Windows-11-Nutzer geben sich inmitten der zunehmenden Kritik an KI den Spitznamen „Microslop“, außerdem benennt eine Browsererweiterung Microsoft in Microslop um.

Windows-11-Nutzer geben sich inmitten der zunehmenden Kritik an KI den Spitznamen „Microslop“, außerdem benennt eine Browsererweiterung Microsoft in Microslop um.

Wer in sozialen Medien unterwegs ist und sich für Technologie interessiert, ist vielleicht schon einmal auf den Begriff „Microslop“ im Zusammenhang mit Kritik an Windows 11 gestoßen. Ursprünglich von Windows Latest erwähnt, hat dieser Begriff unter Nutzern an Popularität gewonnen. Eine neue Chrome-Erweiterung namens „Microsoft to Microslop“ ermöglicht es, jede Erwähnung von „Microsoft“ online durch „Microslop“ zu ersetzen.

Microslop-Erweiterung

Laut Chrome Web Store verändert diese Erweiterung den Text ausschließlich zu visuellen Zwecken, sodass die Originaldaten der Seiten erhalten bleiben und weiterhin funktionieren. Der Entwickler erklärt: „Diese Erweiterung verändert nur den Text – die eigentlichen Daten auf den Webseiten werden nicht manipuliert. Wenn Sie das Element untersuchen, enthält es weiterhin den korrekten „Microsoft“-Ausdruck, sodass keine Links oder Download-Links beschädigt werden.“

Für diejenigen, die mit diesem Trend nicht vertraut sind: Der Begriff „Slop“ bezeichnet üblicherweise minderwertige KI-Ergebnisse. Nutzer verwenden den Begriff „Microslop“, um Microsofts aggressive Integration von KI in Windows 11 zu kritisieren und ihre Frustration über die KI-Bemühungen des Unternehmens auszudrücken.

Der Einfluss von Microsoft Copilot auf die Markenreputation

Die Einführung von Copilot durch Microsoft Anfang 2023 markierte einen Meilenstein, doch die Wahrnehmung schlug beunruhigenderweise von Begeisterung in Unzufriedenheit um. Ursprünglich als Bing Chat mit der sympathischen Figur „Sydney“ vermarktet, waren die Nutzer vom Potenzial der KI fasziniert. Der anschließende Versuch, Copilot in zahlreiche Produkte zu integrieren, erwies sich jedoch als zu aufwendig.

Bing Chat in Safari

Diese Integration intensivierte sich im Mai 2023, als Microsoft die direkte Integration von Copilot in das Betriebssystem Windows 11 ankündigte.

Windows Copilot in Windows 11

Bis September 2023 hatte Microsoft damit begonnen, KI-Funktionen in zentrale Windows-Anwendungen wie Paint und das Snipping Tool zu integrieren. Die Einführung von DALL-E 3 in Paint unterstrich diesen Trend, und weitere Entwicklungen umfassten KI-Verbesserungen in Notepad, darunter die Einführung einer Zusammenfassungsfunktion.

Microsoft Paint für Windows 11
Passen Sie die Umschreibung in Notepad an, um mit Copilot Inhalte zu generieren.

Zusätzlich zu diesen Anwendungen fand Copilot auch seinen Weg in den Datei-Explorer und ermöglichte so Funktionen wie „Copilot fragen“ im Kontextmenü (Rechtsklick) und sogar KI-Funktionen in der Seitenleiste, die an die Detail- oder Vorschaufenster erinnerten.

M365 Copilot mit Datei-Explorer

Aufkommende Stimmungen in den sozialen Medien

Die Kritik an Microsofts KI-Implementierungen hat ein neues Ausmaß erreicht. Kunden äußern ihren Frust öffentlich; so kommentierte beispielsweise ein Nutzer die Weigerung von CEO Satya Nadella, die KI als „Müll“ zu bezeichnen. Viele sind der Ansicht, dass Microsofts unerbittliches Streben nach KI kontraproduktiv geworden ist.

Auf Social-Media-Plattformen haben Nutzer clevere Marketinggrafiken zum Thema „Microslop“ erstellt, die zwar humorvoll sind, aber gleichzeitig die wachsende Besorgnis über Microsofts KI-Strategie verdeutlichen. Unter Reddit-Nutzern finden sich zahlreiche Memes und Bilder, die die Stimmung der Nutzer widerspiegeln.

Microslop-Modell

Es besteht ein deutlicher Bedarf an Microsoft, entweder wirklich nützliche KI-Funktionen zu entwickeln oder seinen aggressiven Ansatz zur Integration von KI in seine Produkte zu überdenken. Viele Nutzer würden eine Option bevorzugen, KI-Funktionen komplett zu deaktivieren, anstatt sich durch die Funktionen von Copilot navigieren zu müssen.

Ein Strategiewechsel bei den PC-Herstellern

Als Reaktion auf diese Trends haben große PC-Hersteller wie Dell begonnen, ihre Produktstrategien zu überdenken. Angesichts sinkender Verkaufszahlen von KI-fähigen PCs plant Dell, Aspekte wie Gaming-Leistung, Verarbeitungsqualität und Akkulaufzeit zu priorisieren, anstatt eine vollständig KI-integrierte Produktlinie zu verfolgen.

Quellen & Bilder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert