu auf: „Bereit, KI-Funktionen direkt auf dem Gerät in Ihre Electron-Apps zu integrieren?“ Das Unternehmen hob außerdem seine Initiative hervor, Entwickler in der Erstellung von Anwendungen zu schulen, die die KI-Funktionen von Windows 11 nutzen.
Es scheint klar, dass Electron im Windows-11-Ökosystem dauerhaft etabliert sein wird. Beliebte Anwendungen wie Discord setzen darauf, trotz des typischerweise hohen Speicherverbrauchs solcher Frameworks. Dies liegt vor allem daran, dass Electron-Anwendungen eine Instanz von Chromium einbinden, das für seinen hohen RAM-Verbrauch bekannt ist.

Microsoft positioniert Windows 11 als das ultimative Betriebssystem für KI-Anwendungen und strebt danach, es zur optimalen Umgebung für KI-gesteuerte Lösungen zu machen. Angesichts der weiten Verbreitung von Electron distanziert sich Microsoft nicht von diesem Framework, sondern ermutigt Entwickler vielmehr, KI-Funktionen in ihre Anwendungen zu integrieren, anstatt Electron gänzlich aufzugeben.
KI-Entwicklung mit Electron stärken
In einem kürzlich veröffentlichten Support-Dokument gab Microsoft bekannt, dass Electron-Anwendungen nun die in Windows 11 integrierten KI-Funktionen wie Textgenerierung, Zusammenfassung, optische Zeichenerkennung (OCR) und Bildbeschreibung nutzen können. Diese Funktionen kommen vor allem neueren PCs mit Copilot+-Chips oder neuronalen Prozessoren (NPU) zugute. Ziel ist es, Entwicklern Ressourcen für innovative Beispielprojekte und Tools bereitzustellen.
Viele Electron-Entwickler haben Interesse an der Entwicklung von KI-Anwendungen direkt auf dem Gerät bekundet. Microsoft versicherte ihnen daraufhin, dass sie Electron nicht zugunsten nativer Lösungen aufgeben müssen. Das Support-Dokument unterstreicht diesen Punkt und verweist mehrfach auf die Nutzung von Windows-11-Funktionen, ohne dass nativer Code geschrieben werden muss.
Die Herausforderungen von Electron in Windows 11 bewältigen
Die negativen Auswirkungen der weitverbreiteten Nutzung von Electron-Anwendungen werden offenbar zunehmend anerkannt, auch wenn Microsoft zögert, dieses Problem direkt anzusprechen. Vergleiche zeigen beispielsweise, dass eine neue, auf Chromium basierende Version von WhatsApp deutlich mehr Arbeitsspeicher verbraucht als die UWP-Version (Universal Windows Platform).

Während macOS von einer nativen WhatsApp-Version profitiert, hat Meta für seine Windows-11-Anwendung auf Electron umgestellt und begründet dies mit dem fehlenden Anreiz, nativen Code zu pflegen. Auch Discord hat die ressourcenintensive Natur seines Windows-Clients öffentlich eingeräumt und eine Funktion implementiert, die es der App ermöglicht, neu zu starten, sobald die RAM-Auslastung 4 GB überschreitet.
Bedenken des Schöpfers von JavaScript
Brendan Eich, eine einflussreiche Persönlichkeit in der JavaScript-Entwicklung und derzeitiger CEO von Brave, äußerte seine Bedenken hinsichtlich der übermäßigen Nutzung von Webanwendungen, darunter Electron, die zu einer Aufblähung der Systeme beiträgt. Er betonte die Dringlichkeit für Microsoft, die mit diesen überstürzten Einführungen verbundenen Leistungseinbußen zu beheben.
Eich hatte zuvor erklärt: „Windows 11 hat ein größeres Problem, und zwar WebView2 oder Electron.“ Damit betonte er die Risiken, die mit der Priorisierung der Web-UX auf Kosten von Effizienz und Leistung einhergehen. Er plädiert für einen durchdachteren Entwicklungsansatz, um unnötigen Ballast zu vermeiden.

Webanwendungen sind zwar nicht grundsätzlich fehlerhaft, doch ist es entscheidend, dass sie unter Berücksichtigung von Optimierung und Leistung entwickelt werden, insbesondere wenn sie zum Standard für Nutzer werden. Die anhaltende Diskussion zu diesem Thema unterstreicht die dringende Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes für die Anwendungsentwicklung unter Windows 11.
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