Michael Dell, der CEO von Dell Technologies, sprach kürzlich im Rahmen einer wichtigen Veranstaltung über den erwarteten Superzyklus im Bereich KI-Speicher und betonte, dass die stark steigende Nachfrage nach Speicher noch mehrere Jahre ungebremst anhalten werde.
Die Dringlichkeit von Speicherinvestitionen bei Hyperscalern
Während Marktanalysten die Lieferkette für Speicherprodukte beobachten, wird deutlich, dass sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in den letzten Monaten vergrößert hat. Trotz dieses Trends bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der Zukunft der Speicherindustrie. Jüngste Entwicklungen, wie der TurboQuant-Vorfall und der darauffolgende Kurssturz von Speicheraktien, haben die Annahme eines möglichen Nachfragerückgangs verstärkt. Dell bleibt jedoch optimistisch. Er prognostiziert, dass der Superzyklus bis 2028 anhalten wird und die Nachfrage nach DRAM die aktuellen Zahlen deutlich übertreffen wird.
„Da der Speicher pro Beschleuniger und die Systemgröße in der KI-Infrastruktur gleichzeitig zunehmen, entsteht eine Struktur, in der der Gesamtspeicherbedarf um etwa das 625-Fache steigt. Während der Ausbau des Speicherangebots Jahre dauert, lässt die aktuelle Nachfrage nach KI-Infrastruktur nicht nach.“ – Michael Dell
Eine der überzeugendsten Erkenntnisse von Dell betrifft den steigenden Speicherbedarf pro KI-Beschleuniger. Die Analyse der Entwicklung von NVIDIAs Ampere-Architektur bis hin zum neuesten Vera-Rubin-Design zeigt einen signifikanten Anstieg des Speicherbedarfs. Dieser Anstieg ist nicht allein auf Fortschritte bei High Bandwidth Memory (HBM) zurückzuführen; Unternehmen wie NVIDIA entwickeln auch wegweisende Technologien wie SOCAMM, die auf spezifische KI-Workloads zugeschnitten sind. Dies führt zu einem exponentiellen Anstieg des DRAM-Bedarfs, wenn man jeden einzelnen Beschleuniger betrachtet.
Dell prognostiziert, dass der Speicherbedarf bis 2028 um das bis zu 625-Fache steigen könnte, wobei jeder einzelne Beschleuniger voraussichtlich eine 25-fache Steigerung der Speicherkapazität erfahren wird. Darüber hinaus wird auch ein 25-faches Wachstum der Einsatzrate dieser Beschleuniger erwartet. Obwohl diese Prognosen derzeit noch nicht durch empirische Daten untermauert sind, bieten sie einen wichtigen Einblick in die Entwicklung der Branche. Nachfolgend ein Überblick über die Rohspeicherkapazität von der Hopper-Architektur bis hin zu Vera Rubin:

Das reine Kapazitätswachstum ist zwar ein wichtiger Indikator für Nachfragetrends, aber nur ein Aspekt des Gesamtbildes. Der Speicherbedarf dürfte mit jeder Chipgeneration steigen, insbesondere mit dem zunehmenden Einsatz von KI-basierten Inferenzanwendungen. Ein erheblicher Anteil der DRAM-Käufe wird von Hyperscalern und deren Investitionen in CXL-Speichertechnologien getätigt. Daher wäre eine Prognose eines Nachfragerückgangs zum jetzigen Zeitpunkt eine Fehleinschätzung.
Eine weitere entscheidende Entwicklung sind die zunehmenden Langzeitverträge zwischen Speicherherstellern und Hyperscalern mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren. Diese Verträge deuten auf eine hohe Bereitschaft der Käufer hin, erhebliche Ressourcen für die Sicherung ihrer Speicherversorgung bereitzustellen. Dieses Szenario lässt vermuten, dass die Nachfrage in absehbarer Zeit nicht nachlassen wird und potenzielle Engpässe voraussichtlich bis weit in die zweite Hälfte des Jahres 2027 andauern werden, wenn neue Speicherkapazitäten in Betrieb gehen sollen.
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