Vergleich der Upscaling-Leistung von NVIDIA DLSS 4.5 und AMD FSR 4 „Redstone“: Ist Nvidia wieder einmal führend?

Vergleich der Upscaling-Leistung von NVIDIA DLSS 4.5 und AMD FSR 4 „Redstone“: Ist Nvidia wieder einmal führend?

Seit der Einführung von FSR 4 im Jahr 2022 hat AMD im Bereich der Upscaling-Technologie bedeutende Fortschritte erzielt und Nvidias dominantem DLSS (Deep Learning Super Sampling) endlich Konkurrenz gemacht. Tester bewerteten die Bildqualität von FSR 4 im Allgemeinen als zwischen der von DLSS 3, das auf Convolutional Neural Networks basierte, und dem fortschrittlicheren DLSS 4, das mit einem Transformer-Modell arbeitet, eingeordnet, allerdings mit etwas geringerer Leistung. Mit der Vorstellung von DLSS 4.5 auf der CES 2026 scheint Nvidia jedoch die Führung bei der Qualität hochskalierter Bilder zurückerobert zu haben.

DLSS 4.5: Überblick über den Transformator der zweiten Generation

DLSS 4.5 bietet gegenüber seinem Vorgänger DLSS 4 einige Verbesserungen. Die wichtigsten Verbesserungen sind folgende:

  • Einführung eines Transformatormodells der zweiten Generation
  • Ein deutlich größerer und präziserer Trainingsdatensatz
  • Ein deutlicher Anstieg des Rechenaufwands (etwa fünfmal so hoch wie bei DLSS 4)
  • Die Implementierung von FP8 auf der RTX 4000- und 5000-Serie trägt zur Senkung der Leistungskosten bei.

Nutzer können DLSS 4.5 für jedes Spiel einzeln aktivieren, indem sie die Nvidia-App öffnen, das gewünschte Spiel auswählen, zu den Treibereinstellungen navigieren und die DLSS-Überschreibung – Modellvoreinstellungen auf Voreinstellung M (Leistung) oder Voreinstellung L (Ultra-Leistung) einstellen. In der heutigen Analyse konzentrieren wir uns auf Voreinstellung M.

Die NVIDIA GeForce Experience-Anwendung zeigt das Menü „DLSS-Überschreibung – Modellvoreinstellungen“ mit Optionen wie „Voreinstellung F“ und „Voreinstellung M“ an.
DLSS-Überschreibung – Menü „Modellvoreinstellungen“ in der Nvidia-App.

Testmethodik

Um die Leistungsfähigkeit der führenden Upscaling-Technologien von AMD und Nvidia zu bewerten, verwendete ich eine RX 9060XT 8GB für FSR 4 und eine RTX 5060 Ti 16GB für DLSS 4.5. Beide GPUs wurden in ein Testsystem mit folgenden Spezifikationen integriert:

  • Intel Core i7 13700k (konfiguriert mit MSI Performance Settings)
  • MSI Z790MPower Mainboard
  • 32 GB DDR5-RAM (2 x 16 GB bei 7200 MHz)
  • Seasonic Focus V3-GX 1000W Netzteil
  • Arctic Liquid Freezer II 420MM AIO-Kühler
  • Zwei SN850X 1TB SSDs
  • Windows 11 (Version 24H2)
  • AMD Radeon Adrenaline Treiber 25.12.1
  • NVIDIA GeForce Game Ready Treiber 591.74

Die meisten getesteten Titel verfügten über native FSR 4-Implementierungen, die entweder über In-Game-Menüs – wie beispielsweise in Cyberpunk 2077 – oder über Treiber-Updates wie jene für Clair Obscur: Expedition 33 zugänglich waren. Zusätzlich wurde Forza Motorsport mit aktiviertem FSR 4 über Optiscaler untersucht, wobei DLSS-Parameter als experimenteller Ansatz verwendet wurden.

