Ubisoft unterzieht sich inmitten von Mitarbeiterprotesten einer umfassenden Umstrukturierung
Mit Beginn des Jahres 2026 leitete Ubisoft weitreichende Schritte ein, die einen drastischen Wandel im Unternehmen markierten und über bloße Entlassungen in einem einzelnen Studio hinausgingen – ein Trend, der sich bereits Anfang 2025 abgezeichnet hatte. Die Ankündigung eines „ großen Neustarts “ umfasste weitreichende Entlassungen in mehreren Studios, die Schließung von Ubisoft Halifax und die Einstellung mit Spannung erwarteter Titel wie dem Remake von Prince of Persia: Sands of Time. Zusätzlich führte das Unternehmen umstrittene neue Richtlinien ein, darunter die Rückkehrpflicht ins Büro, was die Beziehungen zwischen Mitarbeitern weiter verschärfte.
Marktreaktionen und Stimmung der Mitarbeiter
Die Auswirkungen dieser Veränderungen stießen bei den Mitarbeitern von Ubisoft auf Ablehnung und wurden auch in der gesamten Spielebranche nicht gut aufgenommen. Nach der Ankündigung der Umstrukturierung stürzte die Ubisoft-Aktie um 34 % ab, was einem drastischen Wertverlust von 95 % innerhalb von acht Jahren entsprach. Dieser Abwärtstrend verschärfte die internen Unruhen und führte zu einem freiwilligen Stellenabbauprogramm am Pariser Hauptsitz, das den Abbau von bis zu 200 Stellen vorsah. Diese Maßnahmen veranlassten die Mitarbeiter, gegen das Management zu protestieren.
Internationaler Streik und Solidarität unter den Arbeitnehmern
Als Reaktion darauf mobilisierte die französische Gewerkschaft Solidaires Informatique zu einem internationalen Streik und rief die Ubisoft-Niederlassungen weltweit zur Teilnahme am 10., 11. und 12. Februar auf. Am ersten Streiktag war die Beteiligung mit mindestens 1.200 Beschäftigten bemerkenswert hoch, vorwiegend aus dem französischen Büro, aber auch aus der Mailänder Niederlassung. Diese kollektive Aktion unterstrich die Unzufriedenheit der Belegschaft und richtete die Kritik gegen CEO Yves Guillemot, den viele für die Probleme des Studios verantwortlich machen.
Heute streike ich.
— Rik Godwin (@rikgodwin.bsky.social) 2026-02-10T08:10:42.574Z
Anhaltende Proteste und Meinungsäußerungen
Der Streik dauert die ganze Woche an und ist Ausdruck einer anhaltenden Unzufriedenheit. Außerdem veranstalteten ehemalige Angestellte der inzwischen geschlossenen Halifax-Filiale im letzten Monat eine Kundgebung, um gegen die plötzliche Schließung ihres Studios zu protestieren.
Ein Aufruf zur Veränderung: Erkenntnisse von Solidaires Informatique
Bereits im letzten Monat hatte Solidaires Informatique einen kleineren Streik durchgeführt und diesen als „erste Reaktion auf die Absurdität der Managemententscheidungen“ bezeichnet. Gewerkschaftsvertreter Marc Rutschlé bemerkte: „Es ist offensichtlich, dass Yves Guillemot das Verständnis für sein Unternehmen und die Herausforderungen seiner Mitarbeiter völlig verkennt.“ Weiterhin beschrieb er die besorgniserregende Arbeitsmoral: „Die Atmosphäre im Studio ist besonders beklagenswert; Wut und Verzweiflung herrschen vor.“
Laut Rutschlé stehen unsere Teams unter enormem Druck und sind oft unterbesetzt. Nach Jahren minimaler Gehaltserhöhungen sind die Mitarbeiter enttäuscht, dass es auch dieses Jahr keine Gehaltserhöhungen geben wird, während im Zuge der Umstrukturierungen weiterhin hochrangige Positionen mit überhöhten Gehältern entstehen. Er äußerte den Eindruck, die aktuelle Umstrukturierung wirke eher wie eine verkappte Kündigungsstrategie als wie ein legitimer Versuch, das Unternehmen oder die Arbeitsbedingungen zu verbessern, was die Unzufriedenheit der Belegschaft weiter anheizt.
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