Microsofts Plan, C und C++ durch KI-gesteuerten Rust-Code zu ersetzen, da Windows 11 auf Rust und WebView2 setzt.

Microsoft hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen sämtliche C- und C++-Codes aus seinen Produkten, einschließlich Windows 11, entfernt werden. Auch wenn dies übertrieben optimistisch klingen mag, ist ein angesehener Microsoft-Ingenieur fest von der Machbarkeit dieses Vorhabens überzeugt und führt dies vor allem auf die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zurück. Die Strategie sieht vor, KI zu nutzen, um bestehenden C- und C++-Code in Rust umzuschreiben, einer modernen Programmiersprache, die für ihre Leistungsfähigkeit und Sicherheit bekannt ist.

Der Vorstoß hin zu Rust in der Windows-Entwicklung

Im Rahmen dieser Bemühungen bereitet Microsoft seine Windows-APIs aktiv für Rust-Entwickler vor. Eine wichtige Ressource ist das GitHub-Repository „windows-rs“, das als Rust-Projektion der Windows-API dient. Dadurch können Rust-Entwickler Win32-, COM- und WinRT-Funktionalitäten ähnlich wie in C++- oder C#-Anwendungen nutzen.

Darüber hinaus weitet Microsoft seinen Fokus auf Rust über die allgemeine Anwendungsentwicklung hinaus aus. Das Unternehmen hat eine eigene Initiative zur Entwicklung von Rust-Treibern ins Leben gerufen, die unter windows-drivers-rs auf GitHub zu finden ist. Dies unterstreicht Microsofts Engagement, Rust in verschiedene Bereiche seines Ökosystems zu integrieren.

Ein Einblick in Microsofts Einstellungsstrategie

In einer kürzlich veröffentlichten Stellenanzeige gab Galen Hunt, ein erfahrener Ingenieur mit über dreißig Jahren Berufserfahrung bei Microsoft, eine offene Stelle für einen „IC5 Principal Software Engineer“ bekannt. Diese Ankündigung ist nicht nur wegen des Titels bemerkenswert, sondern auch wegen der interessanten Aussage in der Stellenbeschreibung:

„Unser Ziel ist es, bis 2030 jede Zeile C und C++ aus Microsoft-Code zu eliminieren. Unsere Strategie besteht darin, KI *und* Algorithmen zu kombinieren, um die größten Codebasen von Microsoft neu zu schreiben.“

Die Aussicht, Windows – das hauptsächlich aus C- und C++-Code besteht – grundlegend zu verändern, erscheint gewaltig. Microsoft ist jedoch überzeugt, dass es mithilfe von KI möglich sein könnte, dass ein Entwickler monatlich über eine Million Codezeilen generiert.

Ein Ingenieur, eine Million Leitungen

„Unser Nordstern lautet: ‚1 Entwickler, 1 Monat, 1 Million Codezeilen‘“, schrieb Hunt in einem LinkedIn-Beitrag, wie Windows Latest berichtete. Microsoft hat in den Aufbau einer robusten „Codeverarbeitungsinfrastruktur“ investiert, was wahrscheinlich das Training der KI mit der Syntax von C/C++ und Rust beinhaltet. Diese Entwicklung zielt darauf ab, KI-Systeme in die Lage zu versetzen, Codeänderungen in großem Umfang zu verarbeiten.

Dieser Plan erscheint zwar vielversprechend, doch bestehen Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der KI, nicht nur die Syntax, sondern auch die dem ursprünglichen Code zugrunde liegende Intention korrekt zu übersetzen. Dies könnte erklären, warum kürzliche Windows-Updates mitunter wichtige Funktionen wie den Task-Manager oder sogar den BitLocker-Wiederherstellungsbildschirm beeinträchtigt haben.

Microsoft ist weiterhin optimistisch, dass diese Infrastruktur einen effektiven Übergang vieler seiner größten Legacy-Systeme von C und C++ zu Rust ermöglichen und so für mehr Effizienz und Zuverlässigkeit sorgen wird.

Die Zukunft der Microsoft-Architektur

Wie ein Ingenieur der CoreAI-Abteilung von Microsoft erklärte: „Unser Team ist Teil der Gruppe ‚Zukunft der skalierbaren Softwareentwicklung‘.“ Die Zeit wird zeigen, wie gut diese KI-gesteuerten Programmierer bestehenden C- und C++-Code in Rust für Microsoft-Produkte, einschließlich Windows, übersetzen können. Darüber hinaus ist es wichtig zu beachten, dass sich die Entwicklungslandschaft über C und C++ hinaus weiterentwickelt und viele moderne Anwendungen in Windows 11 zunehmend auf ressourcenintensive Frameworks wie WebView2 oder Electron setzen.

Die Outlook-Agenda-Ansicht im Benachrichtigungscenter wird beispielsweise mithilfe einer Webkomponente generiert, die Microsoft Edge-Prozesse öffnet. Diese Entwicklung verdeutlicht einen umfassenderen Trend hin zur Integration von Webtechnologien in traditionelle Desktop-Anwendungen.

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