Apple klagt gegen indisches Kartellrecht angesichts drohender Strafen in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar.
In einem bedeutenden juristischen Schritt hat Apple den Obersten Gerichtshof von Delhi angerufen, um gegen ein neues indisches Kartellgesetz vorzugehen, das Geldstrafen von bis zu 38 Milliarden US-Dollar vorsieht. Dieses Gesetz weicht von der bisherigen Praxis ab, indem es die Strafen auf Grundlage des weltweiten Umsatzes eines Unternehmens anstatt seines Umsatzes in Indien berechnet.
Jüngsten Berichten zufolge stammt die Beschwerde gegen Apple von der Match Group, dem Mutterkonzern von Tinder, in Zusammenarbeit mit verschiedenen indischen Startups. Diese werfen Apple vor, seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt zu haben.
Im vergangenen Jahr urteilte die indische Wettbewerbskommission (CCI), dass Apple Drittanbieter von Zahlungsdiensten daran hindere, In-App-Käufe zu ermöglichen. Die CCI warf Apple ein „missbräuchliches Verhalten“ innerhalb des iOS-App-Ökosystems vor.
Apples 545-seitige Klageschrift zielt darauf ab, das neue Gesetz für verfassungswidrig erklären zu lassen. Der Technologiekonzern argumentiert, dass die Berechnung der Strafen auf den indischen Umsätzen derjenigen Geschäftseinheit basieren sollte, die gegen die Kartellbestimmungen verstoßen hat. Laut Apple könnten die Strafen insgesamt rund 38 Milliarden US-Dollar betragen, was 10 % des durchschnittlichen weltweiten Umsatzes aller Dienstleistungen in den drei Geschäftsjahren bis 2024 entspricht.
Darüber hinaus bezeichnete Apple das neue Gesetz als „offensichtlich willkürlich, verfassungswidrig, grob unverhältnismäßig und ungerecht“.Das Unternehmen wartet derzeit auf eine Entscheidung der indischen Wettbewerbskommission; die Anhörung ist für den 3. Dezember angesetzt.
Dieser Fall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Union ihren Regulierungsansatz anpasst. Während EU-Regulierungsbehörden in der Vergangenheit strenge Strafen für Kartellverstöße und Verstöße gegen die DSGVO verhängt haben, deuten jüngste Ankündigungen auf eine Reduzierung der regulatorischen Belastungen hin. Dies signalisiert einen Politikwechsel, der die globale Marktdynamik beeinflussen könnte.
Angesichts der beträchtlichen Investitionen von Apple in Indien, insbesondere da das Unternehmen dort seine Produktionskapazitäten ausbaut, glauben viele Experten, dass die Wahrscheinlichkeit einer derart hohen Geldstrafe für Apple in Indien minimal ist.
Quelle: Reuters
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