So prüfen Sie den Fernzugriff auf Ihrem Windows-PC

So prüfen Sie den Fernzugriff auf Ihrem Windows-PC

Remote-Access-Malware, einschließlich Remote Access Trojanern (RATs) und Rootkits auf Kernel-Ebene, stellt ein erhebliches Risiko für Ihren Windows-PC dar, da sie es böswilligen Akteuren ermöglicht, Ihr System ohne Ihre Zustimmung zu steuern. Da diese Bedrohungen heimtückisch sind, sind sie besonders schwer zu erkennen. Wenn Sie einen unbefugten Zugriff auf Ihr Gerät vermuten, hilft Ihnen dieser Leitfaden, die Remote-Präsenz zu bestätigen und die Bedrohung effektiv zu beseitigen.

Warnsignale für Fernzugriff erkennen

Obwohl der Fernzugriff oft unsichtbar erfolgt, gibt es mehrere verräterische Anzeichen, die auf eine Kompromittierung hindeuten können. Diese Symptome können zwar auch auf andere Probleme hinweisen, ihre Kombination kann jedoch auf eine Remote-Aktivität hindeuten.

  • Unregelmäßiges Maus- oder Tastaturverhalten: Wenn Sie bemerken, dass sich Ihr Cursor unregelmäßig bewegt oder unerwarteter Text eingegeben wird, kann dies an einer Fernsteuerungssoftware liegen. Dazu gehören Verhaltensweisen wie das Springen des Cursors oder die autonome Ausführung von Befehlen. Es ist wichtig, diese Vorkommnisse genau zu überwachen, da sie auf einen unbefugten Zugriff hinweisen können.
  • Unerwartetes Anwendungsverhalten: Wenn Anwendungen ohne Ihr Zutun geöffnet und geschlossen werden, kann dies ein Warnsignal sein. Hacker können Software per Fernzugriff anweisen, Aufgaben auszuführen. Dabei zielen sie häufig auf kritische Apps ab, um Ihre Sicherheitsmaßnahmen zu deaktivieren.
  • Neue Benutzerkonten erkannt: Cyberkriminelle richten häufig Zweitkonten ein, um nach ihrer Entdeckung weiterhin Zugriff zu haben.Überprüfen Sie Ihre Windows- Einstellungen -> Konten auf unbekannte Einträge in den Abschnitten „Familie“ und „Andere Benutzer“.
  • Leistungseinbußen: Ein plötzlicher Leistungsabfall kann auf ressourcenintensive Remote-Aktionen hindeuten. Achten Sie besonders darauf, wenn dieses Problem sporadisch auftritt, da es mit unzulässigen Remote-Zugriffsversuchen zusammenhängen kann.
  • Unbefugte Aktivierung von Remotedesktop: Da Windows Remotedesktop von Natur aus anfällig ist, aktivieren Hacker es häufig ohne Zustimmung des Benutzers. Stellen Sie sicher, dass es deaktiviert ist, indem Sie in den Windows-Einstellungen zu System -> Remotedesktop navigieren.
Kontooptionen in den Windows 11-Einstellungen
Remotedesktop in den Windows-Einstellungen deaktiviert

Bestätigen des Fernzugriffs auf Ihrem PC

Wenn Sie besorgniserregende Anzeichen feststellen, müssen Sie unbedingt Maßnahmen ergreifen, um Ihren Verdacht auf Fernzugriff zu bestätigen. Verfolgen Sie die Aktivitäten mit integrierten Windows-Tools, um Hinweise auf einen möglichen unbefugten Zugriff zu sammeln.

Verwenden der Windows-Ereignisanzeige

Die Windows-Ereignisanzeige ist eine wertvolle Ressource zur Nachverfolgung von Benutzeraktivitäten. Sie kann nicht autorisierte Anmeldeversuche und RDP-Anmeldungen (Remote Desktop Protocol) aufdecken. Suchen Sie zunächst in der Windows-Suchleiste nach „Ereignisanzeige“.

Navigieren Sie zu Windows-Protokolle -> Sicherheit. Sortieren Sie die Ereignisse nach ID, insbesondere nach Ereignis-ID 4624, die auf Anmeldeversuche hinweist. Seien Sie besonders vorsichtig bei Ereignissen mit dem Anmeldetyp 10, da diese auf Remote-Anmeldungen hindeuten.

Windows-Ereignisanzeige zeigt die Ereignis-ID an

Überprüfen Sie außerdem die Ereignis-ID 4778, die Aufzeichnungen über die erneute Verbindung von Remote-Sitzungen bereitstellt und so Einblicke in die Netzwerkidentität und den Zeitstempel der Aktivität gewährt.

Überwachen des Netzwerkverkehrs

Die Überwachung Ihres Netzwerkverkehrs ist ein praktischer Ansatz zur Erkennung von Fernzugriffen. Tools wie GlassWire helfen, verdächtige Verbindungen zu identifizieren und bieten automatische Abwehrmechanismen gegen potenzielle Eindringlinge.

In GlassWire können Sie aktive Verbindungen im Abschnitt „GlassWire Protect“ anzeigen. Die App kennzeichnet nicht vertrauenswürdige Verbindungen und hilft Ihnen so, böswillige Remote-Aktivitäten zu erkennen.

