Intel Nova Lake Desktop-Prozessoren: Kein LPE-Kernübertakten, Einblicke in die Leistungsaufnahme und Details zur 74 TOPS NPU

Insiderquellen haben kürzlich detaillierte Informationen zu Intels kommenden Nova Lake Desktop-Prozessoren veröffentlicht und damit Einblicke in deren Architektur, Übertaktungsmöglichkeiten, Stromverbrauch und Leistung der neuronalen Verarbeitungseinheit (NPU) gegeben. Die Spannung in der Tech-Community wächst, und diese Erkenntnisse versprechen, die Erwartungen an Desktop-Prozessoren neu zu definieren.

Intel Nova Lake Desktop-Prozessoren: Neue Architektur und Leistungseinblicke

In einem früheren Bericht wiesen wir darauf hin, dass Intels Nova-Lake-Desktop-CPUs in Dual-Compute-Tile-Konfigurationen mit bis zu 52 Kernen über 700 Watt verbrauchen könnten. Jüngste Informationen von verschiedenen Insidern haben wichtige Aspekte wie Leistungsaufnahme, Übertaktungspotenzial, NPU-Leistung und die neuartige Kernkonfiguration weiter präzisiert.

Einschränkungen der LPE-Kerne von Nova Lake beim Übertakten

Details des bekannten Leakers Jaykihn zeigen, dass die stromsparenden LPE-Kerne der Nova Lake-S-Serie, basierend auf der Arctic-Wolf-Architektur, nicht übertaktbar sind. Diese Konfiguration umfasst vier LPE-Kerne auf einer dedizierten, stromsparenden Insel, die von Anpassungen des BCLK oder ECLK unbeeinflusst bleibt. Lediglich die Performance-Kerne (P-Kerne) und Effizienz-Kerne (E-Kerne) innerhalb der primären Recheneinheit können übertaktet werden.

Während die LPE-Kerne hinsichtlich des Übertaktens eingeschränkt sind, ermöglichen die Intel Nova Lake „Core Ultra 400-K Unlocked“-CPUs Anpassungen bei IA, BCLK und Speichertakt, vorausgesetzt, es werden moderne Z990-Mainboards verwendet. Andere Chipsatzkonfigurationen können einige dieser Übertaktungsfunktionen einschränken.

Darüber hinaus ermöglichen Intel Nova Lake CPUs das Booten ausschließlich mit den E-Kernen, wodurch die P-Kerne vollständig deaktiviert werden können. Diese neue Funktion erlaubt das Booten von den E-Kernen, den LP-E-Kernen oder beiden, mit der Option, ganze Rechenchips zu deaktivieren. Dies ist besonders bei Varianten mit zwei Rechenchips nützlich, um die Leistung für energiearme Aufgaben zu optimieren oder die Übertaktungsmöglichkeiten zu verbessern.

Intels überarbeitete Kernanordnung für Nova-Lake-CPUs führt im Gegensatz zu früheren Designs, die nur E- und LP-E-Kerne gruppierten, eine Clusterbildung zwischen P- und E-Kernen ein. In dieser Konfiguration bilden zwei P-Kerne einen Cluster mit einem gemeinsamen L2-Cache von 4 MB, was 2 MB L2-Cache pro P-Kern entspricht. Wichtig ist, dass die Deaktivierung von Kernen auf Clusterebene erfolgt: Die Deaktivierung eines P-Kern-Clusters bedeutet den Verlust von zwei P-Kernen, während die Deaktivierung eines E-Kern- oder LP-E-Kern-Clusters den Verlust von vier Kernen zur Folge hat.

Signifikante Fortschritte bei der NPU-Leistung

Jüngste Erkenntnisse, die von X86 is dead&back über soziale Medien geteilt wurden, deuten auf eine bemerkenswerte Verbesserung der NPU-Leistung der Nova-Lake-Serie hin. Diese erreicht 74 TOPS – eine Steigerung um das 5, 6-Fache gegenüber den aktuellen Arrow-Lake-Prozessoren. Die bestehenden Prozessoren der Panther-Lake- und Lunar-Lake-Familien haben eine solide Grundlage für die NPU-Leistung geschaffen und positionieren Nova Lake als potenziellen Marktführer im Bereich KI-Verarbeitung für Desktop-Plattformen.

Quellen zufolge werden Nova-Lake-Prozessoren sowohl Intels 18A- als auch TSMCs N2-Fertigungsprozess nutzen. Welche einzelnen Chips welche Prozesse verwenden, ist noch unklar, es wird jedoch erwartet, dass Intel, ähnlich wie bei Panther Lake, auf einen Mix aus verschiedenen Prozessen setzt.

Erläuterung der Kennzahlen zum Stromverbrauch

Die zuvor genannte Angabe von über 700 W hat großes Interesse geweckt, und eine genauere Erläuterung der Leistungsgrenzen erscheint angebracht. Laut Kopite7kimi stammt dieser Wert aus einer Konfiguration ohne festgelegte Leistungsgrenzen und repräsentiert die maximale Ausgangsleistung des Chips in einer Dual-Compute-Tile-Anordnung mit bis zu 52 Kernen.

Dieser hohe Verbrauch ist größtenteils auf eine kurzzeitige Leistungsspitze unterhalb der PL4-Grenzwerte zurückzuführen. PL4 definiert Schwellenwerte zum Schutz der CPU-Integrität bei Lastspitzen. Vorläufige Statistiken deuten darauf hin, dass der PL1-Wert für Nova Lake-S-CPUs zwischen 125 und 150 W liegt, während der PL2-Wert zwischen 250 und 450 W liegen könnte. Der erwähnte Wert von über 700 W entspricht den PL4-Grenzwerten und unterscheidet sich somit deutlich von typischen Betriebszuständen.

Mit zunehmenden Details zu den Intel Nova Lake-S Desktop-Prozessoren gewinnen wir ein klareres Bild von den einzigartigen Merkmalen und Fähigkeiten dieser neuen Prozessoren. Die Nova Lake-S-Serie, deren Markteinführung für später in diesem Jahr geplant ist, wird direkt mit AMDs kommenden Ryzen-Prozessoren auf Basis der Zen-6-Architektur konkurrieren. Dies dürfte zu einem spannenden technologischen Wettstreit führen, der voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 stattfinden wird.

Vergleichsübersicht: Nova Lake-S vs. Arrow Lake-S

Besonderheit Nova Lake-S Arrow Lake-S
Anzahl der Kerne (Max.) 52 24
Fadenanzahl (Max.) 52 24
Max P-Kerne 16 8
Max E-Cores 32 16
Max LP-E Kerne 4 0
Maximaler Cache (L2+L3) 160–320 MB 76 MB
Max bLLC Cache 144–288 MB N / A
DDR5 (1DPC 1R) 8000 MT/s 7200-6400 MT/s
PCIe 5.0 Lanes (Max) 36 24
PCIe 4.0 Lanes (Max) 16 4
Buchsenunterstützung LGA 1954 LGA 1851
Maximale TDP (PL1) 125-175 W 125 W
Maximale Leistung ~700 W (Dual) ~350 W (Single) ~400 W
Start 2. Halbjahr 2026 1. Halbjahr 2026

Quellen & Bilder