Microsoft, ein Gigant der Technologiebranche mit einer Marktkapitalisierung in Billionenhöhe, wird voraussichtlich umfassende Funktionen in seine Plattformen integrieren. Die Realität sieht jedoch etwas ernüchternd aus. Das neueste Update für Windows 11 enthält zwar ein Tool zum „Internet-Geschwindigkeitstest“, leitet die Nutzer aber lediglich zu Bing.com weiter, anstatt eine integrierte Lösung anzubieten.
Ab dem 10. März 2026 veröffentlicht Microsoft das Patch-Tuesday-Update für Windows 11 und Windows 10. Während Windows 10 keine funktionalen Verbesserungen erfährt, kommen Windows-11-Nutzer in den Genuss neuer Funktionen, wie beispielsweise der Unterstützung für Emoji 16 im Emoji-Panel und des viel diskutierten „Internet-Geschwindigkeitstests“, der im Grunde nur eine Verknüpfung zu Bing.com darstellt.

Diese Funktion hat seit ihrer ersten Veröffentlichung Ende Februar im Rahmen des optionalen Windows 11-Updates KB5077241 für großes Aufsehen gesorgt. Aktuell wird sie schrittweise über das Sicherheitsupdate vom März (KB5079473) für alle Nutzer freigegeben. Die Annahme, dass damit ein echtes, integriertes Geschwindigkeitstest-Tool eingeführt wird, erscheint jedoch irreführend.
Das Update beinhaltet einen Schalter mit der Bezeichnung „Geschwindigkeitstest durchführen“, der die Benutzer bei Auswahl zu Bing.com weiterleitet.

Nach der Einführung wird Nutzern die neue Option „Geschwindigkeitstest durchführen“ angezeigt, wenn sie mit der rechten Maustaste auf das Ethernet- oder WLAN-Symbol in der Taskleiste klicken. Durch Auswahl dieser Funktion wird der Standardbrowser geöffnet und Bing.com nach „Internet-Geschwindigkeitstest“ abgefragt.
Dieser Ansatz bietet einige Vorteile. Erstens werden die Standardeinstellungen Ihres Browsers beibehalten, sodass die Verknüpfung die in den Einstellungen festgelegten Benutzerpräferenzen berücksichtigt. Zweitens misst der Bing-Internetgeschwindigkeitstest die Geschwindigkeit effektiv, indem er ein zufälliges Datensegment herunterlädt und an die SpeedTest-Server hochlädt.

Es ist erwähnenswert, dass Microsoft eine Partnerschaft mit SpeedTest unterhält, einem Unternehmen von Ookla, das kürzlich von Accenture übernommen wurde. Microsofts Entscheidung, den eigenen, auf Azure basierenden Geschwindigkeitstest zugunsten von SpeedTest schrittweise einzustellen, verdeutlicht einen Strategiewechsel.
Zeit für Microsoft, sich auf native Funktionen zu konzentrieren
Manche mögen argumentieren, dass die Weiterleitung von Nutzern zu einem webbasierten Geschwindigkeitstest die Benutzererfahrung verbessern könnte. Dieser Gedanke ist zwar nicht unbegründet, doch ist es für Microsoft unerlässlich, keine halbherzigen Weblösungen mehr zu verbreiten, insbesondere nicht auf häufig genutzten Oberflächen wie der Taskleiste.
Zu dieser Frustration trägt auch die Tatsache bei, dass Microsoft den Nutzern zuvor die von ihnen erwarteten nativen Funktionen zur Verfügung gestellt hat.

Bereits 2013 bot Microsoft eine eigene Netzwerkgeschwindigkeitstest-App für Windows an, die auf XAML basierte – einem nativen Framework für Windows 8 und spätere Versionen – anstatt lediglich auf eine Suchseite zu verweisen. Diese App war benutzerfreundlich und nahtlos in das von Microsoft betonte Metro-Design integriert.
Das zuvor in Windows 8 verfügbare native Geschwindigkeitstest-Tool lieferte zahlreiche wertvolle Erkenntnisse über die Netzwerkbedingungen, einschließlich Verbindungsdetails und Netzwerkstatus, und führte ein historisches Leistungsprotokoll, wodurch eine Verknüpfung zu Bing.com nicht mehr ausreichte.
Angesichts der beträchtlichen Ressourcen und der stark gestiegenen Unternehmensbewertung – die sich seit 2013 fast vervierfacht hat – ist die Entwicklung und Bereitstellung echter nativer Funktionen für Microsoft durchaus realisierbar. Leider deutet der Trend auf ein nachlassendes Interesse an einer effektiven Verbesserung des Windows-Betriebssystems hin.
Derzeit können Benutzer die Option „Geschwindigkeitstest durchführen“ weder aus dem Kontextmenü in der Taskleiste entfernen noch sie auf alternative Anwendungen oder Websites umleiten.
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