Glasswire-Bewertungsbereich in der Hauptschnittstelle

Untersuchen Sie geplante Aufgaben

Angreifer nutzen häufig den Taskplaner, um ihren Zugriff auch nach einem Neustart aufrechtzuerhalten. Suchen Sie in diesem Dienstprogramm nach unbekannten oder verdächtigen Aufgaben.Öffnen Sie den Taskplaner, indem Sie in der Windows-Suche danach suchen. Navigieren Sie dann zu „Taskplaner (Lokal)“ -> „Taskplaner-Bibliothek“ und überprüfen Sie alle unbekannten Ordner.

Menü „Aufgabeneigenschaften“ im Windows-Aufgabenplaner

Maßnahmen gegen Fernzugriff

Sobald ein unbefugter Zugriff festgestellt wurde, trennen Sie sofort die Internetverbindung. Dies kann weitere böswillige Aktivitäten verhindern, während Sie Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ergreifen. Nutzen Sie ein anderes Gerät, um wichtige Kontopasswörter zurückzusetzen und wichtige Daten zu sichern.

Führen Sie einen Offline-Scan mit Microsoft Defender durch

Wenn Ihre aktuelle Sicherheitslösung gegen fortgeschrittene Bedrohungen wie Rootkits nicht ausreicht, sollten Sie die Offline-Scan-Funktion von Microsoft Defender in Betracht ziehen. Diese Methode scannt Ihren PC beim Start und bietet so eine sichere Umgebung zum Erkennen hartnäckiger Malware.

Starten Sie den Scan, indem Sie nach „Windows-Sicherheit“ suchen, zu Viren- und Bedrohungsschutz -> Scanoptionen navigieren, dann Microsoft Defender Antivirus (Offline-Scan) auswählen und auf Jetzt scannen klicken.

Ausführen des Windows Defender-Offlinescans

Verdächtige Programme entfernen

Führen Sie unabhängig von den Scan-Ergebnissen eine manuelle Überprüfung auf unbekannte Anwendungen durch. Gehen Sie zu Einstellungen -> Apps -> Installierte Apps, um verdächtige Software zu identifizieren. Entfernen Sie Anwendungen wie TeamViewer, AnyDesk und Chrome Remote Desktop, die möglicherweise kompromittiert oder ohne Ihr Wissen installiert wurden.

Konfigurieren der Firewall-Einstellungen

Um unbefugten Fernzugriff zu verhindern, blockieren Sie häufig verwendete eingehende Fernzugriffsports in Ihren Firewall-Einstellungen. Diese Maßnahme ist wichtig, wenn Sie diese Dienste nicht nutzen.

Öffnen Sie die Windows Defender Firewall mit erweiterter Sicherheit über die Windows-Suche. Wählen Sie „Eingehende Regeln“ -> „Neue Regel“, dann „Port“ und „Weiter“. Geben Sie „TCP“ an und listen Sie die folgenden Ports auf, die blockiert werden sollen:

  • 3389 (Windows-Remotedesktop)
  • 5900 (Virtuelles Netzwerk-Computing)
  • 5938 (TeamViewer)
  • 6568 (AnyDesk)
  • 8200 (GoToMyPC)
Erstellen einer eingehenden Regel in der Windows-Firewall

Erwägen Sie eine saubere Windows-Installation

Sollten andere Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Neuinstallation von Windows erforderlich sein. Diese Methode reduziert das Risiko von Malware drastisch, erfordert jedoch eine vollständige Datensicherung, da dabei alle Daten von Ihrem PC gelöscht werden.

Bei potenziell unbefugtem Zugriff, egal ob remote oder lokal, ist entschlossenes Handeln entscheidend. Präventionsstrategien und die Verwendung robuster Windows-Sicherheitsoptionen sind Ihr bester Schutz vor zukünftigen Bedrohungen.

Bildnachweis: Vecteezy. Alle Screenshots von Karrar Haider.

Häufig gestellte Fragen

1. Wie kann ich feststellen, ob jemand per Fernzugriff auf meinen PC zugreift?

Achten Sie auf ungewöhnliche Anzeichen wie unregelmäßige Cursorbewegungen, das Öffnen oder Schließen unbekannter Programme und das Erscheinen neuer Benutzerkonten in Ihren Einstellungen. Die Überwachung des Netzwerkverkehrs und die Überprüfung der Windows-Ereignisanzeige können unbefugte Aktivitäten bestätigen.

2. Was soll ich tun, wenn ich Hinweise auf einen Fernzugriff auf meinem PC finde?

Trennen Sie sofort Ihre Internetverbindung, um weitere unbefugte Aktivitäten zu verhindern. Setzen Sie anschließend die Passwörter für wichtige Konten zurück, scannen Sie Ihr System mit Sicherheitstools und suchen Sie nach verdächtigen Programmen oder Netzwerkverkehr.

3. Ist eine Neuinstallation von Windows notwendig?

Eine Neuinstallation sollte in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Methoden fehlschlagen oder Sie die vollständige Entfernung von Schadsoftware sicherstellen möchten. Sichern Sie vor dieser Methode unbedingt Ihre Daten, da alle Inhalte von Ihrem Gerät gelöscht werden.

Quelle & Bilder

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