Ubisoft Montreal-Manager nach Kritik an neuer Rückkehr-ins-Büro-Richtlinie entlassen

Ubisoft: Kritik an Arbeitsplatzänderungen

In den letzten Wochen geriet Ubisoft nach der Ankündigung einer umfassenden Unternehmensumstrukturierung, die als „großer Neustart“ bezeichnet wird, verstärkt in die Kritik. Diese Initiative beinhaltet die Einstellung mit Spannung erwarteter Projekte wie des Prince of Persia: Sands of Time Remakes sowie die Verschiebung anderer Titel. Noch alarmierender ist, dass der französische Spielekonzern weitere Entlassungen und eine Abkehr von der Homeoffice-Regelung hin zu einer Rückkehr ins Büro angekündigt hat.

Innere Spannungen brechen aus

Die jüngsten Entscheidungen des Unternehmens haben eine Welle der Kritik sowohl von externen Beobachtern als auch von Mitarbeitern ausgelöst. Besonders auffällig ist der Widerstand aus den eigenen Reihen, wie beispielsweise von David Michaud-Cromp, dem Teamleiter von Ubisoft Montreal. Er äußerte seine Unzufriedenheit mit der Anweisung zur Rückkehr ins Büro kurz nach deren Bekanntgabe auf seinem LinkedIn-Profil.

Eine umstrittene Suspendierung

Nach seinen kritischen Äußerungen berichtete Michaud-Cromp, dass er für drei Tage unbezahlt suspendiert wurde. Er führte dies auf seine öffentlichen Äußerungen zu den Erwartungen des Unternehmens hinsichtlich der Rückkehr ins Büro zurück. Er gab an, dass diese Disziplinarmaßnahme mit einem angeblichen Verstoß gegen seine Loyalitätspflicht gegenüber dem Unternehmen zusammenhänge.

Kündigung aufgrund von Widerspruch

In einem späteren LinkedIn-Beitrag gab Michaud-Cromp bekannt, dass er bei Ubisoft gekündigt wurde. Er erklärte: „Ich wurde heute von Ubisoft mit sofortiger Wirkung gekündigt. Dies war nicht meine Entscheidung.“ Obwohl er keine Einzelheiten zu seiner Entlassung preisgab, ist sein Engagement für Transparenz und bessere Arbeitsbedingungen deutlich erkennbar.

„Respektvoll geäußertes Feedback oder Meinungsäußerungen führen nicht zur Kündigung. Wir haben einen klaren Verhaltenskodex, der unsere gemeinsamen Erwartungen an eine sichere und respektvolle Zusammenarbeit festlegt. Dieser wird von allen Mitarbeitenden jährlich geprüft und unterzeichnet. Bei Verstößen greifen unsere festgelegten Verfahren, einschließlich einer Eskalation der Maßnahmen je nach Art, Schwere und Wiederholung des Verstoßes. Wir geben dazu keine weiteren Kommentare ab.“

Eintreten für effektive Arbeitsumgebungen

Michaud-Cromp setzt sich für effektive Kommunikation in Teams ein, unabhängig davon, ob sie remote, im Büro oder hybrid arbeiten. In einem Interview mit Kotaku erklärte er: „Meiner Erfahrung nach hängt die Effektivität von Teams weniger von der räumlichen Nähe ab, sondern vielmehr von grundlegenden Faktoren wie klaren Zielen, Vertrauen, Dokumentation, geeigneten Tools und bewährten Kommunikationspraktiken.“ Er betonte, dass Teams, die sich diesen Prinzipien verpflichtet fühlen, unabhängig von ihrem Standort in der Regel gute Leistungen erbringen.

Weiterreichende Auswirkungen des Rückkehrmandats ins Amt

Ubisoft begründet seine Rückkehr ins Büro damit, dass die persönliche Zusammenarbeit unerlässlich sei, um Effizienz und Kreativität im wettbewerbsintensiven AAA-Markt zu steigern. Die Ankündigung hat bereits Protestaktionen von Gewerkschaften und Mitarbeitern ausgelöst. So riefen Ubisoft-Mitarbeiter in Paris zu einem unternehmensweiten Streik auf und veranstalteten kürzlich in Halifax eine Kundgebung als Reaktion auf die Schließung des Ubisoft-Standorts Halifax.

Während sich Hinweise auf die internen Dynamiken des Unternehmens abzeichnen, verdeutlicht die Situation bei Ubisoft die potenziellen Auswirkungen von Änderungen der Unternehmenspolitik in einem sich wandelnden Arbeitsumfeld.

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