Wichtig ist, dass Black Ops 7 für Game Pass-Nutzer keine Treibereinstellungen in der Nvidia-App bietet. Daher habe ich DLSS Swapper verwendet, um die M-Voreinstellung für diesen Titel zu aktivieren. Die Verwendung von DLSS 4.5 in Multiplayer-Spielen auf diese Weise wird jedoch generell nicht empfohlen.

Das Videomaterial wurde mit den Hardware-Encodern beider Grafikkarten aufgenommen, da ich derzeit keine dedizierte Aufnahmekarte besitze. Daher kann das Material der RTX 5060 Ti in manchen Szenen aufgrund ihrer überlegenen Encoder-Leistung schärfer wirken. Alle Spiele wurden in einer Auflösung von 1440p mit aktiviertem Upscaling im Performance-Modus getestet, was effektiv einer internen Auflösung von 720p entspricht.

Leistungsüberlegungen

Die Voreinstellung M kann bei Grafikkarten vor der Lovelace-Architektur hohe Anforderungen stellen, da sie mit einem nativen FP8-Modell arbeitet, das für ältere Hardware eine Konvertierung in ein anderes Präzisionsformat erfordert. Auf der RTX 5060 Ti sind die Kosten vergleichbar mit denen der Standard-Transformer-Voreinstellungen und stimmen mit den FSR-4-Leistungsmetriken überein. Da sowohl die RX 9060 XT als auch die RTX 5060 Ti über ähnliche Rohrasterisierungsfähigkeiten verfügen, hat keine der beiden GPUs einen signifikanten Vorteil hinsichtlich der Bildwiederholraten, wodurch gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Upscaling-Modelle herrschen.

Leistungsvergleich von Cyberpunk 2077

Meine Beobachtungen, beginnend mit Cyberpunk 2077, zeigten eine vergleichbare Gesamtbildqualität beider Upscaling-Verfahren. Zwar erreicht das Upscaling im Performance-Modus bei 1440p nicht die Schärfe der nativen 1440p-Qualität, doch lieferten sowohl FSR als auch DLSS akzeptable Bilder, wenn auch mit einigen Artefakten.

Probleme wie Flimmereffekte bei Neonlichtern und strukturierten Wänden traten häufig auf, Kantenglättung war jedoch gut behoben. DLSS übertraf FSR insbesondere bei der Vermeidung von Verdeckungsartefakten, vor allem bei Vegetation. Mit DLSS 4.5 sind diese Artefakte weniger ausgeprägt und fallen erst bei genauer Betrachtung auf; FSR 4 hingegen zeigte sie bei schnellen Bewegungen deutlicher, sodass beide Verfahren insgesamt gleichwertig sind.

Hogwarts-Vermächtnisprüfung

Bei der Bewertung von Hogwarts Legacy hat DLSS eindeutig die Nase vorn. Die Gesamtschärfe verbessert sich dank der stärkeren Schärfung in Voreinstellung M. Beide Upscaler beheben Geisterbilder effektiv, FSR hat jedoch Probleme mit der Schärfe von Laubwerk: Wie im Videomaterial zu sehen ist, führen selbst geringfügige Kamerabewegungen zu störendem „Hintergrundrauschen“ im Laubwerk, das erst nach einiger Zeit durch die Stabilisierung behoben werden kann.

Dieses Problem besteht bei FSR 4 in verschiedenen Titeln weiterhin und unterstreicht dessen mangelnde Weiterentwicklung. DLSS hat zwar Schwierigkeiten mit verrauschter Vegetation, diese sind jedoch im Vergleich zu FSR deutlich weniger auffällig, was den Vorteil von DLSS 4.5 in diesem Titel weiter festigt.

Clair Obscur: Ergebnisse der Expedition 33

Anschließend habe ich Clair Obscur: Expedition 33 getestet, ein Spiel, das für seine schlechte native Performance bekannt ist, die auf aufwendige Bildbearbeitung zurückzuführen ist und die Bildqualität beeinträchtigt. Daher ist die Wirksamkeit von Upscaling-Lösungen entscheidend.

