„Ohne Epic Games kein Alan Wake 2“: Remedy verteidigt den „sehr fairen“ Partnerschaftsvertrag

Gemischte Reaktionen nach dem Kinostart von Alan Wake 2

Alan Wake 2 von Remedy Entertainment wurde bei seiner Veröffentlichung Ende Oktober 2023 positiv aufgenommen, doch die Verkaufszahlen brachen kurz darauf rapide ein. Ende November 2024 teilte das Studio den Investoren mit, dass die Entwicklungs- und Marketingkosten nicht gedeckt waren. Diese Situation änderte sich erst im Februar 2025, als das Spiel die Marke von zwei Millionen verkauften Einheiten überschritt und Remedy dadurch Lizenzgebühren einbrachte.

Faktoren, die die Vertriebsleistung beeinflussen

Obwohl Alan Wake 2 von Genrefans für seine Qualität gelobt wurde, sah es sich aufgrund seiner finanziellen Performance eingehender Kritik ausgesetzt. Analysten und Fans nannten zwei Hauptgründe: das Fehlen einer physischen Version zum Verkaufsstart – ein Mangel, der ein Jahr später behoben wurde – und vor allem die Exklusivität des Spiels im Epic Games Store. Diese Exklusivität spaltete die Spielerschaft, da viele Valves Steam, die führende digitale Vertriebsplattform, bevorzugen. Diese Präferenz führte dazu, dass einige Spieler die Installation des Epic Games Launchers ablehnten und somit ihren Zugang zum Spiel einschränkten.

Branchenkommentar löst neue Debatte aus

Das Thema gewann kürzlich durch Äußerungen von Michael Douse, Publishing Director bei Larian Studios, erneut an Bedeutung. Auslöser seiner Kommentare war eine Aussage von Dave Oshry, CEO von New Blood Interactive, der betonte, dass das kostenlose Anbieten von Spielen im Epic Games Store zu höheren Verkaufszahlen auf Steam führen kann.

Reaktionen der Führungsebene von Epic

Als Reaktion darauf argumentierte Tim Sweeney, Gründer und CEO von Epic Games, dass Entwickler und Spieler von vielfältigen Optionen und besseren Angeboten profitieren. Er merkte an, dass der Epic Games Store etwa 55–60 % der Steam-Nutzerbasis ausmacht und betonte, dass Epic einen Teil seiner Einnahmen in Programme reinvestiert, die sowohl Entwickler als auch Nutzer unterstützen. Sweeney schloss mit einem deutlichen Verweis auf Gabe Newell von Valve und deutete damit an, dass Epic sich verpflichtet hat, die Gaming-Community besser zu bedienen.

Im Anschluss an diese Aussagen äußerte Douse Bedenken hinsichtlich der finanziellen Schwierigkeiten von Remedy und deutete an, dass die „Finanzkrise“ des Unternehmens auf die begrenzte Zielgruppe zurückzuführen sei, die sich durch den alleinigen Start im Epic Games Store ergab. Er vermutete, dass Remedy durch das Fehlen einer Steam-Präsenz „potenziell Hunderte von Millionen“ verloren haben könnte.

Verteidigung des Verlagsvertrags

Überraschenderweise meldete sich Remedy direkt zu Wort, um auf Douses Aussagen einzugehen und bekräftigte, dass das Spiel ohne die Unterstützung von Epic nicht möglich gewesen wäre. Sie betonten, dass ihre Publishing-Vereinbarung ausgesprochen fair gewesen sei und schnelle Verhandlungen ermöglicht habe, die innerhalb weniger Monate abgeschlossen wurden.„Ohne Epic Publishing gäbe es kein Alan Wake 2“, erklärten sie.

Bewertung des Verkaufspotenzials

Ein Steam-Launch hätte zwar zweifellos höhere Verkaufszahlen generiert, doch Markttrends deuten darauf hin, dass die Auswirkungen möglicherweise nicht so bedeutend waren wie erwartet. Das Original- Alan Wake verkaufte sich vergleichbar gut, ohne ähnliche Vertriebsprobleme zu haben. Zudem ist Remedy dafür bekannt, von der Kritik gefeierte Spiele zu entwickeln, die kommerziell oft hinter den Erwartungen zurückbleiben.Control bildet hier eine bemerkenswerte Ausnahme, vermutlich aufgrund seiner Ausrichtung auf populärere Genres.

Blick in die Zukunft

Im Großen und Ganzen war die Veröffentlichung von Alan Wake 2 ein bedeutender Erfolg für Remedy und seine Fangemeinde. Die Existenz der Fortsetzung war keineswegs sicher, und entscheidend ist, dass sie sich als herausragende Bereicherung des Survival-Horror-Genres erwiesen hat. Als Teil des Remedy Connected Universe wächst die Vorfreude auf die diesjährige Veröffentlichung: CONTROL Resonant. Dieser Titel, ein Action-RPG, das mit einem bescheideneren Budget entwickelt wurde, verspricht einen schnelleren Weg zur Profitabilität.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Alan Wake 2 zwar mit einigen Herausforderungen zu kämpfen hatte, darunter die Vertriebsexklusivität, die Zukunft für Remedy aber dennoch vielversprechend ist, da sie weiterhin innovativ sind und kreative Projekte verfolgen.

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