Ubisofts große Umstrukturierung: Turbulente Reaktionen der Mitarbeiter
Der Videospielgigant Ubisoft befindet sich nach der Ankündigung einer geplanten umfassenden Neustrukturierung in einer Phase des Umbruchs. Ziel dieser Umstrukturierung ist die Aufteilung des gesamten Unternehmens in fünf eigenständige Kreativabteilungen, was erhebliche Veränderungen in der Führungsebene und die Einstellung zahlreicher Projekte zur Folge hat. Zu den Leidtragenden dieser Neustrukturierung gehören sechs laufende Projekte, darunter das mit Spannung erwartete Remake von Sands of Time. Darüber hinaus wurden sieben Projekte verschoben, und vier neue Initiativen sind entstanden, während Ubisoft sich in diesem schwierigen Umfeld zurechtfindet. Dieses beinhaltet voraussichtlich einen Anstieg der Entlassungen und die erneute Verpflichtung der Mitarbeiter zur Rückkehr ins Büro.
Dieser drastische Schritt hat nicht nur zu einem steilen Kursverfall der Ubisoft-Aktie geführt – auf den niedrigsten Stand seit 2011 –, sondern auch zu einem erschreckenden Verlust von 95 % des gesamten Marktwerts in den letzten acht Jahren. Die Mitarbeitermotivation ist auf einem neuen Tiefpunkt angelangt, was die Frustration innerhalb der Belegschaft weiter verschärft. Wie die französische Zeitung Le Monde berichtet und GamesIndustry. Biz hervorhebt, hat die Gewerkschaft Solidaires Informatique bereits für den 22. Januar 2026 einen Streik vor dem Ubisoft-Werk in Paris ausgerufen, um gegen die umstrittenen Entscheidungen des Managements zu protestieren.
Der Protest, der mit nur zehn Teilnehmern zwar klein ausfiel, richtete sich explizit gegen CEO Yves Guillemot. Die Gewerkschaft formulierte bei dieser Demonstration drei Hauptforderungen: die Einstellung der Sparmaßnahmen, den Erhalt und die Ausweitung der Homeoffice-Regelungen sowie deutliche Gehaltserhöhungen. Laut Marc Rutschlé, einem Gewerkschaftsvertreter, herrscht bei Ubisoft eine Atmosphäre der Wut und Verzweiflung.
„In diesem Zustand scheint es uns klar, dass Yves Guillemot weder sein Unternehmen noch dessen Mitarbeiter kennt oder versteht“, sagte Rutschlé.„Das Unternehmen setzt seinen Spar- und Entlassungsplan fort. Unsere Teams arbeiten bereits unter Druck und sind oft unterbesetzt. Nach mehreren Jahren ohne Gehaltserhöhungen (oder nur sehr geringen Steigerungen) gehen wir davon aus, dass die Mitarbeiter auch in diesem Jahr keine Gehaltserhöhung erhalten werden. Gleichzeitig werden im Zuge der Umstrukturierung zahlreiche hochrangige Positionen mit überhöhten Gehältern geschaffen.“
„Aus Sicht unserer Gewerkschaft handelt es sich bei dieser erzwungenen Kehrtwende um einen verkappten Entlassungsplan, der darauf abzielt, Mitarbeiter aus dem Unternehmen zu drängen. Die Stimmung im Studio ist besonders beklagenswert; Wut und Verzweiflung herrschen vor. Personalvertreter haben mehrere Tränenausbrüche miterlebt; einige Kollegen haben Suizidgedanken geäußert. Wenn Guillemot die Leute unglücklich machen wollte, hätte er es nicht besser machen können.“
Während sich die Turbulenzen weiter zuspitzen, bleibt die Zukunftsfähigkeit von Ubisoft ungewiss. Ein dramatischer Wertverlust von 95 % innerhalb von acht Jahren unterstreicht eine schwere Führungskrise, die durch frühere Vorwürfe des Fehlverhaltens innerhalb des Unternehmens noch verschärft wird. Ohne grundlegende Veränderungen in der Unternehmensführung riskiert der beliebte Publisher – seit über zwei Jahrzehnten eine feste Größe in der Branche – künftig vor unüberwindbaren Herausforderungen zu stehen.
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