FSR 4 erzeugt typischerweise ein weicheres Bild, während die DLSS-Voreinstellung M zu einer deutlichen Überschärfung führt. Beide Methoden liefern Bilder in nahezu nativer Qualität – obwohl die native Bildqualität ohnehin schon suboptimal ist – und weisen keine nennenswerten Geisterbilder oder Flimmereffekte auf (mit einigen Ausnahmen bei niedrig aufgelösten Reflexionen aufgrund der Lumen-Technik).

Beide Upscaler weisen die gleichen systembedingten Mängel der nativen Darstellung auf, darunter Bildrauschen durch Reflexionen, Verdeckungsprobleme und Geisterbilder. Die zusätzliche Schärfung von Preset M führt jedoch aufgrund des ungewöhnlich weichen Ausgangsbildes letztendlich zu einem besseren Ergebnis.

Call of Duty: Black Ops 7 Einblicke

Das Testen von Call of Duty: Black Ops 7 stellte aufgrund des rasanten Tempos und der hektischen Action eine Herausforderung dar, da dies die Beurteilung der Bildqualität erschwert. Ich habe das Videomaterial Bild für Bild akribisch geprüft und festgestellt, dass beide Upscaler mit bloßem Auge eine ähnliche Bewegungsdarstellung boten, obwohl FPS-Experten möglicherweise subtile Unterschiede erkennen könnten.

Obwohl die interne Auflösung auf 720p begrenzt war, blieben bei beiden Upscaling-Lösungen eine beeindruckende Schärfe und Bewegungsdarstellung erhalten, was ein solides Spielerlebnis ermöglichte.

Forza Motorsport Experimente

Forza Motorsport bot sich als interessanter Testfall an, da es keine native FSR 4-Unterstützung bietet. Ich griff daher auf Optiscaler zurück, um FSR 4 über DLSS-Parameter zu aktivieren – eine Methode, die sich bereits bei der Verwendung einer 9070XT mit 1440p-FSR-4-Qualität als effektiv erwiesen hatte.

Ich war jedoch überrascht von dem deutlichen Qualitätsverlust bei Anwendung des 1440p-FSR-4-Performance-Modus. Die Rekonstruktion von Bäumen und Laub war unerwartet schlecht, und es traten Geisterbilder in den Rücklichtern von Fahrzeugen auf – ein ungewöhnlicher Nachteil von FSR 4. Letztendlich war DLSS 4.5 in diesem Szenario FSR 4.5 deutlich überlegen, was die Bedeutung offizieller Herstellerunterstützung für Upscaling-Technologien unterstreicht. Die Ergebnisse von Community-Modifikationen variieren oft stark in ihrer Effektivität.

Angesichts der Tatsache, dass die Umsetzung von FSR 4 keine offizielle Billigung genießt, ist es unerlässlich, die Ergebnisse dieses Spiels mit Vorsicht zu interpretieren.

Fazit: DLSS 4.5 ist vielversprechend, steht aber in engem Wettbewerb mit FSR 4.

Nach Tests mit fünf Titeln in 1440p-Auflösung und sowohl DLSS 4.5 Preset M als auch FSR 4 zeigt sich, dass DLSS nun leicht die Nase vorn hat. Die stärkere Schärfung von Preset M ist vorteilhaft für Spiele mit weniger nativ kontrastierender Grafik und verschafft ihnen einen Wettbewerbsvorteil.

Dennoch ist DLSS keine perfekte Lösung, und die Gesamtbildqualität ist mit FSR 4 vergleichbar. Der Hauptvorteil von DLSS liegt weiterhin in der umfassenderen Spieleunterstützung. Zwar ermöglichen Community-Tools wie Optiscaler die Nutzung von FSR 4 auch in Spielen ohne direkte Unterstützung, die Ergebnisse sind jedoch oft unzuverlässig, wie Forza Motorsport zeigt.

Quellen & Bilder

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