Wie die chinesische Speicherproduktion den aktuellen RAM-Mangel lindern könnte: Eine Lieferkettenanalyse für Gamer

Wie die chinesische Speicherproduktion den aktuellen RAM-Mangel lindern könnte: Eine Lieferkettenanalyse für Gamer

Der anhaltende Speichermangel hat Verbraucher dazu veranlasst, sich an chinesische Hersteller wie CXMT und YMTC zu wenden, um erschwingliche DDR4- und DDR5-Speichermodule zu finden. Trotz dieser Hoffnung sind die Aussichten auf den Zugang zu diesen preiswerten Alternativen möglicherweise nicht so vielversprechend wie erwartet.

Der RAM-Markt steht vor erheblichen Herausforderungen. Preiserhöhungen betreffen alle Segmente, insbesondere Speichermodule mit hoher Kapazität. Aufgrund von DRAM-Engpässen haben Gamer und Technikbegeisterte Schwierigkeiten, bezahlbaren Speicher zu finden. Da sich die Versorgungslage nicht zu bessern scheint, setzen viele ihre Hoffnungen auf chinesische Speicherhersteller, um die Krise zu bewältigen. Dieser Optimismus könnte jedoch unbegründet sein.

CXMTs DDR5-Module: Ein EUV-Workaround, der vor Herausforderungen bei der Massenproduktion steht

CXMT hat sich zu einem wichtigen Akteur in der chinesischen DDR5-Modulproduktion entwickelt. Die DDR5-Technologie basiert üblicherweise auf EUV-Lithografie (Extreme Ultraviolet), die chinesischen Unternehmen aufgrund von Handelsbeschränkungen nicht zugänglich ist. Daher nutzt CXMT alternative Methoden, um wettbewerbsfähige Ergebnisse zu erzielen. Bestimmte Techniken wie SAQP, aggressives Binning und erhöhte XMP-Spannungsprofile sind zwar effektiv, weisen aber erhebliche Nachteile auf.

Die Kostenfolgen werden deutlich, wenn man den Produktionsumfang von CXMT betrachtet. Geringere Ausbeuten bei Siliziumwafern führen zu höheren Kosten, insbesondere wenn das Unternehmen versucht, die Produktion hochzufahren. Dies benachteiligt CXMT deutlich beim Ausbau seines DDR5-Angebots.

Eine Präsentation von CXMT LPDDR5X- und DDR5-Speicherchips hebt Kapazitäten von „12/16 Gb“ und „16/24 Gb“ mit Geschwindigkeiten von hervor.

Um Geschwindigkeiten von bis zu 8.000 MT/s zu erreichen, führen die fortschrittlichen Binning-Verfahren von CXMT im Vergleich zu anderen Herstellern zu höheren Temperaturen. Darüber hinaus ist die Einführung dieser Speichermodule mit einem aufwendigen, mehrstufigen Prozess verbunden, der Designvalidierung und umfangreiche Tests umfasst – Bereiche, in denen CXMT aufgrund seines relativ jungen Markteintritts im DDR5-Bereich noch keine überzeugende Erfolgsbilanz vorweisen kann.

Es wäre für CXMT sehr schwierig, zu einem globalen Speicherunternehmen zu werden, ohne Erfahrung in der Behebung technischer Mängel bei Kunden in verschiedenen Anwendungsbereichen wie CPUs und mobilen Grafiken zu haben.

– Professor Shim, Dong-A Universität, via KoreaHerald

Aus wirtschaftlicher Sicht haben chinesische Hersteller Schwierigkeiten, die Produktionsmenge von DDR5-Chips zu steigern, ohne auf erhebliche finanzielle und marktbedingte Hürden zu stoßen. Zudem deckt die Produktionskapazität von CXMT hauptsächlich den chinesischen Inlandsbedarf. Selbst bei einer deutlichen Produktionsausweitung von CXMT ist es unwahrscheinlich, dass große globale Akteure wie Apple, HP und Dell ohne überzeugende Nachweise über Produktzuverlässigkeit und -leistung Abnehmer finden.

Entgegen anderslautenden Spekulationen hat CXMT jegliche Praxis dementiert, seine RAM-Kits im Vergleich zu den Einzelhandelspreisen zu unterbieten. Wie DigiTimes berichtet, passt das Unternehmen seine Preise vielmehr an die etablierter koreanischer Anbieter an, wodurch die Erwartung vergünstigter Speicheroptionen von CXMT hinfällig wird. Auch YMTC, ein führender NAND-Hersteller aus China, investiert in die DRAM-Produktion, unterbietet aber ebenfalls nicht die aktuellen Vertragspreise für DDR4 und DDR5.

Vorstellung eines Szenarios, in dem chinesische DRAM-Module den US-Markt erreichen

Der Markteintritt preisgünstiger chinesischer Speichermodule in den USA wirft insbesondere angesichts regulatorischer Bedenken wichtige Fragen auf. YMTC steht aufgrund seiner Verbindungen zu Huawei und chinesischen Militäroperationen seit Dezember 2022 auf der US-Sanktionsliste. Obwohl CXMT nicht direkt auf dieser Liste steht, unterliegt das Unternehmen Beschränkungen gemäß Abschnitt 1260H, was seine Marktpräsenz erheblich beeinträchtigt.

Die langjährige Ablehnung der Integration von Kerntechnologien chinesischer Unternehmen durch die US-Regierung stellt ein erhebliches Hindernis dar. Zwar wurde die theoretische Verfügbarkeit von erschwinglichem chinesischem Speicher für US-Verbraucher diskutiert, doch könnten staatliche Regulierungsmaßnahmen rasch Beschränkungen auferlegen, die solche Möglichkeiten zunichtemachen.

Eine Vitrine mit CXMT DDR5-Speichermodulen.

Die Idee, in den USA hergestellten, günstigen Arbeitsspeicher von chinesischen Anbietern zu beziehen, mag optimistisch erscheinen. Die Fertigungs- und Regulierungsbeschränkungen, mit denen Unternehmen wie CXMT und YMTC konfrontiert sind, machen eine großflächige Einführung jedoch derzeit wirtschaftlich nicht rentabel.

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