Leistungsprobleme mit dem neuen WhatsApp für Windows 11: Ein umfassender Test des Web-Wrappers

Leistungsprobleme mit dem neuen WhatsApp für Windows 11: Ein umfassender Test des Web-Wrappers

WhatsApp hat kürzlich eine neue Version seiner Windows-Anwendung veröffentlicht, die ironischerweise schlechter zu laufen scheint als ihr Vorgänger. Die neue Version 2.2584.3.0 ersetzt die bisherige native UWP-App durch einen Web-Wrapper, der Microsofts WebView2-Rendering-Engine nutzt, was zu erheblichen Leistungsproblemen führt.

Am 31. Oktober berichtete Windows Latest, dass WhatsApp ab dem 5. November auf eine Chromium-basierte Web-App umstellen würde. Meta lieferte jedoch nur wenige Informationen zu diesem Übergang von UWP zum Chromium-basierten Web Wrapper, abgesehen von dem Hinweis, dass sich die Nutzer nach dem Update erneut anmelden müssten.

Dieser Übergang ist bereits seit mehreren Monaten im Gange; Berichte aus dem späten Juli deuten darauf hin, dass die WhatsApp Beta-Version bereits auf web.whatsapp.com migriert wurde.

Am 5. November startete Meta das erwartete Update für alle WhatsApp-Nutzer unter Windows. Erste Nutzer berichteten, dass die aktualisierte App ähnlich wie die Beta-Version funktioniert und lediglich web.whatsapp.com in einem WebView2-Container lädt.

Leistungsüberblick über das neue WhatsApp für Windows

Während der Tests der WhatsApp-Betaversion wurde deutlich, dass trotz der Erwartungen an mehr Stabilität und Leistung weiterhin Probleme bestehen. Nutzer berichteten, dass die Betaversion bereits vor dem Einloggen dreimal so viel Arbeitsspeicher verbraucht wie die herkömmliche UWP-Version, was auf einen besorgniserregenden Trend beim Ressourcenverbrauch hindeutet.

RAM-Nutzungsvergleich
RAM-Nutzungsvergleich: WhatsApp Beta vs. UWP-Version

Vor dem Anmelden wies die neue App eine alarmierend hohe RAM-Auslastung von 300 MB auf. Im Gegensatz dazu benötigte die bereits angemeldete und aktive UWP-Version nur knapp 100 MB RAM. Diese Diskrepanz wirft ernsthafte Fragen hinsichtlich der Effizienz und Optimierung der neuen App auf.

Das Anmeldeerlebnis war zwar vertraut, wurde aber von einem Popup begleitet, das die Benutzer auf Änderungen hinwies, darunter die Einführung von Kanälen und erweiterte Funktionen für Status und Communities – Funktionen, die viele Benutzer der UWP-App nicht schätzten und deaktivieren wollten.

WhatsApp-Update-Benachrichtigung

Trotz einiger ästhetischer Verbesserungen bestehen weiterhin die altbekannten Probleme mit Leistung und Reaktionsfähigkeit. Viele Nutzer berichten von frustrierenden Verzögerungen beim Wechsel zwischen Chats, deren Laden Sekunden dauern kann, obwohl die UWP-Version zuvor flüssig lief.

Auswirkungen auf die Benutzererfahrung

Die neue Benutzeroberfläche ist deutlich weniger benutzerfreundlich, insbesondere beim Ändern der Chatfenstergröße. Das neue, auf Chromium basierende WhatsApp hat Schwierigkeiten, Nutzern die Möglichkeit zu geben, die Fenstergröße so anzupassen, dass sie sich ausschließlich auf die aktuelle Unterhaltung konzentrieren können, was das Multitasking beeinträchtigt.

UWP WhatsApp Split-Screen-Funktionalität
Die effektive Split-Screen-Funktion von UWP WhatsApp

RAM-Auslastung und Hardware-Auswirkungen

Das neue WhatsApp-Design führt zu einem übermäßigen RAM-Verbrauch, was insbesondere für Nutzer mit begrenzter Hardware problematisch ist. Mein Laptop weist eine besorgniserregende RAM-Auslastung von 90–95 % auf und kommt mit den Anforderungen der neuen App an seine Grenzen, die im Leerlauf Spitzenwerte von über 600 MB erreichen können.

