Die Auflösung von *Asche der Schöpfung*: Eine enttäuschende Wendung der Ereignisse
Die Zukunft des mit Spannung erwarteten Fantasy-MMORPGs Ashes of Creation von Intrepid Studios scheint ungewiss. Zahlreiche prominente Teammitglieder haben überraschend gekündigt, was zu Massenentlassungen führen und ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Rentabilität des Spiels aufkommen lassen dürfte. Kürzlich aktualisierten mehrere Mitarbeiter, darunter die Kommunikations- und Marketingleiterin Margaret Krohn, ihre LinkedIn-Profile und gaben an, „offen für neue Jobs“ zu sein. In einem offenen Blogbeitrag reflektierte sie über die unerwartete Wendung der Ereignisse.
Das alles endete anders, als ich es vorhergesehen hatte. Auch wenn es enttäuschend ist, schätze ich die schönen Momente, die wir miteinander verbracht haben.
Führung im Umbruch
Die Tragweite der Situation wurde noch deutlicher, als Steven Sharif, CEO und Creative Director von Intrepid Studios, sich über den offiziellen Discord-Kanal von *Ashes of Creation* zu Wort meldete. In seiner Nachricht erläuterte er die jüngsten Turbulenzen:
Ich muss klarstellen, dass die Kontrolle über das Unternehmen an mich überging und der Vorstand Maßnahmen ergriff, die ich aus ethischen Gründen nicht mittragen konnte. Daher entschied ich mich zum Rücktritt, anstatt Entscheidungen zu unterstützen, die ich ablehnte. Nach meinem Rücktritt verließen zahlreiche Führungskräfte das Unternehmen, woraufhin der Vorstand Kündigungen gemäß dem WARN Act aussprach und Massenentlassungen einleitete.
Sharif äußerte sein Bedauern über die Turbulenzen und merkte an, dass die engagierten Entwickler und Mitarbeiter ein besseres Ergebnis verdient hätten als die Ungewissheit, mit der sie nun konfrontiert sind.
Die Komplexität der Vorstandsdynamik
Während Sharif seine Bedenken hinsichtlich der Entscheidungsfindung des Aufsichtsrats andeutete, zeichnen öffentliche Dokumente des Bundesstaates Kalifornien ein anderes Bild. Dem Aufsichtsrat gehören lediglich Sharif und sein Ehemann John Moore an, der als Finanzvorstand fungiert. Diese Enthüllung hat in der Glücksspielbranche für Aufsehen gesorgt und einen möglichen Interessenkonflikt in Bezug auf die Unternehmensführung nahegelegt.
Eine Geschichte der Versprechen und Zusagen
Das 2016 erstmals vorgestellte Spiel *Ashes of Creation* erregte auf Kickstarter großes Aufsehen und sammelte über 3, 2 Millionen US-Dollar an Unterstützerzusagen. Das Studio verkaufte später weiterhin Vorabzugänge, was bei den Nutzern Skepsis hinsichtlich der Seriosität des Projekts auslöste, insbesondere angesichts Sharifs vorheriger Beteiligung am umstrittenen Bereich des Multi-Level-Marketings (MLM). Trotz dieser Bedenken gaben regelmäßige Entwicklungsupdates Anlass zur Hoffnung, und das Spiel schien stetig Fortschritte zu machen, insbesondere durch den Wechsel von der Unreal Engine 4 zur Unreal Engine 5 Ende 2021.
Kontroverser Early-Access-Start
In einem umstrittenen Schritt veröffentlichte Intrepid letzten Monat das MMORPG im Steam Early Access, obwohl es sich technisch gesehen noch in der Alpha-Phase befand. Kritiker bemängelten, dass diese Entscheidung zu früh getroffen wurde, insbesondere da Sharif behauptete, er wolle breiteres Feedback von den Spielern einholen, obwohl er versichert hatte, die Finanzierung sei gesichert, und erklärte, er werde persönlich zusätzliche Investitionen tätigen.
Resonanz der Community und Verkaufszahlen
Die Reaktionen auf den Zustand von *Ashes of Creation* nach dem Steam-Release fielen gemischt aus, die Nutzerbewertungen weisen aktuell eine Zustimmungsrate von 51 % auf. Zum Start erreichte das Spiel einen Höchstwert von 31.800 gleichzeitig aktiven Spielern, der seitdem jedoch gesunken ist. Die Verkaufsschätzungen schwanken stark zwischen 220.000 und 320.000 Einheiten, was einem geschätzten Umsatz zwischen 11 und 16 Millionen US-Dollar auf Steam entspricht. Nach Abzug der 30-prozentigen Provision von Valve dürfte der Nettogewinn von Intrepid jedoch zwischen 7, 7 und 11, 2 Millionen US-Dollar liegen.
Unerfüllte Versprechen und ein Genre in der Krise
Die Unzufriedenheit der Unterstützer wird durch ein Versprechen aus der ursprünglichen Kickstarter-Kampagne noch verstärkt: Intrepid versprach, allen Unterstützern den vollen Betrag zurückzuerstatten, falls das Spiel nicht erscheinen sollte. Da das Spiel nun erschienen ist, fragen sich viele, ob dies lediglich eine Taktik war, um dieses rechtlich nicht bindende Versprechen zu erfüllen.
Diese jüngste Entwicklung stellt einen bedeutenden Rückschlag für ein Spielegenre dar, das bereits vor Herausforderungen stand, insbesondere da andere hochkarätige MMO-Projekte wie Amazons *New World* und das kommende *Der Herr der Ringe*-MMO ihre ambitionierten Ziele aufgaben. Die Community verfolgt die Entwicklung aufmerksam und hofft auf eine Lösung angesichts dieser Widrigkeiten.
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