TSMC-Halbleiterwerk in Arizona erreicht nach vier Jahren des Kampfes die Gewinnzone, doch Gewinn war nicht das primäre Ziel.

Nach einem schwierigen Start in den US-Aktivitäten seit der Inbetriebnahme im Jahr 2021 hat das Werk von TSMC in Arizona nun nach vier Jahren mit erheblichen Verlusten sein erstes profitables Jahr gemeldet.

TSMCs US-Expansionsstrategie: Eine kostspielige, aber strategische Langzeitvision

Die Expansion von TSMC in die USA wurde maßgeblich durch den CHIPS Act vorangetrieben, der die Biden-Regierung zu Investitionen in den Halbleitersektor Arizonas anregte. In den vergangenen vier Jahren häufte TSMC in Arizona operative Verluste in Höhe von insgesamt rund 1, 25 Milliarden US-Dollar an. Jüngste Finanzberichte zeigen jedoch eine Trendwende: Arizona trug mit einer Gewinnbeteiligung von 16, 14 Milliarden NT$ zum Ergebnis bei, was einen erfolgreichen Übergang von Verlusten zu Gewinnen belegt.

Ein Balkendiagramm mit dem Titel „TSMC Arizona – Nettogewinn/Nettoverlust 2021–2025“ zeigt Nettoverluste von 2021 bis 2024 und einen Nettogewinn von 516 US-Dollar.
Nettogewinn von TSMC in Arizona | Bildnachweis: Wccftech

TSMC hat sich seinen Aktivitäten in den USA mit Nachdruck gewidmet und die Investitionen während der Trump-Administration deutlich erhöht. Geplant sind Investitionen in Höhe von bis zu 250 Milliarden US-Dollar. Allein in Arizona treibt das Unternehmen den Bau mehrerer Chipfertigungsanlagen, fortschrittlicher Verpackungszentren sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen voran. Ziel ist es, die Grenzen der Spitzentechnologie in der Chipherstellung zu erweitern und innerhalb der nächsten Jahre den A16-Technologieknoten (1, 6 nm) zu erreichen.

Der Sprung in die Gewinnzone für TSMC im Jahr 2025 ist auf die Umstellung der Produktionslinien auf 4-nm-Technologie zurückzuführen. Dadurch konnte das Unternehmen Aufträge von namhaften Kunden wie AMD und NVIDIA erfüllen. Fab 21, eine der ersten TSMC-Anlagen in Arizona, erreicht Berichten zufolge monatlich eine Waferproduktion von 10.000 bis 30.000 Einheiten. Während TSMCs „GigaFab“ in Arizona die verschiedenen Phasen durchläuft, ist eine Umstellung auf 3-nm-Produktion bis Anfang 2027 geplant. Dennoch liegt die Produktionskapazität in Arizona noch deutlich hinter der der etablierten TSMC-Werke in Taiwan zurück.

Rapidus, ein Halbleiterwerk in Japan, strebt inmitten der Konkurrenz von TSMC und Samsung die Massenproduktion von 2-nm-Chips bis 2027 an.
Bildnachweis: TSMC

TSMC steht jedoch aufgrund der komplexen Fertigungsbedingungen in den USA vor Herausforderungen. Faktoren wie gestiegene Lohn- und Ausrüstungskosten sowie eine sich wandelnde Chip-Lieferkette in den Vereinigten Staaten beeinträchtigen die Rentabilität. Dennoch hält TSMC an seinem Engagement für die Stärkung der amerikanischen Halbleiterindustrie fest, insbesondere da fabless Unternehmen die Gewissheit benötigen, dass TSMC geopolitische Risiken in Taiwan minimieren kann.

Darüber hinaus haben auch die TSMC-Werke in Japan (Kumamoto) und Deutschland (Dresden) operative Verluste gemeldet, was die Komplexität der Diversifizierung der Produktion weg von Taiwan verdeutlicht.

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