Die US-Regierung erwägt, Tencent aus Gründen der nationalen Sicherheit zum Verkauf seiner US-amerikanischen Glücksspielunternehmen zu zwingen.

Die US-Regierung erwägt, Tencent aus Gründen der nationalen Sicherheit zum Verkauf seiner US-amerikanischen Glücksspielunternehmen zu zwingen.

US-Regierung überdenkt Tencents Gaming-Investitionen angesichts nationaler Sicherheitsbedenken

Laut einem kostenpflichtigen Bericht der Financial Times prüft die US-Regierung derzeit die Möglichkeit, den chinesischen Spielehersteller Tencent aufgrund von Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit zum Verkauf seiner Anteile an amerikanischen Spieleunternehmen zu verpflichten. Diese Prüfung erfolgt vor dem Hintergrund von Beratungen über das Ausmaß der Tencent-Investitionen, die dem Unternehmen Berichten zufolge Zugriff auf Daten von Millionen amerikanischer Spieler verschafft haben. Ein wichtiges Treffen von Kabinettsmitgliedern war für heute geplant, um diese Angelegenheit weiter zu erörtern; es wurde jedoch aufgrund von Terminkonflikten verschoben. Da Präsident Donald Trump im April ein Treffen mit Präsident Xi Jinping plant, werden Entscheidungen bezüglich dieser Investitionen voraussichtlich im Vorfeld getroffen.

Ursprung der Untersuchung

Die Überprüfung der umfangreichen Investitionen von Tencent geht nicht auf die aktuelle Trump-Administration zurück. Tatsächlich begann das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) bereits unter der vorherigen Regierung mit der Untersuchung der Aktivitäten von Tencent. Der Fall hat sich zu einer der längsten Prüfungen des CFIUS entwickelt. Unter der Biden-Administration traten unterschiedliche Ansichten zwischen den Bundesbehörden hinsichtlich des angemessenen Vorgehens zutage. Das Justizministerium tendierte zu strengeren Maßnahmen und drängte möglicherweise auf eine Veräußerung der Beteiligungen, während das Finanzministerium den Erhalt dieser Investitionen mit bestimmten Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise einer verbesserten Datentrennung, befürwortete. Diese interne Uneinigkeit trug dazu bei, dass keine Lösung gefunden werden konnte.

Tencents umfangreiches Spieleportfolio

Tencent hält bedeutende Anteile an mehreren namhaften Spieleunternehmen. Das Unternehmen besitzt Riot Games vollständig und hat dadurch Zugriff auf Spielerdaten beliebter Titel wie League of Legends und Valorant. Darüber hinaus besitzt Tencent 35 % der Anteile an Epic Games, dem Entwickler des Welthits Fortnite. Die US-Regierung ist gleichermaßen besorgt über Tencents potenziellen Datenzugriff durch Spiele nicht-amerikanischer Entwickler, wie beispielsweise Supercell, den Machern des äußerst erfolgreichen Handyspiels Clash of Clans.

Mögliche Lösungen und politische Implikationen

Ein Präzedenzfall für eine teilweise Veräußerung wurde bei TikTok beobachtet, das nun unter einer separaten Einheit namens „TikTok USDS Joint Venture LLC“ operiert. Dieses Joint Venture wird größtenteils von einem Konsortium US-amerikanischer Investoren, darunter Oracle, Silver Lake und MGX, unterstützt und ist verantwortlich für den Schutz US-amerikanischer Daten, die Gewährleistung der Algorithmus-Sicherheit sowie die Überwachung der Inhaltsmoderation und der Softwareintegrität.

Riot Games gilt als wahrscheinlichster Kandidat für eine mögliche Veräußerung, da Tencents Anteil an Epic Games keine Mehrheit darstellt und Turtle Rock Studios zu klein ist, um eine bedeutende Rolle zu spielen. Dennoch könnte diese Situation beim bevorstehenden Gipfeltreffen als politisches Druckmittel dienen und das Ergebnis weiter verkomplizieren.

Quellen & Bilder

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