Der hohe RAM-Verbrauch für eine so einfache Anwendung, insbesondere angesichts der begrenzten Ressourcen, legt nahe, dass die Benutzer entweder andere Anwendungen schließen oder Hardware-Upgrades in Betracht ziehen sollten.

Der hohe Ressourcenbedarf hört damit nicht auf: Selbst im geschlossenen Zustand führt die App weiterhin Prozesse aus, die Arbeitsspeicher und CPU beanspruchen und so die Leistung beeinträchtigen. Nutzer können einige dieser Probleme abmildern, indem sie die Einstellungen so anpassen, dass die App nicht im Hintergrund ausgeführt wird. Dies ist jedoch keine hundertprozentige Lösung.

Bedenken hinsichtlich älterer Hardware

Für Nutzer mit älterer Hardware erfordern diese Anpassungen eine grundlegende Überprüfung ihrer aktuellen Systeme. Beispielsweise beansprucht die neue WhatsApp-Version auf einem leistungsschwächeren PC mit 8 GB RAM schnell die verfügbaren Ressourcen, sodass Nutzer Hardware-Upgrades für grundlegende Funktionen in Betracht ziehen müssen.

WhatsApp-Ressourcennutzung

Herausforderungen bei Videoanrufen

Videoanrufe in der Chromium-basierten Anwendung verschärfen die Probleme mit dem Ressourcenverbrauch erheblich, da sie über 900 MB RAM beanspruchen und gleichzeitig mehr Rechenleistung erfordern als die vorherige UWP-Version, die bei denselben Aktivitäten mit einem Verbrauch von nur etwa 316 MB effizient blieb.

Ressourcennutzung für Videoanrufe
Videoanrufe über das auf Chromium basierende WhatsApp verbrauchen übermäßig viele Ressourcen.

Technische Probleme und Einschränkungen

Es wurden weitere Bedenken hinsichtlich der Funktionalität der neuen App geäußert, darunter Darstellungsfehler bei Statusaktualisierungen, wiederholte Ladebildschirme und ein nicht reagierendes Verhalten nach dem Wechsel zwischen Chats oder dem Öffnen von Bildern. In der einfacheren UWP-Version traten solche Probleme praktisch nicht auf.

Den Übergang zum chrombasierten Modell verstehen

Der Leistungsabfall ist auf die architektonischen Unterschiede zwischen der nativen UWP-App und dem neuen Chromium WebView2-Modell zurückzuführen. Letzteres funktioniert eher wie ein Mini-Browser, und die damit verbundenen Ressourcenanforderungen spiegeln diese Änderung wider.

Obwohl diese Umstellung vordergründig darauf abzielte, die Entwicklungsbemühungen zu vereinheitlichen und Aktualisierungen plattformübergreifend zu vereinfachen, hat sie zu Leistungseinbußen und einem erhöhten Bedarf an Systemressourcen geführt. Es bestehen weiterhin Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit einer solchen Architektur.

Die strategischen Entscheidungen hinter den Änderungen bei Meta

Metas Umstellung von einer nativen App auf eine webbasierte Struktur scheint auf finanzielle Entscheidungen und die Notwendigkeit zurückzuführen zu sein, die Ressourcenzuweisung angesichts allgemeiner wirtschaftlicher Herausforderungen zu optimieren. Da der Fokus zunehmend auf KI und anderen neuen Technologien liegt, scheint die Unterstützung für traditionelle Apps nachzulassen.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Beibehaltung einer funktionsfähigen macOS-App im Gegensatz zur Aufgabe eines nativen Windows-Clients Verwunderung auslöst und auf eine Diskrepanz in der Priorisierung der plattformübergreifenden Entwicklung durch Meta hindeutet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Übergang zu einem Chromium-basierten WhatsApp für Windows zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt, die sich auf Benutzerfreundlichkeit und Leistung auswirken. Obwohl die Änderungen als Verbesserungen beworben werden, deutet die Realität darauf hin, dass viele Nutzer, insbesondere solche mit älterer Hardware, mit erheblichen Nachteilen konfrontiert sein könnten. Angesichts der anhaltenden Diskussionen über Softwarefunktionalität und Ressourcenmanagement ist es für Entwickler weiterhin entscheidend, der Benutzerfreundlichkeit in zukünftigen Versionen höchste Priorität einzuräumen.

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