Ehemaliger Assassin’s Creed-Manager reicht Klage in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar gegen Ubisoft wegen angeblicher konstruktiver Kündigung ein

Ehemaliger Assassin’s Creed-Manager reicht Klage in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar gegen Ubisoft wegen angeblicher konstruktiver Kündigung ein

Umstrukturierung der Ubisoft-Führung: Marc-Alexis Côté reicht Klage ein

Im Oktober 2025, nach der Ankündigung von Vantage Studios, einer neuen Ubisoft-Tochtergesellschaft in Zusammenarbeit mit Tencent, vollzogen sich innerhalb des Unternehmens bedeutende Veränderungen. Diese Tochtergesellschaft ist für die Betreuung wichtiger Spieleserien wie Assassin’s Creed, Rainbow Six und Far Cry zuständig. In dieser Zeit gab Marc-Alexis Côté, der Leiter der Assassin’s Creed-Reihe, seinen Abschied von Ubisoft bekannt. Obwohl Ubisoft diesen Weggang als freiwillige Entscheidung Côtés darstellte, stellte er später in einer Stellungnahme klar, dass er tatsächlich zum Rücktritt aufgefordert worden war.

Die Situation hat sich zugespitzt, da Côté nun rechtliche Schritte gegen Ubisoft auf eine beträchtliche Summe von 1, 3 Millionen Dollar einleitet und eine „konstruktive Kündigung“ geltend macht. Diese Klage erfolgt vor dem Hintergrund von Vorwürfen, dass Ubisoft versucht habe, Abfindungsverpflichtungen zu umgehen, indem sein Ausscheiden falsch dargestellt wurde.

Côtés Amtszeit und Vorwürfe

Côté war fast zwei Jahrzehnte lang für Ubisoft tätig, vorwiegend im Bereich Assassin’s Creed, wo er die letzten drei Jahre als Leiter fungierte. Laut der Klage ergaben Gespräche im Sommer 2025, dass innerhalb der Vantage Studios eine neue Position als „Leiter der Franchise“ geschaffen werden sollte, die viele von Côtés bisherigen Aufgaben übernehmen würde. Anstatt seine einflussreiche Rolle zu behalten, wurde ihm die Position des „Produktionsleiters“ angeboten, die seine Autorität über die Assassin’s Creed-Reihe stark einschränken und sein Engagement in strategischen Partnerschaften, darunter auch mit Netflix, das eine Assassin’s Creed-Fernsehserie entwickelt, verringern würde.

Die Klage schildert detailliert, wie Côté eine untergeordnete Position angeboten wurde, die er als Degradierung empfand. Verunsichert und ängstlich bat er um eine kurze Auszeit, um über seine Zukunft nachzudenken. Nach seiner Rückkehr erkannte er die ihm angebotene Position als inakzeptabel und forderte eine Abfindung. Daraufhin wies ihn Ubisoft an, nicht mehr zur Arbeit zu kommen, und erklärte öffentlich, er habe sich „entschieden, einen neuen Weg einzuschlagen“ – eine Darstellung, die Verwunderung auslöste.

Einzelheiten der Klage

Côté wirft Ubisoft in seiner Klage vor, seinen Austritt absichtlich als freiwillig dargestellt zu haben, um die Abfindung zu umgehen. Er fordert zwei Jahresgehälter und 75.000 US-Dollar Schmerzensgeld und bezeichnet die Situation als Machtmissbrauch, der seinem beruflichen Ruf geschadet habe. Die Gesamtforderung beläuft sich auf 1, 3 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus beantragt Côté die Aufhebung seiner Wettbewerbsklausel, um neue berufliche Möglichkeiten in der Spielebranche wahrnehmen zu können.

Aktueller Kontext der Herausforderungen von Ubisoft

Obwohl bisher nur Côtés Perspektive vorliegt, sind im Jahr 2025 bereits mehrfach Zweifel an Ubisofts Entlassungspraxis aufgekommen. Anfang des Jahres schloss Ubisoft sein Studio in Halifax, was zur Entlassung von 71 Mitarbeitern führte, kurz nachdem die Mehrheit der Belegschaft für die Gründung einer Gewerkschaft mit CWA Canada gestimmt hatte. Ubisoft behauptet, die Entscheidung zur Schließung des Studios sei vor der Gewerkschaftsabstimmung gefallen und nicht von ihr beeinflusst worden; dies veranlasste CWA Canada jedoch, die Darstellung des Unternehmens infrage zu stellen und Beweise für ihre Behauptungen zu fordern.

Während der Druck der CWA Canada zunimmt, überdenkt Ubisoft Berichten zufolge die Abfindungspakete für die entlassenen Mitarbeiter. Verstärkt wird diese Situation durch die Enthüllung, dass das Unternehmen in den letzten fünf Jahren in Halifax Steuervergünstigungen in Höhe von fast einer Milliarde Dollar erhalten hat.

Jüngste Abgänge bei Ubisoft

Interessanterweise ist Marc-Alexis Côté nicht der einzige hochrangige Ubisoft-Manager, der nach der Gründung von Vantage Studios das Unternehmen verlassen hat. Auch Julian Gerighty, Leiter der „The Division“-Reihe, gab letzte Woche seinen Abschied bekannt, nachdem bereits zuvor Gerüchte kursierten. Anders als Côté wechselt Gerighty ohne die gleichen Kontroversen zu Battlefield Studios.

Diese Welle von Führungswechseln bei Ubisoft verdeutlicht die umfassenderen Herausforderungen der Spielebranche und spiegelt die anhaltenden Veränderungen in Unternehmensstrategien und der Arbeitswelt wider. Während Côtés Rechtsstreit weitergeht, warten die Gaming-Community und Branchenkenner gespannt auf Ubisofts nächste Schritte.

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