Die aggressive Werbung von Microsoft Bing für Copilot bei ChatGPT- und Gemini-Suchen ist peinlich.

Die aggressive Werbung von Microsoft Bing für Copilot bei ChatGPT- und Gemini-Suchen ist peinlich.

Bing lenkt Windows-11-Nutzer strategisch von ChatGPT und Gemini weg, indem es ein interaktives Copilot-Widget prominent platziert. Dieses neue Widget ist deutlich größer – etwa fünfmal so groß – als herkömmliche Suchergebnisse oder Anzeigen auf der Plattform, wie Windows Latest berichtet.

Mit einem Marktanteil von rund 15 % in den USA hat Microsoft in der Vergangenheit Bing.com zur Bewerbung seines Edge-Browsers genutzt. Dieser Ansatz geht mittlerweile über die reine Browserwerbung hinaus; aktuelle Beobachtungen deuten darauf hin, dass Bing seine Werbeaktivitäten nun auf KI-Tools und konkurrierende Suchplattformen konzentriert.

Copilot auf Bing

Der beigefügte Screenshot veranschaulicht verschiedene Aktionen der Copilot-Funktion, darunter „Bild erstellen“, „Schreiben verbessern“, „Ersten Entwurf schreiben“ und „E-Mail entwerfen“.Diese Funktionen werden hervorgehoben, um Nutzer, die nach ChatGPT suchen, dazu zu bewegen, im Microsoft-Ökosystem zu bleiben und nicht zu Konkurrenzdiensten zu wechseln.

Bei meiner Suche nach „ChatGPT“ auf Bing wollte ich direkt zur Website von OpenAI gelangen – eine Kernfunktion jeder Suchmaschine. Stattdessen wurde mir jedoch prominent ein von Microsoft gesponsertes Copilot-Fenster angezeigt, was Bedenken hinsichtlich möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht aufkommen lässt.

Dies ist nicht Bings erster Versuch, Nutzer von ChatGPT und Gemini abzuwerben. Bereits im Juni 2025 berichtete Windows Latest über ähnliche Werbestrategien, die auf konkurrierende KI-Systeme abzielen. Die neueste Werbevariante präsentiert aggressive Funktionen und preist exklusive, direkte Vorschläge von Bing an.

Bings Taktik: Google imitieren und Edge fördern

Um die Bemühungen zur Marktanteilsgewinnung weiter zu verdeutlichen, werden Nutzern bei der Google-Suche über Bing Suchergebnisse mit einer Suchleiste angezeigt, die der Google-Oberfläche stark ähnelt. Diese clevere Taktik gaukelt den Nutzern vor, sie würden weiterhin Google nutzen, während sie letztendlich zu den Diensten von Bing weitergeleitet werden.

Bing beim Öffnen von Google

Viele Verbraucher verbinden Google ausschließlich mit der Online-Suche. Das erklärt, warum Nutzer bei der Suche nach Google möglicherweise immer noch Bing wählen. Aus diesem Grund hat Microsoft Anzeigen entwickelt, die das Erscheinungsbild von Google imitieren, um einen reibungslosen Übergang zu Bing zu gewährleisten.

Viele dieser Strategien bewegen sich zwar auf rechtlich unsicherem Terrain in Bezug auf das US-amerikanische Kartellrecht, doch sollte man nicht vergessen, dass auch Google nicht ohne Kontroversen ist.

Edge-Werbung während Chrome-Suchen

Wenn Nutzer nach Chrome suchen, zeigt Bing ihnen außerdem eine umfassende Vergleichsanzeige an, die Microsoft Edge bewirbt. Diese Anzeige hebt die vermeintlichen Vorteile von Edge gegenüber Chrome hervor.

Bing zeigt Werbung für Edge an, wenn man nach Chrome sucht.

Laut der integrierten Vergleichstabelle von Bing zeichnet sich Edge in verschiedenen Bereichen aus, darunter „KI-Personalisierungen“ und ein eingebautes VPN – wobei es sich bei letzterem im Wesentlichen um einen Cloudflare-basierten Proxy und nicht um eine echte VPN-Lösung handelt.

Trotz potenzieller ethischer Bedenken erweisen sich diese Strategien als wirksam bei der Nutzerkonvertierung. Nutzen auch Sie Bing, Copilot oder Edge? Teilen Sie uns Ihre Meinung gerne in den Kommentaren mit.

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