Der chinesische Halbleiterhersteller SMIC (Semiconductor Manufacturing International Corporation) hat kürzlich auf die Herausforderungen hingewiesen, die Speicherengpässe für die globalen Lieferketten mit sich bringen. Der CEO des Unternehmens gab an, dass zahlreiche Kunden angesichts dieser Lieferengpässe erwägen, ihre Chipbestellungen zu reduzieren.
Ist eine Reduzierung der Chipbestellungen angesichts von DRAM-Engpässen sinnvoll?
Dynamischer Direktzugriffsspeicher (DRAM) hat sich in der sich rasant entwickelnden Welt der künstlichen Intelligenz (KI) zu einer entscheidenden Komponente entwickelt. Seine Verwendung in verschiedenen KI-Plattformen und -Produkten nimmt zu, dennoch kämpft der Markt seit mehreren Quartalen mit Speicherengpässen. Diese Knappheit betrifft nicht nur Endnutzer, sondern auch bedeutende Auftragsfertiger wie SMIC. Zhao Haijun, Co-CEO von SMIC, merkte an, dass der aktuelle Speicher-Superzyklus die Lieferkette, insbesondere für Hersteller von Mobilgeräten und PCs, stark beeinträchtigt.
Speicher- und Stromversorgungschips sind derzeit stark unterversorgt. Die Branche befindet sich daher in einem Krisenmodus und arbeitet fieberhaft daran, Speicherkapazitäten zu sichern.
Wir haben beobachtet, dass einige Vertriebskanäle und Zwischenhändler große Mengen an Speichermodulen auf Lager haben, da sie hoffen, diese in einer Situation mit Angebotsengpässen zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Diese Lagerbestände könnten später freigegeben werden, wenn im Laufe dieses Jahres neue Produktionskapazitäten in Betrieb genommen werden.
– Co-CEO von SMIC
Laut SMIC ist die Lage der Speicherindustrie kritisch. Das Unternehmen versicherte seinen Kunden jedoch, dass die Zulieferer aktiv an der Kapazitätserweiterung arbeiten. Prognosen deuten auf einen deutlichen Anstieg der DRAM-Produktion bis 2027 hin. Chinas größter Halbleiterhersteller rät seinen Kunden davon ab, ihre Bestellmengen zu reduzieren, da sie sonst Chancen verpassen könnten, sobald sich die Speicherverfügbarkeit stabilisiert hat. Bis dahin könnten die Produktionskapazitäten bereits voll ausgelastet sein.

Andernfalls, wenn die Nachfrage wieder anzieht und im dritten Quartal neue Speicherkapazitäten in Betrieb genommen werden, werden sie nicht über genügend Chips verfügen, um ihre Produkte herzustellen.
Die größte Sorge der Auftragsfertiger angesichts der DRAM-Knappheit ist die mögliche Unfähigkeit ihrer Kunden, Endprodukte ohne ausreichende Speicherkapazität herzustellen. Kürzlich ging TSMC-CEO CC Wei auf dieses Problem ein und spielte die kurzfristigen Risiken herunter. Er führte die Stabilität des Unternehmens auf die Partnerschaft mit dem Großkunden Apple zurück. Die langfristigen Auswirkungen der DRAM-Knappheit bleiben jedoch ungewiss und könnten für verschiedene Branchen, die auf diese essenziellen Komponenten angewiesen sind, zu einem erheblichen Hindernis werden.
Weiterführende Informationen finden Sie in der Nachrichtenquelle: Nikkei Asia