Microsoft verbessert die Benutzeroberfläche von Windows 11 durch die Vereinfachung des Kontextmenüs

Microsoft verbessert die Benutzeroberfläche von Windows 11 durch die Vereinfachung des Kontextmenüs

Das Kontextmenü im Datei-Explorer hat mit der Veröffentlichung des neuesten Insider Preview Builds 26220.7271 für Windows 11 eine bedeutende Veränderung erfahren. Microsoft hat das Menü deutlich kompakter gestaltet; zuvor nahm es fast 75 % des vertikalen Bildschirmplatzes ein.

Diese Neugestaltung umfasste die Reorganisation und Zusammenführung ähnlicher Funktionen, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Ein neues Flyout-Menü mit der Bezeichnung „Datei verwalten“ gruppiert nun übersichtlich selten genutzte Aktionen wie „Datei komprimieren“ und „Als Pfad kopieren“.

Verbesserungen am Kontextmenü des Datei-Explorers

Historisch gesehen hat sich das Kontextmenü in Windows 11 deutlich vergrößert, insbesondere bei einer Bildschirmskalierung von 125 % oder mehr, vor allem auf Bildschirmen mit einem Seitenverhältnis von 16:9. Selbst Laptops mit einem Seitenverhältnis von 16:10 sind davon betroffen, da das Menü auch hier etwa 75 % der vertikalen Fläche einnimmt.

Altes Kontextmenü nimmt vertikalen Bildschirmplatz ein
Das vorherige Kontextmenü des Datei-Explorers nahm fast den gesamten vertikalen Bildschirmplatz ein.

Das Kontextmenü wurde insbesondere für Bilddateien aufgrund zusätzlicher Optionen wie „Mit Clipchamp bearbeiten“, „Mit Paint bearbeiten“ und „Fotos“ sehr umfangreich. Obwohl diese Funktionen weiterhin vorhanden sind, hat Microsoft in seinem Windows Insider Blog bestätigt, dass die Verbesserungen darauf abzielen, den Speicherplatzbedarf weniger häufig genutzter Aktionen zu minimieren und gleichzeitig die Zugänglichkeit zu erhalten.

Diese Maßnahme zur Aufräumung entspricht gängigen Organisationspraktiken, indem ähnliche Elemente gruppiert werden. Aktionen wie „Als ZIP-Datei komprimieren“, „Als Desktop-Hintergrund festlegen“, „Nach rechts drehen“ und „Nach links drehen“ befinden sich nun in einem Untermenü mit dem Titel „ Datei verwalten“. Dieser Name ist jedoch noch nicht endgültig und kann sich in zukünftigen Updates ändern.

Durch diese Anpassung wurde das Menü effektiv um vier Zeilen verkürzt, da zuvor jede dieser fünf Optionen einen eigenen Eintrag hatte. Die verschachtelte Menüstruktur entspricht der geplanten Funktion „Geteiltes Kontextmenü“, die Microsoft ebenfalls für WinUI-Anwendungen entwickelt.

Zukünftige Funktionen für geteilte Kontextmenüs
Screenshot mit Darstellung der primären und sekundären Aktionen im kommenden geteilten Kontextmenü.

Zusätzlich zu diesen Verbesserungen finden Nutzer, deren Dateien mit OneDrive oder anderen Cloud-Diensten synchronisiert sind, Optionen wie „Immer auf diesem Gerät behalten“ und „Speicherplatz freigeben“ nun im jeweiligen Untermenü des Cloud-Anbieters. Die neue Anordnung platziert „An mein Smartphone senden“ neben den bisherigen „Öffnen mit“-Optionen und verbessert so die Zugänglichkeit.

Test des aktualisierten Kontextmenüs in der Windows 11 Preview-Version

Nach der Installation des Windows 11 Insider Preview Builds 26220.7271 (KB5070307) in einer virtuellen Umgebung stellte Windows Latest fest, dass das neue Kontextmenü sofort sichtbar war und damit von Microsofts üblicher Vorgehensweise abweicht, neue Funktionen zu verbergen. Beim Erkunden des Datei-Explorers und einem Rechtsklick auf ein Bild wurde deutlich, dass das Kontextmenü nun ein übersichtlicheres und schlankeres Erscheinungsbild bietet.

Übersicht des neu gestalteten Kontextmenüs (Rechtsklick)
Aktualisiertes Kontextmenü, das nun nur noch die Hälfte des vertikalen Bildschirmplatzes einnimmt.

Das Versprechen, den Speicherplatzbedarf zu reduzieren, wurde eingelöst: Das Kontextmenü ist deutlich kürzer. Die Anordnung wirkt nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern bietet auch eine verbesserte Übersichtlichkeit der Optionen. Insbesondere das Kontextmenü für PDFs per Rechtsklick ist jetzt noch kompakter und spiegelt die optimierte Funktionalität für verschiedene Dateitypen wider.

Das Hauptmerkmal bleibt jedoch die neue Option „Datei verwalten“ mit ihren Untermenüs, die sich an den ausgewählten Dateityp anpassen. Während Aktionen für Nicht-Bilddateien in der Regel nur zwei Optionen umfassen – Komprimieren nach und Kopieren als Pfad –, bietet das Kontextmenü für Bilddateien weiterhin ein breiteres Spektrum an Funktionen.

Eine herausragende Neuerung ist die bahnbrechende Verwendung von Untermenüs für Komprimierungsformate, die es Benutzern ermöglichen, zwischen den Dateitypen ZIP, 7z und TAR zu wählen – eine aufregende Premiere für den Datei-Explorer.

Komprimierungsoptionen für Dateien unter „Datei verwalten“
Abbildung, die die verschiedenen Komprimierungsoptionen im neuen Menü „Datei verwalten“ zeigt.

Was mit OneDrive synchronisierte Dateien betrifft, so wurden auch Aktionen wie „Immer auf diesem Gerät behalten“ und „Speicherplatz freigeben“ neu positioniert und werden nun als sekundäre Optionen unterhalb des Menüs des jeweiligen Cloud-Anbieters angezeigt, was die Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit verbessert.

Änderungen im OneDrive-Kontextmenü
Anpassungen im Kontextmenü für mit OneDrive synchronisierte Dateien.

Darüber hinaus befindet sich der zuvor unter „Ordnerspeicherort öffnen“ geführte Befehl nun sinnvollerweise unter der Überschrift „Öffnen mit“, was den logischen Ablauf innerhalb des Menüs verbessert.

Mögliche Verbesserungen für den Datei-Explorer

Wir loben Microsoft zwar für die Funktionserweiterungen von Windows 11, insbesondere für das überarbeitete Kontextmenü im Datei-Explorer, doch bestehen weiterhin Leistungsprobleme. Beispielsweise kann die Vorladefunktion, die die Öffnungsgeschwindigkeit des Datei-Explorers verbessern soll, negative Auswirkungen haben.

Wie im zugehörigen Video zu sehen ist, benötigen bestimmte Aktionen – darunter „Copilot fragen“, „Mit Clipchamp bearbeiten“ und „Fotos“ – bei einem Rechtsklick länger zum Laden. Das Entfernen dieser seltener genutzten Aktionen aus dem Menü könnte die allgemeine Reaktionsfähigkeit verbessern. Falls erforderlich, sollten diese Funktionen idealerweise im Untermenü „Datei verwalten“ zu finden sein.

Interessanterweise ist die Option „In Notepad bearbeiten“ für alle Dateitypen verfügbar und nicht nur für Textdateien. Dies mag für manche Nutzer hilfreich sein, führt aber zu einer kleinen Inkonsistenz in der Funktionalität. Die langen Reaktionszeiten bleiben jedoch für viele Nutzer ein Problem.

Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen den Kontextmenüs von Windows 10 und Windows 11 ist eklatant. Die Kontextmenü-Aktionen von Windows 10 werden nahezu verzögerungsfrei angezeigt und bieten im Vergleich zu der in Windows 11 beobachteten Verzögerung ein deutlich flüssigeres Benutzererlebnis.

Die Reaktionsfähigkeit des Datei-Explorers wird anhand eines Leistungsvergleichs zwischen Windows 10 und Windows 11 veranschaulicht.

Der Leistungsvergleich zeigt, dass der Datei-Explorer von Windows 11 trotz technologischer Fortschritte in puncto Effizienz hinter seinem Vorgänger zurückbleibt. Dies wirft die Frage auf: Warum ist ein so leistungsstarker Datei-Explorer durch ein neueres Betriebssystem weniger effizient geworden?

Das aktualisierte Kontextmenü bietet zwar ein ansprechendes Design, birgt aber noch erhebliches Optimierungspotenzial. Microsoft muss die Verbesserung des Datei-Explorers priorisieren, um seinen Ruf zu stärken, anstatt die Aufmerksamkeit auf andere Initiativen wie Copilot zu lenken, die bei Entwicklern möglicherweise nicht uneingeschränkt Anklang finden.

Quellen & Bilder

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